Patricio Guzmán

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Patricio Guzmán Lozanes (* 11. August 1941 in Santiago de Chile, in Chile) ist ein Regisseur und Produzent von Dokumentarfilmen.

Leben[Bearbeiten]

Guzmàn begeisterte sich bereits als Jugendlicher für Dokumentarfilme. Filme von Louis Malle, Frédéric Rossif und Chris Marker beeinflussten ihn. Er studierte Anfang der 1960er Jahre an der Universidad de Chile Geschichte und Philosophie und in den Jahren 1963 bis 1966 am Filminstitut der Katholischen Universität von Chile. Danach ging er nach Madrid und schloss dort an der Escuela Oficial de Cine mit der Prüfung als Filmregisseur ab.

Nach seiner Rückkehr nach Chile wurde er Direktor der Werkstatt für Dokumentalfilme von Chile-Films. Seinen Film über das erste Regierungsjahr von Salvador Allende stellte er 1971 fertig. Der Film wurde in ganz Chile gezeigt. Er begann 1972 mit dem Filmen seiner Trilogie über Allendes letztes Jahr. Nach dem Putsch der Streitkräfte am 11. September 1973 wurde Guzmán für 15 Tage im Nationalstadion in Santiago de Chile festgehalten. Da Guzmán auch die spanische Staatsbürgerschaft besaß, konnte er mit den fertiggestellten Filmrollen für die 4 1/2 stündige Trilogie La Batalla de Chile nach Spanien ausreisen. Mit Hilfe des kubanischen Filminstituts ICAIC konnte der Film in Kuba fertiggestellt und geschnitten werden.

Guzmáns weiteres Filmschaffen befasst sich weiterhin mit Themen seiner Heimat. Im Jahre 1997 gründete er das Internationale Dokumentarfilm-Festival in Santiago de Chile. In den Jahren 1997 - 2006 war er der Direktor des Festivals.

Guzmán lebt in Paris mit Renate Sachse zusammen und hat zwei Töchter, Andrea und Camila, die auch Filme machen und ab und zu an seinen Filmen mitarbeiten.

Sein jüngster Film hatte seine Premiere auf dem Cannes Film Festival im Mai 2010.[1] Er wird von vielen Rezensenten gelobt. Zum Beispiel schrieb Die Zeit:

„Der faszinierende Dokumentarfilm "Nostalgia de la luz" ist die Summe des Lebenswerks von Patricio Guzmán. .. Dokumentarfilm .. , der sich – meisterliche Summe eines gewichtigen Lebenswerks – die großen Lebensfragen nach dem Woher, Warum und Wohin stellt.[2]

Filmographie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1967: Kurzfilm: Electroshow, Preis auf dem Festival Latinamericano de Viña del Mar, Chile.
  • 1968: La Tortura y otras formas de diálogo
  • 1969: El Paraíso ortopédico, Preis auf dem Dokumentar- und Kurzfilm-Festival in Bilbao, Spanien
  • 1971: Primer Año, FIPRESCI-Preis auf dem Filmfestival Mannheim-Heidelberg 1973
  • 1972: La Respuesta de octubre
  • 1975: La Batalla de Chile: La Insurrección de la burguesia, deutsch: Der Aufstand der Bourgeoisie.
  • 1977: La Batalla de Chile: El golpe de estado, deutsch: Der Staatsstreich.
  • 1979: La Batalla de Chile: El poder popular, Die Macht des Volkes.
  • 1983: Rosa de los vientos
  • 1987: El nombre de Dios, Grand Prix auf dem Festivale dei Popoli 1987 in Florenz
  • 1992: La Cruz del Sur, Grand Prix auf dem Festival sur les Docs, 1992 Marseille
  • 1995: Pueblo en vilo (Dorf im Stillstand)
  • 1997: Chile, la memoria obstinada, Grand Prix auf dem Festival von Tel Aviv 1999
  • 1999: La Isla de Robinson Crusoe
  • 2000: Invocación
  • 2001: Le Cas Pinochet, Wettbewerb in Cannes 2002
  • 2002: Madrid
  • 2004: Salvador Allende, Wettbewerb in Cannes 2004, Preis Goya 2005, 100min.
  • 2005: Fernsehfilm: Mi Julio Verne - Mon Jules Verne
  • 2010: Nostalgia de la Luz - Nostalgie des Lichts, Europäischer Filmpreis/Bester Dokumentarfilm (Prix ARTE)

Literatur[Bearbeiten]

  • Patricio Guzmán: La Insurrección de la burguesia, Colección Cine Rocinante, Caracas, Venezuela 1975
  • Guión metodo de trabajo de la Batalla de Chile, Colección Hiperión, Editorial Ayuso, Madrid 1977
  • Pedro Sempere (Hrsg.)/ Patricio Guzmán: Chile: El Cine contra el Fascismo, Fernando Torres - Editor, Valencia 1977 ISBN 84-7366-095-1
  • Jorge Rufinelli: Patricio Guzmán, Cátedra/Filmoteca Española, Collección Signo e Imagen/Cineastas Latinoamericanos, Madrid 2001 ISBN 84-376-1903-3
  • Jorge Ruffinelli: El cine de Patricio Guzmán - En busca de las imágines verdaderas, Uqbar Editores, Santiago de Chile 2008 ISBN 978-956-8601-23-2
  • Bibliothek des Widerstands: Band 7, Die Schlacht um Chile mit Texten von Francisco Letelier, Thomás Moulian und Régis Debray, mit dem gesamten Filmskript des Regisseurs und zusätzlichen Erläuterungen aus dem Jahre 2010, sowie der DVD mit den drei Filmen; Laika Verlag, Hamburg 2011 ISBN 978-3-942281-76-8

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. www.moviemaze.de
  2. zeit.de 23. Dezember 2010 (Silvia Hallensleben): Blick in ferne Galaxien