Olszyna

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Olszyna
Wappen von Olszyna
Olszyna (Polen)
Olszyna
Olszyna
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Lubań
Fläche: 20,26 km²
Geographische Lage: 51° 4′ N, 15° 23′ O51.06666666666715.388888888889Koordinaten: 51° 4′ 0″ N, 15° 23′ 20″ O
Einwohner: 4474
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 59-830
Telefonvorwahl: (+48) 75
Kfz-Kennzeichen: DLB
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK30 LubańGryfów Śląski
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 9 Schulzenämter
Fläche: 47,16 km²
Einwohner: 6625
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0210053
Verwaltung (Stand: 2008)
Bürgermeister: Leszek Leśko
Adresse: Wolności 6
59-830 Olszyna
Webpräsenz: www.olszyna.pl/

Olszyna (deutsch: Mittel Langenöls, 1937–1945 Langenöls) ist eine Stadt im Powiat Lubański in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie liegt südöstlich der Stadt Lubań und ist Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde. Am 1. Januar 2005 erhielt Olszyna das Stadtrecht.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Ansiedlungen durch Deutsche erfolgten wahrscheinlich um die Mitte des 13. Jahrhunderts. Es ist nicht bekannt, ob eine möglicherweise in der Nähe der heutigen Ortschaft befindliche slawische Ansiedlung älter war. Das Gebiet war dicht bewaldet; die ersten Rodungen wurden für einen Hof der Herren von Uechtritz, den Eichhof, vorgenommen. Um diesen Hof entwickelte sich nachfolgend die Ortschaft. Um 1300 war die Gemarkung etwa 2500 ha groß.

„Olsna“ wurde 1254 erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte damals zum Herzogtum Liegnitz und gelangte bei dessen Teilung 1274 an das Herzogtum Jauer. Für das Jahr 1314 ist eine Kirche belegt. 1319 schlossen der böhmische König Johann von Luxemburg und Herzog Heinrich I. von Jauer in „Olsna“ einen Vertrag über die Gebietszugehörigkeit. Böhmen erhielt demnach die Mark Bautzen, Herzog Heinrich II. die Ost-Oberlausitz mit dem Queiskreis.

Nach dem kinderlosen Tod des Herzogs Bolko II. fiel Langenöls zusammen mit dem Herzogtum Schweidnitz-Jauer erbrechtlich an die Krone Böhmen, wobei der Herzoginwitwe Agnes von Habsburg ein lebenslanger Nießbrauch zustand. Erst nach ihrem Tod 1392 konnte der böhmische König Wenzel, der ein Sohn von Bolkos II. Nichte Anna von Schweidnitz war, das Erbe des nun böhmischen Erbfürstentums Schweidnitz-Jauer antreten.

1368 wurde die Leinenweberei und ein umfangreicher Leinenhandel nachgewiesen, wodurch Langenöls zu den ältesten Industriedörfern Schlesiens zählte.

Während der Hussitenkriege wurde Langenöls 1426 und 1431 zerstört und die Bevölkerung stark dezimiert. 1523 trat die Gemeinde geschlossen zum evangelischen Glauben über. Auch im Dreißigjährigen Krieg kam es zu Zerstörungen und Bevölkerungsverlust. 1629 forderten sowohl die Auswirkungen der Kämpfe als auch die Pest besonders viele Opfer. Ab 1654 konnte die evangelische Gemeinde infolge der Rekatholisierung keine Gottesdienste mehr in ihrer Kirche abhalten, ab 1666 war auch Schulunterricht verboten. 1707 schuf der Altranstädter Vertrag erste Abhilfe, doch erst mit dem Übergang an Preußen nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 wurden unter Friedrich dem Großen eine evangelische Schule und ein evangelisches Gotteshaus errichtet.

