P. J. Proby

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P. J. Proby (* 6. November 1938 als James Marcus Smith in Houston, Texas) ist ein US-amerikanischer Sänger, Songwriter und Schauspieler.

Proby 2007

Leben[Bearbeiten]

Er begann seine Karriere als Filmdarsteller in unzähligen Western-Filmen und in Krimiserien des amerikanischen Fernsehens. 1957 machte Proby als Jett Powers seine ersten Platten. 1958 sang er mit den Mello Kings und danach mit seiner eigenen Band, den Moon Dogs. Ende der 1950er / Anfang der 1960er Jahre verdiente er sich seinen Lebensunterhalt damit, dass er – weil seine Stimme so ähnlich klang – Demobänder für Elvis Presley sang. Außerdem schrieb er Songs für andere Interpreten. Er lernte die ehemalige Verlobte Eddie Cochrans, die Songschreiberin Sharon Sheeley, kennen, die ihm seinen Künstlernamen gab und seine Karriere förderte.

1961 erschien seine erste Single als P. J. Proby in den USA: Try To Forget Her. Sein einziger nennenswerter Erfolg in den USA war die Nummer Niki Hoeky (1966, Platz 23). Sein erfolgreichstes Album hieß I’m P. J. Proby.

Der Manager Jack Good entdeckte dann sein Talent als Sänger und holte ihn 1963 nach Großbritannien. Dort brachte seine Bühnenshow die Mädchen zum kreischen. Dass er auch ein guter Sänger war, wurde dabei meist vergessen. In den Jahren 1964 und 1965 schaffte er sechs Hits; die bekanntesten sind Hold me, Together oder Maria und Somewhere aus der West Side Story.

Das damals noch prüde England reagierte auf seine zu einem Zopf gebundenen, schulterlangen Harre und die hautengen Samthosen empfindlich. Nachdem ihm einmal bei einem Bühnenauftritt die Hose im Schritt aufplatzte, inszenierte er dies danach häufiger und wurde bald aus Auftrittshallen und TV-Sendungen verbannt. Als die für ihn als Amerikaner notwendige Arbeitserlaubnis ablief, wurde sie nicht verlängert. Proby musste England verlassen – und hinterließ noch einen beachtlichen Berg Steuerschulden.

Ende der 1960er Jahre nahm er mit den Musikern, die wenig später Led Zeppelin wurden, die LP Three Week Hero auf. 1971 spielte er mit in Catch My Soul, einer Rock-Oper nach Motiven aus Othello.

1977 stand er in England wieder auf der Bühne. Diesmal spielte er im Musikportrait Elvis – The Musical mit und verkörperte dort Elvis Presley. Er veröffentlichte 1978 eine LP mit der niederländischen Gruppe Focus (Focus Con Proby) und sang in vielen Clubs schnulzige Lieder.

Daneben versuchte er sich seit den 1980er Jahren insbesondere mit Coverversionen. So überraschte er mit eigenen Fassungen von Love Will Tear Us Apart (Joy Division), Tainted Love“ von Soft Cell oder auch Anarchy In the U.K.“ von den Sex Pistols, hatte damit allerdings keinen Erfolg.

Im Jahre 1990 war Proby auf Grund übermäßigen Alkohol-Konsums in einem sehr schlechten Gesundheitszustand. 1991 erlitt er einen Herzinfarkt, von dem er sich nur sehr langsam erholte. Erst 1993 stand er wieder auf der Bühne, in Jack Goods biografischem Musical Good Rockin’ Tonite, in dem er sich selbst darstellte, und 1995 in der Roy Orbison-Tributeshow Only the Lonely. Ende 1996 sang er mit Marc Almond den Cupid’s Inspiration-Hit Yesterday Has Gone.

Im Jahr 1997 tourte Proby mit The Who durch Amerika und spielte The Godfather in der Bühnenversion von Quadrophenia. In den folgenden Jahren war er mit einer Bühnenshow u. a. in Deutschland, Skandinavien und Australien unterwegs, im Jahr 2006 unternahm er eine ausgedehnte Tour durch Großbritannien unter dem Titel „Solid Silver Sixties Show 2006“.

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
Hold Me
  UK 3 1964 (15 Wo.)
Together
  UK 8 1964 (11 Wo.)
Somewhere
  UK 6 1964 (12 Wo.)
I Apologise
  UK 11 1965 ( 8 Wo.)
Let the Water Run Down
  UK 19 1965 ( 8 Wo.)
That Means a Lot
  UK 30 1965 ( 6 Wo.)
Maria
  UK 8 1965 ( 9 Wo.)
You’ve Come Back
  UK 25 1966 ( 7 Wo.)
To Make a Big Man Cry
  UK 34 1966 ( 3 Wo.)
I Can’t Make It Alone
  UK 37 1966 ( 5 Wo.)
Niki Hoeky
  US 23 196710
It’s Your Day Today
  UK 32 1968 ( 5 Wo.)

Alben[Bearbeiten]

  • I Am P. J. Proby (1964)
  • P. J. Proby (1965)
  • P. J. Proby In Town (1965)
  • Enigma (1966)
  • Phenomenon (1967)
  • Believe It Or Not (1968)
  • Three Week Hero (1969)
  • California License (1970)
  • I’m Yours (1972)
  • The Hero (1981)
  • Clown Shoes (1987)
  • Thanks (1991)
  • The Savoy Sessions (1995) (Compilation)
  • Legend (1996)
  • Memories (2003)
  • Live On Stage (2005)

Singles[Bearbeiten]

  • Hold Me (1964)
  • Together (1964)
  • Somewhere (1964)
  • I Apologise (1965)
  • Let The Water Run Down (1965)
  • That Means A Lot (1965)
  • Maria (1965)
  • You’ve Come Back (1966)
  • To Make A Big Man Cry (1966)
  • I Can’t Make It Alone (1966)
  • It’s Your Day Today (1968)
  • Stage Of Fools (1990)
  • Yesterday Has Gone (1996)

Weblinks[Bearbeiten]