Org-mode

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Org-mode
Org-mode Logo
Maintainer Carsten Dominik
Erscheinungsjahr 2003
Aktuelle Version 8.2.3c
(November 2013)
Betriebssystem plattformunabhängig (Emacs)
Programmier­sprache Emacs Lisp
Kategorie Notizbuch, Tabellenkalkulation, Personal Information Manager
Lizenz GPL
http://orgmode.org

Org-mode ist ein Programm für den freien Texteditor Emacs, das dazu dient, Notizen zu sammeln, Texte zu entwerfen und sie bei Bedarf auch zu veröffentlichen. Dazu hält dieser Editiermodus auch Funktionen zur Projektplanung und Aufgabenverwaltung bereit. Alle Inhalte werden in reinem Text erfasst und mit einer eigenen vereinfachten Auszeichnungssprache versehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglicher Autor von Org-mode war Carsten Dominik, der im Jahr 2003 mit der Entwicklung begann.[1] Das Projekt wurde von Januar 2011 bis Anfang 2013 von Bastien Guerry geleitet.[2] Mit Version 8.0 im April 2013 trat Bastien Guerry als Maintainer zurück und Carsten Dominik übernahm abermals die Leitung des Projekts.[3] Org-mode wurde erstmals in Emacs 22 offiziell aufgenommen.[4]

Ziel war es vor allem, einen Editier-Modus (Major mode) für Emacs zu entwickeln, mit dem es möglich ist, Notizen für die wissenschaftliche Arbeit, die als reiner Text vorliegen, einzugeben, sie zu „organisieren“ (daher der Name Org-mode) und diese gleichzeitig mit Features für das Projektmanagement zu kombinieren.[1]

Der ältere Outline mode in Emacs erschien Dominik hierfür unzureichend, weil er zu sehr an einer Gliederung mit Überschriften orientiert war und Listen nicht unterstützte. Außerdem erschienen ihm die Tastaturkürzel zu schwer erinnerlich. Er stellte sich eine Benutzerschnittstelle vor, bei der die Befehle in einem Zyklus durchgeschaltet werden können.[1] Außerdem sollte es möglich sein, die Gliederung der Notizen umzustrukturieren.[1]

Funktionen[Bearbeiten]

Org-mode macht Emacs zu einem Gliederungseditor (englisch: Outliner), der hierarchisch strukturierte Überschriften mit dem dazugehörigen Text einfalten und re-organisieren kann.[5] Gliederungspunkte können mitsamt den Unterpunkten innerhalb einer Liste verschoben werden, sowohl vertikal (innerhalb der Reihenfolge in der Liste) als auch horizontal (hinsichtlich der Gliederungstiefe). Strukturelemente werden farblich hervorgehoben.

Der Text kann in vielfacher Weise formatiert und strukturiert werden (beispielsweise Auszeichnungen für fett/kursiv, Listen, Fußnoten). Auch Hyperlinks zu externen Ressourcen können eingefügt werden. Außerdem ist ein Tabelleneditor enthalten, mit dem man Tabellen in reinem Text flexibel eingeben und auch nachträglich bearbeiten kann. In der Tabelle sind auch einfache Berechnungen möglich.

Jede Notiz kann mit Metadaten versehen werden (Tags, Fristen, Zeitstempel), die der Projektplanung dienen. Eine Agenda-Ansicht kann alle zeitbezogenen Metadaten in Form eines Wochen- oder Tageskalenders anzeigen. Dazu arbeitet Org-mode auf Wunsch auch mit dem Kalender (Calendar) und dem Tagebuch (Diary) von Emacs zusammen.

Org-mode verfügt über mehrere Exportfilter, mit denen ein Papier, das mit dem Modus geschrieben wurde, zur Veröffentlichung nach HTML, DocBook, LaTeX und ODT exportiert werden kann. Präsentationen kann man mit dem Beamer-Paket für LaTeX erstellen. Die Unterstützung für MediaWiki ist experimentell.[6]

Da man Gliederung, Fließtext und Programm-Quelltexte frei miteinander kombinieren kann, ist es möglich, Org-mode auch für Literate programming einzusetzen.[7][8][9][10]

MobileOrg dient als Anbindung an Smartphones und Tablets, die unter iOS und Android[11] laufen. Hierfür stehen freie Apps bereit, die einen Export aus Org-mode offline lesen und bearbeiten können.

Literatur[Bearbeiten]

  • Abhijeet Chavan: Get Organized with Emacs Org-mode. In: Linux Journal. 1. Dezember 2007. Abgerufen am 4. Februar 2012.
  • Carsten Dominik et al.: The Org Mode 7 Reference Manual – Organize your life with GNU Emacs. Gardners Books, Network Theory Ltd. Bristol. 2010. ISBN 978-1906966089 (gedruckte Fassung des Handbuchs zu Org-mode 7.3 vom 26. November 2010).
  • Rainer König: Ordnung ins Chaos mit Org-Mode. In: freiesMagazin. 10/2009. S. 18–25.
  • Eric Schulte, Dan Davison: Active Documents with Org-Mode (PDF; 879 kB). In: Computing in Science & Engineering. May/June 2011. Seiten. 2–9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Carsten Dominik: Emacs Org-mode – a system for note-taking and project planning. GoogleTechTalk. 15. Juli 2008. Abgerufen am 4. Februar 2012.
  2. Maintainer-Wechsel von Carsten Dominik zu Bastien Guerry. In: Mailingliste, 15. November 2010. Abgerufen am 23. Juni 2013.
  3. Maintainer-Wechsel von Bastien Guerry zu Carsten Dominik. In: Mailingliste, 18. April 2013. Abgerufen am 23. Juni 2013.
  4. corbet: Pre-testing Emacs 22. In: lwn.net. 31. Oktober 2006. Abgerufen am 4. Februar 2012.
  5. Die Beschreibung der Funktionen folgt dem Handbuch, das in Emacs über Info verfügbar ist. Onlinefassung: The Org Manual. Version 8.0.3. Abgerufen am 23. Juni 2013.
  6. Bastien Guerry: org-mediawiki.el 0.3a. 2010. Abgerufen am 7. Februar 2012.
  7. Babel: active code in Org-mode. In: Orgmode.de. Worg. Abgerufen am 8. Februar 2012.
  8. How to Use Emacs Org-Babel Mode to Write Literate Programming Document in R Language. In: Orgmode.de. Worg. Abgerufen am 7. Februar 2012.
  9. Andreas Leha, Tim Beißbarth: The Emacs Org-mode: Reproducible Research and Beyond (PDF; 91 kB). Abstract. Universität Warwick. Ohne Datum. Abgerufen am 7. Februar 2012.
  10. Eric Schulte, Dan Davison, Thomas Dye, Carsten Dominik: A Multi-Language Computing Environment for Literate Programming and Reproducible Research. In: Journal of Statistical Software. Vol. 46, Issue 3, Jan 2012. Abgerufen am 11. Februar 2012.
  11. Documentation. Abgerufen am 7. Februar 2012 (Dokumentation der MobileOrg-App für Android auf github.com).