Ladispoli

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Ladispoli
Wappen
Ladispoli (Italien)
Ladispoli
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Rom (RM)
Koordinaten: 41° 57′ N, 12° 5′ O41.94805555555612.0777777777782Koordinaten: 41° 56′ 53″ N, 12° 4′ 40″ O
Höhe: m s.l.m.
Fläche: 25 km²
Einwohner: 39.963 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.599 Einw./km²
Postleitzahl: 00055
Vorwahl: 06
ISTAT-Nummer: 058116
Volksbezeichnung: Ladispolani
Schutzpatron: San Giuseppe
Website: Ladispoli
Strandpromenade
Strandpromenade

Ladispoli ist eine Stadt in der Provinz Rom in der italienischen Region Latium mit 39.963 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013).

Geographie[Bearbeiten]

Lage von Ladispoli in der Provinz Rom

Ladispoli liegt 40 km westlich von Rom und 32 km südöstlich von Civitavecchia. Es erstreckt sich in der Ebene am Fuße der Sabatiner Berge entlang der Küste des Tyrrhenischen Meers. Neben der Kernstadt, die ein modernes Aussehen hat, gehören zur Gemeinde die Ortsteile Caerevetus, Cerreto und San Nicola - Monteroni. Das neben der großen Burg nur aus wenigen Häusern bestehende Palo liegt an der Stelle des antiken Alsium. Am südlichen Stadtrand wurde in den 60er Jahren der Badeort Marina di San Nicola gegründet. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 0 bis 50 m s.l.m.

Die Gemeinde liegt in der Erdbebenzone 4 (sehr wenig gefährdet).[2]

Die Nachbargemeinden sind Cerveteri und Fiumicino.

Verkehr[Bearbeiten]

  • Autostrada A12 Italia.svg Ladispoli liegt mit der Ausfahrt Cerveteri-Ladispoli an der Autobahn A12 Autostrada Azzurra von Rom nach Civitavecchia
  • Strada Statale 1 Italia.svg Es wird von der Staatsstraße SS 1 Via Aurelia durchquert.

Geschichte[Bearbeiten]

Zu Zeiten der Etrusker befand sich dort, wo heute Ladispoli liegt, die lateinische Kolonie Alsium ein Hafen der etruskischen Stadt Caere (Cerveteri).

Während der republikanischen und besonders während der Zeit des römischen Imperiums wurde dieser Ort vom Adel als Ferienort genutzt. Im 6. Jahrhundert wurde Alsium während des Krieges gegen die Ostgoten durch Totila belagert und zerstört.

Um 1500 entstand auf den Überresten einer mittelalterlichen Befestigungsanlage das Schloss Palo. Der Name stammt wahrscheinlich von Palus (Sumpf), da das umliegende Gebiet sehr sumpfig war. Das Schloss war Lehen der Familie Orsini, welche es 1693 an die Familie Odescalchi verkauften. Die neuen Eigentümer verkauften es wiederum an den Herzog Onofrio del Grillo aus Genua und den Markgraf Carlo Loffredo aus Treviso. Im Jahre 1870 kehrte es wieder zurück in den Besitz der Familie Odescalchi. Livio Odescalchi, der seit 1881 Herrscher über Palo war, verzichtete 1884 auf das Schloss und vermachte es seinem zweitgeborenen Sohn Ladislao, der das Schloss zu seiner Residenz machte. In der Zwischenzeit hatten viele Bauern, Fischer und Handwerker im Schutze des Schlosses Hütten errichtet. Deshalb entschloss sich Ladislao 1880, zusammen mit dem Ingenieur Vittorio Cantoni ein Konsortium zu gründen, das Gebiet zwischen den Bächen Vaccina und Sanguinara zu erschließen und die Stadt, die seinen Namen trägt, zu gründen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Crescenzo Paliotta (PD) wurde im Juni 2007 zum Bürgermeister gewählt und 2012 bestätigt. Sein Mitte-Links-Bündnis stellt auch mit 9 von 16 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.[3]

Bürgermeister von Cerveteri:

  • 1990 - 1993: Fausto Ruscito, (DC)
  • 1993 - 1997: Maurizio Perilli (MSI)
  • 1997 - 2007: Gino Giogli, (DS)
  • seit 2007: Crescenzo Paliotta (PD)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Torre Flavia
  • Das Castello Orsini-Odescalchi im Teilort Palo liegt direkt am Meer. Es wurde 1693 von der Familie Odescalchi erworben.
  • Die Gräber auf dem Gebiet Monteroni sind zwei von ehemals zwölf etruskische Grabhügeln aus den 7.-5. Jahrhundert vor Christus, die wahrscheinlich zur Stadt Alsium gehörten. Auf dem Gelände befinden sich noch die Überreste zahlreiche antiker Villen und Spuren von antiken Zisternen.
  • Auf dem Gebiet Monteroni befindet sich auch eine der wenigen befestigten Post- und Raststationen, das Castellacio. Durch die Umleitung der Via Aurelia verlor die Raststätte ihre Funktion, das Gebäude wurde verpachtet und vermietet. Während des Zweiten Weltkriegs bot es vertriebenen Familien aus Ladispoli Unterschlupf.
  • Die Torre Flavia ist eine Turmruine direkt am Meer. Ehemals waren 61 Türme entlang der Küste von Terracina bis Porto Santo Stefano errichtet worden, um sich gegen Angriffe gegen die Sarazenen zu schützen. Im 16. Jahrhundert wurde der Turm unter Aufsicht des Kardinals Flavio Orsini restauriert, allerdings wurde er im Zweiten Weltkrieg von einer deutschen Bombe zum Teil zerstört. Um wenigstens die Ruine zu erhalten, wurde ein künstlicher Steinwall aufgeschüttet. Etwa zwölf Meter vor dem Torre befindet sich ein Wrack eines römischen Handelsschiffes.
  • Im Gebiet um die Torre Flavia erstreckt sich ein Sumpfgebiet, die "Oase Torre Flavia", die wie die "Oase von Palo" vom WWF verwaltet wird. In diesen Gebieten ist eine unberührte Vegetation zu finden, die einen idealen Lebensraum für Kröten, Frösche und Sumpfvögel sowie eine ideale Raststation für Zugvögel bietet.
  • An der Via Aurelia sind die Überreste der antiken Post- und Raststation "Statua" zwischen Rom und Civitavecchia zu finden, die bis ins Mittelalter frequentiert wurde. Auf den Überresten wurde im 13. Jahrhundert eine kleine Festung, das Castrum Statua gebaut. In der Umgebung finden sich noch Überreste einer mittelalterlichen Brücke, einer Villa und stellenweise große Steinblöcke des Bodenbelages der Via Aurelia antica.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ladispoli ist ein landwirtschaftliche Zentrum. Berühmt ist der Ort für den Anbau von Artischocken. In der dritten Aprilwoche findet jeweils die Sagra del Carciofo, das Artischockenfest statt.

Filmografie[Bearbeiten]

Folgende Filme wurden in Ladispoli gedreht:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ladispoli – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Italienischer Zivilschutz
  3. Information des Innenministeriums, abgerufen am 23. Mai 2012