Niccolò Niccoli

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Niccolò Niccoli (* 1365 in Florenz; † 3. Februar 1437 ebenda[1][2]) war ein italienischer Kaufmann und bedeutender Vertreter des Renaissance-Humanismus. Er nahm in seiner Heimatstadt eine bedeutende Rolle im Bereich der Kulturpolitik ein und schuf mit der Humanistischen Kursive den Archetyp der lateinischen Schreibschrift und die Voraussetzungen für die Entwicklung der ersten kursiven Drucktype.

Leben[Bearbeiten]

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Niccoli studierte bei dem als Frühhumanisten geltenden Giovanni Conversini da Ravenna und war auch Schüler von Manuel Chrysoloras. Etwa 1397 holte Coluccio Salutati ihn und Guarino da Verona nach Florenz. Als Bewunderer des „neuen Lernens“ wurde Niccoli zu einem unermüdlichen Sammler und Kopierer alter Manuskripte. Er war mit Poggio Bracciolini, Leonardo Bruni und Lorenzo Valla befreundet.

Niccoli hinterließ kein einziges eigenes Werk. Nach seinem Tod löste Cosimo de’ Medici an die 800 Manuskripte bei seinen Gläubigern aus und brachte sie im Jahr 1444 in das Dominikanerkloster San Marco in Florenz, das so zur ersten öffentlichen Bibliothek wurde.

Wegbereiter der lateinischen Schreibschrift und der kursiven Antiqua-Type[Bearbeiten]

Humanistische Kursive von Niccolo Niccoli
Niccolo de Niccoli italic handwriting.jpg
Humanistische Kursive: Schreibschrift von Niccolò Niccoli
Poggio handwriting.jpg
Humanistische Minuskel: Leseschrift von Poggio Bracciolini

Niccolò Niccoli leistete einen nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung der lateinischen Schreibschrift. Durch seine reichen Erfahrungen als Kalligraf entwickelte er beim zügigen Kopieren vieler antiker Manuskripte, die vor allem in karolingischer Minuskel geschrieben waren, eine neuartige Handschrift (erstmals 1423 nachgewiesen). Sie ist als humanistische Kursive (engl. italic, franz. italique) in die Schriftgeschichte eingegangen. Diese Schrift, die keine Vorbilder hatte, zeichnete sich durch Geläufigkeit und Klarheit aus. Die schräggestellten Kleinbuchstaben waren durch eine Synthese zwischen den italienischen Formen der Gotischen Kursive und karolingischen Schriftelementen der Humanistischen Minuskel charakterisiert. Sie waren nicht gebaut, sondern einzügig zu schreiben und häufig miteinander verbunden. Die geradestehenden Großbuchstaben waren aus der Capitalis monumentalis übernommen. So bildete die Humanistische Kursive als dynamisch akzentuierte Gebrauchsschrift ein gelungenes Pendant zur statischen Buchschrift, der Humanistischen Minuskel (Vorläuferin der Antiqua).

Niccolò Niccoli schuf mit seiner Handschrift den Archetyp der lateinischen Schreibschrift. Seine Kursive wurde von vielen humanistischen Gelehrten und Künstlern übernommen (Julius Pomponius Laetus hatte zu ihrer Verbreitung beigetragen). Zugleich schuf Niccoli die Voraussetzungen für die Entwicklung der ersten kursiven Drucktype. Mit der stilistischen Vervollkommnung zur sogenannten Cancellaresca wurde die Schrift 1500 von dem Stempelschneider Francesco Griffo geschnitten und 1501 von Aldus Manutius für den Buchdruck in Venedig eingesetzt. Damit stabilisierte sich ihr Formenaufbau zu einem Prototyp von Kursiv, der danach nur noch im Detail variiert wurde. Der französische Stempelschneider Claude Garamond (1480–1561) war der erste, dem es gelang, die Kursive mit der geradestehenden Antiqua zu einer ästhetischen Einheit zu verbinden. Seitdem gehört zu jeder Schriftfamilie der Antiqua die Gestaltung der Kursive als Auszeichnungsschrift.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Niccolò Niccoli auf britannica.com
  2. Niccolò Niccoli auf nndb.com (Abweichendes Geburtsjahr 1363)