Palais Schaumburg (Band)

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Palais Schaumburg
Gründung: 1980
Auflösung: 1984
Genre: Neue Deutsche Welle
Gründungsmitglieder
Gesang, Gitarre: Holger Hiller (bis 1981)
Synthesizer, Trompete: Thomas Fehlmann
Schlagzeug: FM Einheit (bis 1981)
Weitere Mitglieder
Bass: Chris Lunch (1980)
Bass: Timo Blunck (1981-1983)
Schlagzeug, Gesang: Ralf Hertwig (Schlagzeug 1981-1983,
Gesang ab 1983)
Gesang: Walter Thielsch (1982-1983)
Vibraphon, Klavier, Posaune: Stefan Bauer (1982-1983)
Schlagzeug: Moritz von Oswald (1983)

Palais Schaumburg war eine 1980 in Hamburg gegründete Rockgruppe der Neuen Deutsche Welle (NDW). Sie nannte sich nach der Residenz Palais Schaumburg des Bundeskanzlers in Bonn. Ihr Stil zeichnete sich durch eine am Funk orientierte Rhythmusgruppe (Bass, Schlagzeug) sowie einen an Kinderlieder erinnernden atonalen Gesang aus.

Bandgeschichte und Stil[Bearbeiten]

Beeinflusst von der amerikanischen Avantgarde-Band The Residents versuchte sich Palais Schaumburg an einer neuen Art avantgardistischer „Tanzmusik“. Die Gruppe benutzte den Text der Kinderoper „Wir bauen eine Stadt“ von Paul Hindemith für ihren bekanntesten Song und lehnte sich stark am Dadaismus an. Typische Zeilen waren:

Wir liegen im Bett
Der Mast hat mich am Kopf getroffen
Der Mast hat mich am Kopf
Wir fegen den Wald
Morgen wird der Wald gefegt
Grauer Wolf gehenkt
Grauer Wolf[1]

Zur Erstbesetzung gehörten neben Holger Hiller und Thomas Fehlmann u. a. auch FM Einheit (Abwärts, Einstürzende Neubauten), der die Gruppe jedoch Mitte 1981 verließ. Nach zwei im Selbstverlag herausgebrachten Singles bekam die Gruppe einen Plattenvertrag bei einem großen Label - ein Beispiel von vielen, wo sich die Musikindustrie breit aufstellte und auch NDW-Gruppen vertraglich band, die nicht den Mainstream bedienten. Palais Schaumburg kam nie über den Geheimtipp-Status hinaus. Innerhalb der Szene nahm Palais Schaumburg die Rolle der unterkühlten intellektuellen Tanzmusik aus Hamburg ein und bildete damit einen Kontrast zu stärker am Punk orientierten Gruppen wie den Fehlfarben aus Düsseldorf und Ideal aus Berlin, die ironisch mit Motiven des Schlagers spielte. Nach der Debüt-LP verließ Hiller die Band, um eine Solokarriere zu starten. Mit seinem Nachfolger Walther Thielsch entstand das Album „Lupa“, das eine Mischung aus Funk, lateinamerikanischen Klängen und Avantgarde bot.

Nach längerer Pause versuchte die zum Trio geschrumpfte Formation mit dem englischsprachigen „Parlez-Vous Schaumburg“ einen Neuanfang, produziert von der NDW-Sängerin Inga Humpe. Der Erfolg blieb aus, man trennte sich wieder. Seit 2011 finden sich Palais Schaumburg (in der Urbesetzung Hiller, Blunck, Fehlmann, Hertwig) wieder zu vereinzelten Konzertauftritten zusammen.[2]

Diskografie[Bearbeiten]

Singles[Bearbeiten]

  • Rote Lichter, 1981
  • Telephon, 1981
  • Wir bauen eine neue Stadt, 1981
  • Goldene Madonna, 1982
  • Lupa (Promo), 1982
  • Hockey, 1983
  • Beat of 2, 1984
  • Name The Cats, 1984
  • Easy Go, 1984

Alben[Bearbeiten]

  • Das Single Kabinett, 1981 MLP
  • Palais Schaumburg, 1981
  • Lupa, 1982
  • Parlez-Vous Schaumburg, 1984

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Morgen wird der Wald gefegt aus dem Debütalbum Palais Schaumburg, Phonogramm 1981. Das in Rot-Schwarz gehaltene Coverfoto stammt von Michael von Gimbut. Das Album hat David Cunningham im Hafenklangstudio Hamburg produziert.
  2. Neue Auftritte zum Beispiel im Rahmen der c/o pop Köln am 23. Juni 2012 im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks oder am 24. Juni 2012 beim „Lüften“-Festival in Frankfurt/M..