Doria

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Dieser Artikel behandelt die genuesische Familie Doria. Für den ähnlichen Familiennamen siehe Dória.
Familienwappen

Die Familie Doria, ursprünglich d’Oria, das heißt Kinder der Oria, der Gemahlin Arduins von Narbonne in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, war ein Adelsgeschlecht in Genua, unter dessen Mitgliedern, die in den Kämpfen zwischen Kaiser und Papst auf Seiten des ersteren standen, mehrere durch geschichtliche Bedeutung hervorragen.

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten]

Castello Doria über Portovenere
Andrea Doria, Gemälde von Sebastiano del Piombo (ca. 1526)
  • Oberto, unternahm 1266 einen erfolgreichen Zug gegen Candia sowie später zwei Seekriege gegen Venedig, vernichtete durch den Sieg bei Meloria am 6. August 1284 die Seemacht Pisas und erhob die genuesische Seemacht zur ersten ihrer Zeit. Er beherrschte mit den Spinola den Staat unumschränkt.
  • Lamba, schlug am 8. September 1298 bei Curzola die weit überlegene Seemacht der Venezianer unter Andrea Dandolo vollständig, doch mit großen eignen Verlusten.
  • Filippo, unternahm 1350 einen verheerenden Kriegszug gegen die venezianischen Küsten. Später mit 15 Galeeren ausgesandt, um die aragonischen Plätze in Sardinien zu erobern, fand er diese zu stark, segelte deshalb nach Tripolis, eroberte diese Stadt und verkaufte sie an einen muslimischen Fürsten für 50,000 Golddublonen. Darauf erfocht er mehrere Siege gegen die Aragonier in Sardinien.
  • Luciano, erhielt 1379 den Oberbefehl über die genuesische Flotte im Chioggia-Krieg gegen die Venezianer, eroberte den Hafen von Zara (kroat. Zadar) und brachte dem berühmten Seehelden Vettor Pisani am 7. Mai eine Niederlage bei. Ein zweiter Seesieg bei Pola (kroat. Pula) kostete ihn das Leben.
  • Ceva, tat sich in den Unruhen, die gegen das Ende des 14. Jahrhunderts Genua zerrütteten, hervor und trug dazu bei, dass sich Genua der Schutzherrschaft Frankreichs unterwarf. Als 1409 die Franzosen verjagt und die Mailänder als Oberherren anerkannt wurden, erhoben sich die Doria und Fieschi zur Befreiung ihres Vaterlandes, worauf Ceva mit anderen Patriziern an die Spitze der Regierung kam.
  • Andrea (1466–1560), Fürst von Melfi. Der vom Condottiere zum genuesischen Admiral aufgestiegene Andrea gilt als das bedeutendste Mitglied seiner Familie. Er kämpfte gegen Osmanen und nordafrikanische Piraten und wechselte im Bestreben Frankreichs und des Heiligen Römischen Reichs um die Vorherrschaft über Genua wiederholt die Seiten, um die Unabhängigkeit seiner Vaterstadt zu sichern. Er stellte die Republik unter kaiserlichem Schutz wieder her, reformierte die Verfassung, überwand die Spannungen zwischen Ghibellinen und Guelfen und schuf die Grundlagen für eine aristokratische Regierungsform.
  • Gianettino, Neffe von Andrea, wurde von diesem zum Stellvertreter zur See und Erben eingesetzt. Durch Übermut und Anmaßung erbitterte er aber die Bürger und den Adel Genuas so sehr, dass Giovanni Luigi Fiesco, Graf von Lavagna, eine Verschwörung gegen die Doria anzettelte, die 2. Januar 1547 zum Ausbruch kam, und bei welcher Gianettino ermordet wurde.
  • Giovanni Andrea Doria, Sohn Gianettinos und nach dessen Tod Adoptivsohn von Andrea, übernahm 1556 den Oberbefehl über die im spanischen Dienste stehende genuesische Flotte und überwand den furchtbaren Seeräuber Dragut, befehligte 1560 das spanische Belagerungsheer vor Tripolis, gewann 1564 eine Seeschlacht bei Korsika, führte 1570 den Befehl über die spanische Flotte, die den Venezianern gegen die Türken zum Entsatz von Zypern zu Hilfe gesandt wurde, verursachte aber durch die absichtliche Verzögerung seiner Ankunft den Verlust der Insel. Auch an der Seeschlacht von Lepanto nahm er wenig ruhmvollen Anteil. Er starb 1606. Von seinem Sohn Andrea stammen zahlreiche Geschlechter ab, wie die Doria Pamphilj, Fürsten von Melfi, in Rom, die Fürsten von Angri in Neapel und die Lamba Doria in Genua.

