Nyiragongo

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Dieser Artikel behandelt den Vulkan Nyiragongo. Für das gleichnamige Territorium siehe Nyiragongo (Territorium).
Nyiragongo
Der Nyiragongo im März 2004

Der Nyiragongo im März 2004

Höhe 3470 m
Lage Demokratische Republik Kongo
Gebirge Virunga-Vulkane
Koordinaten 1° 31′ 20″ S, 29° 15′ 0″ O-1.522222222222229.253470Koordinaten: 1° 31′ 20″ S, 29° 15′ 0″ O
Nyiragongo (Demokratische Republik Kongo)
Nyiragongo
Typ Stratovulkan
Letzte Eruption 2009 (anhaltend)

Der 3470 m hohe Stratovulkan Nyiragongo ist einer der acht Virunga-Vulkane, die zum Ostafrikanischen Grabenbruch gehören.

Geografie[Bearbeiten]

Nyamuragira (links) und Nyiragongo (rechts)
Satellitendaten 1,5fach überhöht

Der Nyiragongo befindet sich nördlich der Stadt Goma in der Demokratischen Republik Kongo nahe der Grenze zu Ruanda. Der Nyiragongo liegt nur 13 Kilometer entfernt vom Vulkan Nyamuragira, der 2011 zuletzt ausgebrochen ist. Eine im Jahre 2005 durchgeführte Messung ergab, dass der Vulkan pro Tag bis zu 70.000 Tonnen Schwefeldioxid ausstößt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Lavasee im Krater des Nyiragongo

Schon im Jahre 1977 forderte ein Ausbruch des Vulkans vermutlich 600 Menschenleben. Am 17. Januar 2002 brach der Vulkan neuerlich aus. Ein Lavastrom zerstörte mehrere Dörfer und floss schließlich durch die Stadt Goma in den Kiwusee. Goma hatte damals ca. 250.000 Einwohner. 147 Menschen kamen ums Leben, schätzungsweise 500.000 Menschen mussten evakuiert werden, von denen letztlich ca. 120.000 obdachlos blieben.[2] Zurzeit ist im etwa 1 km breiten Krater des Vulkans ein Lavasee zu sehen. Der Lavasee des Nyiragongo ist mit 1000 m Durchmesser der größte der Erde. Er liegt etwa 600 m unterhalb des Kraterrandes. Die Position des Lavasees steigt und sinkt, vermutlich wird der See von einem Manteldiapir gespeist.[3] Erreicht er eine bestimmte Höhe und gibt es Risse in der Kraterwand, so kann die Lava ausfließen und große Gebiete zerstören. Der Vulkan ist inzwischen ein wichtiger Faktor für den Fremdenverkehr, da er gerne von ausländischen Touristen besucht wird. Sein letzter Ausbruch war im Jahre 2012.

Nyiragongo als Typlokalität[Bearbeiten]

Nyiragongo gilt als Typlokalität für das Mineral Andrémeyerit[4] und der als Mount Saheru bezeichnete Südgipfel des Nyiragongo ist Typlokalität für die Minerale Combeit, Delhayelith, Götzenit und Kirschsteinit.[5]

Insgesamt konnten am Nyiragongo bisher (Stand 2014) 24 anerkannte Minerale und 14 Varietäten nachgewiesen werden. Neben den bereits genannten Typmineralen sind dies unter anderem noch verschiedene Apatite und Biotite, Cordierit, Elpasolith, Gips, Hieratit, Leucit, Magnetit, Nephelin, Perowskit, Sillimanit, Spinell und Troilit.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nyiragongo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "FOR TABLE OF GAS EMISSION COMPOSITION" als Excel Tabelle herunterladbar
  2. http://www.pbs.org/wgbh/nova/transcripts/3215_volcanoc.html Volcano Under the City, PBS transscript, 2005
  3. Michael Finkel: Einmal Hölle und zurück in: National Geographic. Juni 2011, S.125
  4. Mineralienatlas: Typlokalität Nyiragongo-Vulkan, Provinz Nord-Kivu, Demokratische Republik Kongo
  5. Mineralienatlas: Typlokalität Mt. Saheru, Nyiragongo-Vulkan, Provinz Nord-Kivu, Demokratische Republik Kongo
  6. Mindat - Typlokalität Mt Nyiragongo, Goma, Kivu, Democratic Republic of Congo (Zaïre)