Nationalpark Niokolo-Koba

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Der Gambia-Fluss im Niokolo-Koba National Park
Ungeteerte Straße im Nationalpark

Der Nationalpark Niokolo-Koba (frz. Parc national du Niokolo-Koba) liegt im südöstlichen Senegal an der Grenze zu Guinea auf 15 bis 300 m Höhe über dem Meeresspiegel. Der Park ist 9130 Quadratkilometer groß und seit 1981 als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt. Wegen eines geplanten Staudammes und der herrschenden Wilderei wurde er 2007 in die Rote Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen. Landschaftsbestimmend sind der Gambia-Fluss sowie der Niocolo Koba Fluss.

Die Vegetation besteht vorwiegend aus Guinea- und Sudansavanne, nach Osten wird die Vegetation zunehmend trockener. An den Flussufern stehen ausgedehnte Galeriewälder. Die höchste Erhebung ist der Mont Assirik. Während der einzigen Regenzeit von Juni bis Oktober fallen 1000 bis 1100 mm Regen. Neben saisonal überfluteten Grassavannen und Sümpfen gibt es auch trockenere Wälder sowie Bambus im Galeriewald. Es wurden mehr als 1500 Pflanzenarten im Park gezählt.

Niokolo Koba war für seine reichhaltige Tierwelt bekannt und bietet auch heute noch für einige westafrikanische Arten die letzte, wenn auch unsichere Heimat. Die Zahl der großen Säugetiere verringerte sich von 1990 bis 2007 von etwa 45.000 auf weniger 1000, das entspricht einem Verlust von 98 %. Im Park kommen 84 Arten an Säugetieren, 330 Vogelarten, ungefähr 60 Arten von Reptilien und Amphibien sowie wie 60 Fischarten vor.

Am bedeutendsten ist der letzte wildlebende Bestand der Westlichen Riesen-Elenantilope (Taurotragus derbianus), aktueller Bestand weniger als 200. Vom Aussterben bedroht sind der Löwe und der Afrikanische Wildhund, unsicher ist die Situation für den Leoparden. In den Galeriewäldern leben noch ca. 150 Westafrikanische Schimpansen (Pan troglodytes verus). Weitere Affenarten sind der Rote Colobusaffe, die Guinea-Meerkatze, die Grüne Meerkatze sowie Paviane. Dramatische Bestandsrückgänge erlitten alle Huftiere, die Pferdeantilope von mehr als 6.000 im Jahre 1990 auf aktuell etwa 700, das Hartebeest von 5.000 auf 150, die Kob-Antilope von 24.000 auf aktuell etwa 100, Wasserbock von über 3.000 auf 10 ! sowie der Afrikanische Büffel von 8000 auf weniger als 500. Erloschen sind der westlichste Bestand der Giraffe (Giraffa cameleopardis peralta) sowie des Elefanten. 2006 lebten 10 ausgewilderte Elefanten in Niokolo Koba, nachdem der ursprüngliche Bestand Opfer der Wilderei wurde. Unbekannt ist die Situation für Sitatunga, Flusspferde, Warzen- und Buschschweine, kleinere Antilopen sowie alle drei afrikanischen Krokodilarten.

Unsicher ist, inwieweit nationale wie internationale Schutzmaßnahmen Erfolg haben werden. Die Probleme der ungebremsten Wilderei mit schweren Waffen, die Jagd auf Bushmeat sowie der Vogelfang sind unter den gegebenen Umständen nicht gelöst.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. United Nations World Conservation Monitoring Centre: IUCN State of Conservation Report Niokolo Koba National Park 2008, last update 2011

Literatur[Bearbeiten]

  • Wally und Horst Hagen: Die afrikanischen Nationalparks als Lebensräume der Elefanten. In: Vitus B. Dröscher (1990): Rettet die Elefanten Afrikas (S.220)

Weblinks[Bearbeiten]

13.066666666667-12.716666666667Koordinaten: 13° 4′ 0″ N, 12° 43′ 0″ W