Otto von Diederichs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Otto von Diederichs (* 7. September 1843 in Minden; † 8. März 1918 in Baden-Baden) war ein deutscher Marineoffizier, zuletzt Admiral.

Leben[Bearbeiten]

Diederichs trat am 1. Januar 1862 als Avantgardeur in das Ostpreußische Füsilier-Regiment Nr. 33 der Preußischen Armee ein. Bereits zum 30. Juni 1862 schied er wieder aus dem Militärdienst und fuhr auf verschiedenen Handelsschiffen zur See. Am 6. September 1865 erfolgte sein Eintritt in die Preußische Marine als Offiziersaspirant und Matrose II. Klasse. Zunächst diente er auf den Segelfregatten SMS Niobe und SMS Gefion, bevor er vom 2. November 1866 bis 25. Juni 1867 die Marineschule absolvierte.

1867 wurde Diederichs zum Unterleutnant zur See und 1869 zum Oberleutnant zur See befördert. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 befehligte er das Kanonenboot Natter. Nach dem Krieg besuchte er die Marineakademie, war 1874 bis 1878 bei den Torpedostreitkräften, und wurde dann nach mehreren größeren Einsätzen im Ausland zwischen 1880 und 1890 als Korvettenkapitän und Kapitän Lehrer an der Marineakademie.

Als Oberwerftdirektor in Kiel wurde er 1892 zum Konteradmiral befördert. 1896 wurde er Chef des Stabes beim Oberkommando der Marine und 1897 erhielt er den Oberbefehl über die Kreuzerdivision, bestehend aus der Panzerfregatte SMS Kaiser und den Kleinen Kreuzern SMS Prinzeß Wilhelm und SMS Cormoran, die am 14. November 1897 die Besetzung von Kiautschou vollzog. Daraufhin wurde Diederichs zum Vizeadmiral befördert und zum Chef des Ostasiengeschwaders ernannt. Er nahm an Verhandlungen zu den besonderen Bodenrechten im Kiautschou-Gebiet teil, die den Bodenwucher unterbanden und der Gemeinde einen angemessenen Anteil am Erfolg ihrer Entwicklungsarbeit zusicherte.

Diederichs war zwischen 1900 und 1902 Chef des Admiralstabs der Marine und wurde im Januar 1902 zum Admiral befördert. Am 19. August 1902 wurde er zur Disposition und gleichzeitig à la suite des Seeoffizierkorps gestellt.

Auszeichnungen, Ehrungen[Bearbeiten]

Am 21. November 1898 weihte Prinz Heinrich von Preußen anlässlich der ein Jahr zuvor erfolgten militärischen Besetzung von Kiautschou auf dem gleichzeitig nach Diederichs benannten „Diederichsberg“ in Tsingtau das Denkmal Diederichsstein ein.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dermot Bradley (Hrsg.), Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849–1945. Die militärischen Werdegänge der See-, Ingenieur-, Sanitäts-, Waffen- und Verwaltungsoffiziere im Admiralsrang. Band 1: A–G. Biblio Verlag. Osnabrück 1988. ISBN 3-7648-1499-3. S. 242–244.
  • Joachim Schultz-Naumann: Unter Kaisers Flagge: Deutschlands Schutzgebiete im Pazifik und in China einst und heute. Universitas-Verlag. München 1985. ISBN 380041094X.
  • Terrel D. Gottschall: By Order of the Kaiser. Otto Von Diederichs and the Rise of the Imperial German Navy. 1865-1902. Naval Institute Press. Annapolis 2003. ISBN 1557503095.
  • Deutsches Kolonial-Lexikon. (1920). Band I. S. 457. online Einsehbar

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Torsten Warner: Deutsche Architektur in China. Ernst & Sohn. 1994. ISBN 978-3-433-02429-4. S. 98.

Weblinks[Bearbeiten]