Nationalpark Caldera de Taburiente

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Parque Nacional de La Caldera de Taburiente
Caldera de Taburiente von Süden
Caldera de Taburiente von Süden
Nationalpark Caldera de Taburiente (Kanarische Inseln)
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28.717-17.867Koordinaten: 28° 43′ 1″ N, 17° 52′ 1″ W
Lage: Kanarische Inseln, Spanien
Besonderheit: Caldera
Nächste Stadt: Los Llanos de Aridane
El Paso
Fläche: 4.690 ha
Gründung: 6. Oktober 1954
1981 Natura 2000-BSG (VS)
Besucher: 424.832[1] (2011)
Lage der Caldera im Zentrum der Insel
Lage der Caldera im Zentrum der Insel
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Der Nationalpark Caldera de Taburiente, (spanisch: Parque Nacional de La Caldera de Taburiente), liegt auf der Kanarischen Insel La Palma. Er bildet eine nach Westen offene krater- oder calderaähnliche Vertiefung im Zentrum der Insel.

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Seit 1981 ist das Gebiet zudem Europäisches Vogelschutzgebiet (ZEPA/SPA/BSG) im Natura-2000-Netzwerk (ES0000043). Seit 2009 gehört er zum La Palma Reserva Starlight (SF/2009)[2]

Geografie[Bearbeiten]

Die Caldera de Taburiente misst etwa neun Kilometer im Durchmesser und hat einen Umfang von etwa 28 Kilometern. Ihre tiefste Stelle liegt bei etwa 430 Metern ü. Meeresspiegel. Den höchsten Punkt von 2.426 Metern ü. Meeresspiegel erreicht der Kraterrand im Norden mit dem gleichzeitig höchsten Punkt La Palmas, dem Roque de los Muchachos. Das in der Caldera anfallende Wasser fließt über die Schlucht Barranco de las Angustias (spanisch: Schlucht der Ängste, Beklemmungen) dem Meer zu.

1954 wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt, dem Parque Nacional de la Caldera de Taburiente. Der Nationalpark ist über den Roque de Los Muchachos (über die Zufahrtsstraße zum Observatorium), durch den Barranco de las Angustias (über die Zufahrtsstraße von Los Llanos aus) und von El Paso über den Aussichtspunkt La Cumbrecita zugänglich, in dessen Nähe die Parkverwaltung ICONA (Instituto Nacional para la Conservación de la Naturaleza, Nationales Institut für Naturschutz) ein Besucherzentrum unterhält. Hier werden unter anderem geführte Wanderungen angeboten.

Geologie[Bearbeiten]

Die Caldera de Taburiente ist Teil des Vulkanismus-Prozesses von La Palma. Vor etwa zwei Millionen Jahren brach der Schildvulkan La Palmas (Garafia-Vulkan) aus rund 4000 Metern Tiefe durch die Meeresoberfläche und erreichte eine Höhe von etwa 2500 Metern ü. Meeresspiegel. Vor 1,2 Millionen Jahren kollabierte der Vulkankegel und ergoss eine Trümmerlawine in südwestliche Richtung, die heute im Meeresboden der Inselflanke durch Sonarmessungen noch nachweisbar ist.[3][4]

Vor etwa einer Million Jahren entstand ein neuer Vulkan (Taburiente-Vulkan), der den Garafia-Vulkan vollständig mit seiner Lava überdeckte und eine Höhe von rund 3000 Metern erreicht haben sollte. In der Zeit vor 125.000 bis 500.000 Jahren stürzte die Westflanke des Taburiente-Vulkans ein, die dabei die Caldera de Taburiente und die Cumbre Nueva entstehen ließ. Der nordöstliche Rand der Caldera de Taburiente bildet zusammen mit dem Cumbre Nueva-Rücken die Abrisskante (Amphitheater) einer riesigen Trümmerlawine (Cumbre Nueva-Trümmerlawine), deren Ablagerungen heute in 2500 bis 4000 Metern Wassertiefe der Inselflanke liegen und die Trümmerlawine des Garafia-Vulkans überdecken. Diese Ablagerungen nehmen eine Fläche von etwa 780 Quadratkilometern ein und habenn ein Volumen von rund 95 Kubikkilometern.

Durch das Abgleiten der Landmasse wurden wieder Flächen des ursprünglichen Seevulkans freigelegt (das heutige Becken von Los Llanos), aus der der Bajenero-Vulkan herauswuchs und diese Fläche wieder überdeckte. Starke Erosionen formten in der Folgezeit den Barranco de las Angustias.[5]

Im Grund des Barrancos und dem der Caldera finden sich heute Kissenlava oder Pillowlava. Diese Form der Lava tritt unter Wasser in der Phase submariner Vulkane (Seamounts) hervor und erstarrt. Sie gilt daher als ein sicheres Indiz für den submarinen Vulkanismus auf La Palma.

Die heutige Struktur der Caldera de Taburiente ist somit das Produkt aus der Cumbre Nueva-Trümmerlawine, mit der Abrisskante am nordöstliche Rand der Caldera de Taburiente und dem Cumbre Nueva-Rücken, der späteren Verfüllung durch den Bajenero-Vulkan und der bis heute anhaltenden Erosion der Caldera und des Barrancos.[6][7]

Die Frage nach der Entstehungsform der Caldera de Taburiente, durch Vulkanismus oder Erosion, war in der Wissenschaft lange umstritten. Unter dem spanischen Wort Caldera (Kessel) wird in der Geologie eine große kraterförmige Einsturzstruktur des Vulkans verstanden, die nach Entleerung einer großen Magmakammer ins Innere stürzte. Im Jahr 1825 führte der deutsche Geologe Leopold von Buch den Begriff der Caldera de Taburiente ein, dem jedoch verschiedene Geologen widersprachen und stattdessen den Begriff der Erosions-Caldera wählten.[8][3]

Geschichte[Bearbeiten]

Den Ureinwohnern La Palmas, den Auritas, oder allgemein für die Gesamtheit der Ureinwohner der Kanarischen Inseln Guanchen genannt, diente der Kraterkessel als letzter Zufluchtsort, als im 15. Jahrhundert die spanische Eroberung durch Alonso Fernández de Lugo begann.

Roque Idafe

Naturdenkmal Idafe[Bearbeiten]

Inmitten des Kraters gibt es zwischen zwei Schluchten einen Bergkamm, auf dem sich eine knapp hundert Meter hohe Felsnadel aus vulkanischem Basalt emporhebt, der Roque Idafe (28,7125 N, 17,8807 W28.712498-17.880671). Dieser Stein hat nach Überlieferung der Ureinwohner der Insel eine große Bedeutung gehabt. Ihm wurden Tieropfer dargebracht, um einen Einsturz des Felsens und damit eine große Katastrophe zu verhindern, da er vermutlich als Stütze zwischen Himmel und Erde angesehen wurde. Archäologische Funde in diesem Gebiet konnten dazu allerdings nicht gemacht werden. Er wurde 1994 zum Naturdenkmal erklärt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Caldera de Taburiente – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spanisches Umweltministerium: Evolucion del numero de visitantes (1998-2011)
  2. Fuerteventura Reserva de Biosfera – Protectión del Cielo Nocturno, starlight2007.net (spanisch); StarsbyNight.es;
    Starlight Initiative UNESCO, Fuerteventura, starsbynight.es, 2013/02/21 (englisch)
  3. a b [1], R. Olzem: Die Caldera de Taburiente, 2012.
  4. [2], Roger Urgeles, Douglas G. Masson, Miquel Clanals, Anthony B. Watts, Tim Le Bas: Recurrent large-scale landsliding on the west flank of La Palma, Canary Islands, Journal of Geophysical Research, Vol. 104, 11. 1999 (Vermessung der Trümmerlawinen auf der Westflanke von La Palma).
  5. [3], J. C. Carracedo, E. R. Badiola, H. Guillou, J. de la Nuez and F. J. Pérez Torrado: Geology and Volcanology of La Palma and El Hoerro, 2001.
  6. D.G. Masson, A. B. Watts, M. J. R. Gee, R. Urgeles, N. C. Mitchell, T. P. Le Bas und M. Canal: Slope failures on the flanks of the western Canary Islands. Earth Science Reviews, 57: 1-35, Amsterdam 2002 ISSN 0012-8252doi:10.1016/S0012-8252(01)00069-1
  7. [4], F. Neukirchen: La Palma - Ruta de los Volcanes & Ruta de la Cresteria (GR 131), 8. MAI 2012.
  8. [5], Curt Gagel, Die Caldera von La Palma, Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, 1908.