1576 erhielten die Doria das Marquisat von Civiez und die Grafschaft Cavallamonte, 1594 das Herzogtum Tursi, 1607 das Fürstentum Avella, 1613 das Herzogtum Avigliano, 1671 das Fürstentum Meldola. 1760 wurde ihnen der Titel eines Reichsfürsten des Heiligen Römischen Reichs verliehen, in Verbindung mit der Herrschaft Torriglia und dem Marquisat von Borgo San Stefano. Ferner erbten sie die Güter der Familie Landi.

Der Genueser Giovanni Andrea III. Doria Landi heiratete 1671 Anna Pamphilij von Gubbio, die Erbin des berühmten Palazzo Doria-Pamphilj in Rom und großer Ländereien. Der römische Zweig der Familie Pamphilj starb 1760 mit Girolamo Pamphilj aus. 1763 nahm Fürst Andrea IV. Doria daher den Namen Doria–Pamphilj–Landi an. Diese Linie ist im Jahre 2000 mit Donna Orietta, einziger Tochter des Fürsten Filippo Doria Pamphilj Landi, ebenfalls erloschen; den Palazzo Doria-Pamphilj mit der großen Kunstsammlung erbten ihre Adoptivkinder Jonathan und Gesine, die ihn bis heute besitzen.

Die Fürsten von Melfi[Bearbeiten]

Das Castello di Melfi (bis 1950 im Besitz der Familie)
Palazzo Doria in Valmontone
  • Andrea I. Doria (1466–1560), Principe di Melfi (1531–1535), Marchese di Tursi, stammte aus der Linie der Doria di Oneglia; ∞ Peretta Usodimare, Tochter von Gherardo und Theodoina Cybo, einer Tochter des Papstes Innozenz VIII.
  • Marcantonio del Carretto (1513–1578), Sohn von Alfonso I. del Carretto, Marchese di Noli, und Peretta Usodimare, 1528 von Andrea Doria (dem zweiten Ehemann seiner Mutter) adoptiert, 1535 Principe di Melfi, Reichsfürst 1553
  • Zenobia del Carretto (1541–1590), deren Tochter, Principessa di Melfi ; ∞ 1558
  • Giovanni Andrea I. Doria (1540–1606), 1578 Principe di Melfi
  • Andrea II. Doria (1570–1612), deren Sohn, 3. Principe di Melfi ; ∞ Giovanna Colonna († 1620), Tochter von Fabrizio Colonna, Fürst von Paliano
  • Giovanni Andrea Doria (1606–1618), deren Sohn, Principe di Melfi unter Vormundschaft seiner Mutter
  • Pagano Giovanni Andrea II. Doria (1608–1679), dessen Bruder, Principe di Melfi
  • Andrea III. Doria-Landi. (1628–1654), dessen Sohn, Principe di Melfi
  • Giovanni Andrea III. Doria-Landi (1653–1737), dessen Sohn, Principe di Melfi
  • Giovanni Andrea IV. Doria-Landi, ab 1760 Doria-Pamphili-Landi (1705–1764), dessen Sohn, 1760 Reichsfürst, Principe di Melfi
  • Giorgio Andrea IV. Doria-Pamphili-Landi (1744–1807), dessen Sohn, Reichsfürst, Principe di Melfi
  • Luigi (Giovanni Andrea) Doria-Pamphili-Landi (1779–1829/38), dessen Sohn, Reichsfürst, Principe di Melfi
  • Andrea Doria-Pamphili-Landi (1810–1836), dessen Sohn, eventuell Reichsfürst und Principe di Melfi, je nach Sterbedatum seines Vaters
  • Filippo Doria-Pamphili-Landi (1813–1876), dessen Bruder, Reichsfürst, Principe di Melfi
  • Giovanni Andrea VI. Doria-Pamphili-Landi (1843–1890), dessen Sohn, Reichsfürst, Principe di Melfi
  • Alfonso Doria-Pamphili-Landi (1851–1914), dessen Bruder, Reichsfürst, Principe di Melfi
  • Filippo II. Andrea (1886–1958), dessen Sohn, Reichsfürst, Principe di Melfi
  • Orietta Emilia Maria (1922–2000), dessen Tochter, Reichsfürstin, Principessa di Melfi ; ∞ Frank George Pogson (1923–1998)

Sonstige Familienmitglieder[Bearbeiten]

Marchesa Brigida Spinola-Doria (Peter Paul Rubens 1606)

Andere Träger des Namens Doria[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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