Nicolas Bouvier

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Nicolas Bouvier

Nicolas Bouvier (* 6. März 1929 in Lancy, Schweiz; † 17. Februar 1998 in Genf) war ein Schweizer Schriftsteller, Reiseautor, Fotograf und Journalist. Mit seinen Reisebeschreibungen wurde er zum Kultautor dieses Genres.

Leben[Bearbeiten]

Nicolas Bouvier wuchs in Genf auf, wo er Geistes- und Rechtswissenschaften studierte. 1953 brach er sein Studium ab und startete gemeinsam mit seinem Freund, dem Maler Thierry Vernet, eine Reise in einem Fiat Topolino von Genf über Jugoslawien, die Türkei, den Iran und Pakistan nach Kabul.[1] Er reiste 1955 allein nach Sri Lanka weiter und musste wegen seiner Malariaerkrankung neun Monate in der Hafenstadt Galle verbringen. Daraufhin fuhr er nach Japan und kehrte 1956 wieder in die Schweiz zurück. Nach seiner Rückkehr schrieb er L'usage du monde. Weitere längere Auslandsaufenthalte u.a. in Japan, China und Korea folgten in den sechziger Jahren.

Erst 1981 publizierte er seine Erlebnisse und Halluzinationen auf Sri Lanka in einem Buch mit dem Titel Le poisson-scorpion (Der Skorpionsfisch). Der im Jahr 2005 erschienene Dokumentarfilm Nicolas Bouvier, 22 Hospital Street von Christoph Kühn schildert in einer Collage diese Aufzeichnungen und verschmilzt sie mit Interviews von Zeitzeugen und alten Filmdokumenten.

Schriften[Bearbeiten]

  • L'usage du monde, 1963 (Die Erfahrung der Welt, Übersetzung von Trude Fein, 1980; Neuedition Lenos Verlag, Basel 2001, ISBN 3-85787-324-8)
  • Chronique japonaise, 1975 (Japanische Chronik, Übersetzung von Giò Waeckerlin Induni, Lenos Verlag, Basel 2002, ISBN 3-85787-334-5)
  • Le poisson-scorpion, 1981 (Der Skorpionsfisch, Übersetzung von Barbara Erni, 1989. Neuedition 2005, ISBN 3-250-30011-X); Neuübersetzung von Stefan Zweifel, Lenos Verlag, Basel 2012, ISBN 978 3 85787 418 5
  • Le dehors et le dedans, 1982 (Aussen und Innen. Gedichte, Übersetzung von Markus Hediger, Lenos Verlag, Basel 2005, ISBN 3-85787-366-3)
  • Journal d’Aran et d'autres lieux, 1990 (Blätter von unterwegs: Aran, Tschedschu, Sian, Übersetzung von Regula Renschler, Lenos Verlag, Basel 2003, ISBN 3-85787-346-9)
  • L’échappée belle : éloge de quelques pérégrins, 1996 (Lob der Reiselust, Übersetzung von Giò Waeckerlin Induni, Basel, Lenos Verlag 2007, ISBN 3-85787-382-5)
  • Unsterbliches Blau: Reisen nach Afghanistan, Annemarie Schwarzenbach, Ella Maillart, Nicolas Bouvier; hrsg. und mit einem Nachwort von Roger Perret, Lenos Verlag Basel 2003, ISBN 3-85881-148-3.
  • Le Vide et le Plein: carnets du Japon 1964-1970, hrsg. von Grégory Leroy, 2004 (Das Leere und das Volle, Übersetzung von Giò Waeckerlin Induni, Lenos Verlag, Basel 2005, ISBN 3-85787-364-7)
  • Nicolas Bouvier; Thierry Vernet: Correspondance des routes croisées, 1945-1964. Texte établi, annoté et présenté par Daniel Maggetti et Stéphane Pétermann, Editions Zoé, Genf/Carouge 2010 ISBN 978-2-88182-675-7

Filmografie[Bearbeiten]

  • Le hibou et la baleine (Die Eule und der Wal), von Patricia Plattner, 1993 (Dokumentarfilm über Nicolas Bouvier)
  • Nicolas Bouvier, 22 hospital street, von Christoph Kühn, 2006 (Dokumentarfilm über Nicolas Bouvier)
  • Nomad's Land. Sur les traces de Nicolas Bouvier, von Gaël Métroz, 2008 (Dokumentarfilm)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Quellen[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatStefan Zweifel: Ein Künstlerroman in Briefen (Post aus Ceylon – Nicolas Bouvier und Thierry Vernet im schriftlichen Dialog). Neue Zürcher Zeitung, 26. November 2011, abgerufen am 27. November 2011.