Odescalchi

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum ungarischen Fürsten, Politiker und Historiker siehe Artur Odescalchi .
Wappen der Fürsten von Odeschalchi

Die Odescalchi sind eine adlige italienische Familie, die im 16. und 17. Jahrhundert zu beträchtlichem Reichtum und einiger politischer Bedeutung gelangte.

Die Familie ist ab der Mitte des 14. Jahrhunderts in Como nachweisbar. Als dem gehobenen Mittelstand ihrer Zeit zugehörige Familie engagierte sie sich im Handel, besonders seit dem 15. Jahrhundert im Textilbereich. Ins 16. Jahrhundert fällt die Gründung eines Familienzweigs in Rom, ebenfalls in dieser Zeit tauchen die Odelscalchi in milanesischen Hofämtern auf, wofür ein Adelsnachweis erforderlich war. Der weit verzweigte Familienclan sicherte sich seine wirtschaftliche Basis später zunehmend durch Bankgeschäfte und Grundbesitzerwerb, was ihn zu Beginn des 17. Jahrhunderts zu einer der reichsten Familien Italiens werden ließ.

Zur Erhaltung des Reichtums (bzw. zu dessen Zusammenhalt) mussten immer mehr männliche Familienmitglieder die Laufbahn eines Klerikers einschlagen. Aus einer eher weniger betuchten Seitenlinie stammte Benedetto Odescalchi (1611–1689), der ab 1676 als Papst Innozenz XI. Bischof von Rom wurde und dessen Pontifikat sich durch eine rigorose Sparpolitik und die Eindämmung des zu seiner Zeit ausufernden Nepotismus auszeichnet. Innozenz XI. gilt heute als der bedeutendste Papst des 17. Jahrhunderts.

Benedettos Neffe Livio Odescalchi (~1652–1713), dem sein Onkel den Kardinalshut verweigerte, häufte dennoch ein immens großes Vermögen an und sicherte der Familie einen Platz im römischen Hochadel, dem sie auch heute noch zugerechnet wird: Aus der Verbindung seiner Schwester Lucrezia mit Alessandro Erba ging die Familie Erba-Odescalchi hervor, die heute die Titel Fürst Odescalchi, Herzog von Syrmium, Fürst von Bassano und neben weiteren den spanischer Granden führt. Ihr gehören der Palazzo Odescalchi in Rom, das Castello Odescalchi in Bracciano und das Castello Odescalchi in Palo bei Ladispoli. Nach seiner Teilnahme an der Abwehr der Zweiten Wiener Türkenbelagerung wurde Livio Odeschalchi von Leopold I. mit ungarischen Gütern beliehen, die heute ebenfalls in Familienbesitz sind. In Wien findet sich ein frühklassizistisches Palais Odescalchi im 9. Bezirk, Berggasse 3 (vgl. DEHIO). Es wurde 1825 von Ignaz Göll wohl für den Majoratsherrn Innozenz Fürst Odescalchi erbaut.

Weitere bedeutende Mitglieder der Familie sind

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Odescalchi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien