Otakou

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Otakou
Otakou (Neuseeland)
Otakou
Koordinaten 45° 48′ S, 170° 43′ O-45.802777777778170.71055555556Koordinaten: 45° 48′ S, 170° 43′ O
Einwohner 50 (ca. ?)
Region Otago
Distrikt Dunedin

Otakou (in Māori = Der Ort der roten Erde) ist eine historische Māori-Siedlung, die sich im Stadtgebiet von Dunedin, Neuseeland befindet. Die Siedlung liegt geschützt auf der Otago Peninsula, etwa 25 km vom Stadtzentrum Dunedins entfernt, unweit des Taiaroa Head und des Zugangs zum Otago Harbour.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Robbenjäger John Boultbee war wohl der erste Europäer, der die Existenz von Māori-Siedlungen rund um den Otago Harbour in den 1820ern dokumentierte. 1831 kamen dann die Weller Brüder von Sydney herüber und eröffneten am Ufer des Otago Harbour unweit der Siedlung Otakou eine Walfangstation, die als Wellers Rock bekannt wurde.

Am 13. Juni 1840 wurde im Otakou Marae von den Ngai Tahu eine Kopie des vom Kapitän William Hobson gesandten und von Thomas Bunbury überbrachten Treaty of Waitangi unterzeichnet.

Im Juli 1844 kam dann der britische Bauingenieur und Landvermesser Frederick Tuckett zu den Ngai Tahu nach Otakou und kaufte im Auftrage der New Zealand Company 162 Hektar Land, den sogenannten Otago Block, der auch die Siedlung Otakou einschloss, den Ngai Tahu ab und empfahl die Gegend um den Otago Harbour den schottischen Siedlern der Free Church of Scotland als geeignetes Siedlungsgebiet.

Mit der Ankunft der ersten schottischen Siedler im Jahr 1848 in Port Chalmers war der erste große Schritt zur organisierten Besiedlung rund um den Otago Harbour und darüber hinaus getan. Zu dieser Zeit war die Siedlung Otakou schon mit ihrem in den Karten der Siedler verzeichnet. Schnell stellte sich aber heraus, dass der Name Otakou aus der Fehlinterpretation unterschiedlicher Māori-Dialekte entstanden war. Die ersten christlichen Missionare, die in diese Region kamen, kannte nur die Sprache der Māori von der Nordinsel. So wurde der "g"-Laut für ein "k" und der "o"-Laut für ein "ou" gehalten.

Whare Runanga Tamatea (Versammlungshaus) von Otakou
Maori-Kirche von Otakou, 1864 erbaut
Kirche von Otakou, Eröffnungsfeier 1864

Die Siedlung Otakou behielt ihren Namen, wurde aber ungefragt zum Namensgeber für eine ganze Region. Am 26. Dezember 1848 entschied der damalige Gouverneur der Kolonie Neuseeland, Sir George Edward Grey, schließlich den Wünschen der schottischen Siedler zu entsprechen und für das neu erschlossene Siedlungsgebiet, beginnend von der Küste, über Dunedin bis ins Hinterland, den māorischen Namen Otago zu vergeben. Ignoranz oder Unwissenheit musste wohl zu der Namensnennung geführt haben, denn die Māori nennen das gleiche Land in ihrer Sprache noch heute Araiteuru (Kanu von Hawaiki).

Die Siedlung Otakou besteht noch heute und hat ca. 50 Einwohner. Sie liegt auf einem Hügel mit Sicht auf den Zugang zum Otago Harbour und Port Chalmers auf der gegenüberliegenden Seite des Otago Harbours.

In der kleinen Ansiedlung befindet sich auch heute noch die Māori-Kirche, die 1864 von Reverend Johann Friedrich Riemenschneider (1817–1866), einem deutschen Missionar, erbaut wurde und ein Marae (Versammlungsort) mit dem Whare Runanga (Versammlungshaus). Von diesem Ort aus sieht man, dass die Erde dort rot ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • A. H. McLintock, The History of Otago, Otago Centennial Historical Publications, Dunedin, 1949.
  • George Griffiths, Maarire Goodall, Maori Dunedin, Otago Heritage Books, Dunedin, 1980.
  • Peter Entwisle, Behold the Moon, The European Occupation of the Dunedin Destrict 1770–1848, Port Daniel Press, Dunedin, 1998. ISBN 0-473-05591-0
  • Hardwicke Knight: Otago Peninsula - A Local History,Author's Edition, Nr. 113, signierte limitierte Auflage von 200 Exemplaren, Broad Bay, Otago Peninsula, Dunedin, 1978
  • Thomas Arthur Pybus, Maori and Missionary - Early Christian Missions in the South Island of New Zealand, Reed Publishing (NZ) Ltd., Wellington, 1954.

Weblinks[Bearbeiten]