1746 verließ die Familie Uechtritz Langenöls; es folgten mehrere Besitzerwechsel der großen Güter.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges fanden auch in unmittelbarer Umgebung des Ortes Kampfhandlungen statt. Am 13. Februar 1945 wurden Alte, Frauen und Kinder evakuiert. Als Folge des Kriegs fiel Langenöls 1945 an Polen und wurde in Olszyna umbenannt. Die deutsche Bevölkerung - über 3100 Personen - wurde im Juni 1946 zwangsweise ausgesiedelt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Ort war ursprünglich landwirtschaftlich geprägt und entwickelte sich um die Höfe Eichgut, Mittelgut, Niedergut und Obergut der Herren von Uechtritz sowie das zwischen 1700 und 1705 errichtete Schlossgut herum. Langenöls ist aber auch eines der ältesten Weberdörfer Schlesiens. Ein erster Hinweis auf Leineweberei stammt aus dem Jahr 1368. In der Zeit der Industrialisierung wurden in Langenöls noch Taschentücher produziert.

Nach der Entdeckung von Braunkohlefeldern wurde 1846 die Heinrichsgrube eröffnet und 1867 eine Brikettfabrik. 1872 förderte die Grube eine halbe Million Tonnen mit 250 Beschäftigten. 1881 wurden 18 Millionen Briketts fabriziert. Allerdings musste der Braunkohleabbau wegen Erschöpfung der Flöze 1886 aufgegeben werden.

Mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz an der Linie GörlitzGreifenbergHirschberg im Jahre 1866 erfolgte eine deutliche Zunahme der Industrialisierung. Weitere Industriezweige waren Ziegeleien und eine Ofen(kachel)fabrik, in denen die rote Tonerde der Umgebung verarbeitet wurde. Sehr erfolgreich arbeiteten ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Möbelfabriken Robert Ruscheweyh und August Hainke. Sie beschäftigten 1927 rd. 1250 Mitarbeiter.

Seit 1858 war Langenöls an eine Telegraphenlinie angeschlossen; in den 1920er Jahren wurde das Telefonnetz auf Selbstwähldienst umgestellt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche St. Joseph wurde 1897 als evangelisches Gotteshaus an der Stelle eines Vorgängerbaus von 1743 errichtet. Der barocke Hauptaltar stammt aus dem 18. Jahrhundert, die neugotische Innenausstattung aus dem 19./20. Jahrhundert. Seit 1946 dient die Kirche als katholisches Gotteshaus.
  • Die erstmals 1314 erwähnte Kirche der Hl. Kreuzerhöhung wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts neu errichtet und 1709–1711 erweitert. Die floralen Malereien der Flachdecke stammen aus dem Jahr 1614. Der Hauptaltar im Stil des Späbarocks wurde im 18./19. Jahrhundert geschaffen.
  • Das zweigeschossige Schloss Langenöls wurde um 1860 von der Familie Ackermann im Stil der Neorenaissance errichtet.
  • Das Gutshaus (ehemals Eichgut) wurde 1794 für die Familie von Schmettow errichtet und Anfang des 20. Jahrhunderts modernisiert.
  • Das ehemalige Wohnhaus für Gutsbedienstete in Ober Langenöls (Olszyna Górna) wurde nach 1869 an der Stelle eines Jagdhauses des Grafen von Schmettow errichtet und im 19./20. Jahrhundert zum Wirtschaftshof umgebaut. Bis 1945 diente es als touristische Herberge.
  • Das Schloss in Nieder Langenöls (Olszyna Dolna) war ursprünglich ein Gutshaus aus dem 17. Jahrhundert. Es wurde 1830–1845 für Graf de Pourtalès zu einem Schloss im Stil des Spätklassizismus ausgebaut. In den 1880er Jahren erfolgte ein Umbau im Stil der Neorenaissance.

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde hat neben der Stadt Olszyna weitere neun Ortsteile[2] (deutsche Namen bis 1945)[3] mit einem Schulzenamt:

  • Biedrzychowice (Friedersdorf)
  • Bożkowice (Eckersdorf)
  • Grodnica (Gieshübel)
  • Kałużna (Steinbach)
  • Karłowice (Neu Warnsdorf)
  • Krzewie Małe (Klein Stöckigt)
  • Nowa Świdnica (Neu Schweinitz)
  • Olszyna Dolna (Nieder Langenöls)
  • Zapusta (Vogelsdorf)

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Olszyna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. Sołectwa i Sołtysi Gminy Olszyna
  3. Das Genealogische Orts-Verzeichnis