Mission sui juris

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Eine Mission sui juris (lat: missio sui iuris, Mission eigenen Rechts), früher auch Missio independens (unabhängige Mission) genannt, ist eine direkt dem Papst unterstellte territoriale Organisationseinheit in römisch-katholischen Missionsgebieten. Kirchenrechtlich ist die Mission sui juris die Vorstufe zu einer Teilkirche. Üblicherweise folgt diesem Status der einer Apostolischen Präfektur. Die Missio sui iuris wird weder im Codex Iuris Canonici noch im Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium erwähnt.

Der Mission steht als Ordinarius kein Bischof vor, sondern ein vom Heiligen Stuhl beauftragter Priester mit bischöflichen Vollmachten, der so genannte Apostolische Superior. Da die Seelsorge in den Missionen sehr oft in den Händen einer Ordensgemeinschaft liegt, wird zum Superior meist (nicht immer) ein Ordensgeistlicher ernannt. Der Apostolische Superior darf in dieser Funktion aber nicht mit dem Superior (Oberen) des Ordens verwechselt werden: Der Ordensobere leitet eine Niederlassung oder Provinz seiner Ordensgemeinschaft, während der Apostolische Superior die kirchliche Leitung des (einer Teilkirche ähnelnden) Missionsgebietes unabhängig von seinen etwaigen Funktionen im Orden innehat.

Missionen sui iuris[Bearbeiten]

In der Lateinischen Kirche gibt es derzeit folgende Missionen sui juris (2011):

in Asien:

im Atlantischen Ozean:

in der Karibik:

in Ozeanien:

Die oben genannten Missionen, die keiner Kirchenprovinz angehören, sind direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bier, G.: Münsterischer Kommentar zum Codex Iuris Canonici. Ludgerus-Verlag, Essen. [Kommentar zu c.] 368, Rdnr. 9
  • Stockmann, P.: Die Missio „sui iuris“ – ein Auslaufmodell des kirchlichen Verfassungsrechts? in: Rees, W. (Hrsg.): Recht in Kirche und Staat (FS Listl 75). Berlin 2004 (=KStuT 48), S. 453-478.
  • Schwendenwein, H.: Die Katholische Kirche. Aufbau und rechtliche Organisation. Essen 2003 (=Beiheft zum Münsterischen Kommentar 37), 329.