Régis Debray

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Régis Debray, um 1970

Régis Debray (* 2. September 1940 in Paris) ist ein französischer Philosoph, Journalist, Schriftsteller, Professor und Kampfgenosse Che Guevaras.

Leben[Bearbeiten]

Régis Debray studierte Philosophie bei Louis Althusser und zog mit Che Guevara in den Guerilla-Krieg. 1967 wurde er in Bolivien gefangengenommen und zu 30 Jahren Haft verurteilt. Nach Intervention der französischen Regierung wurde Debray, Sohn einer einflussreichen Familie, während der kurzen Regierungszeit des linksgerichteten Generals Juan José Torres am 23. Dezember 1970[1] nach drei Jahren in bolivianischen Gefängnissen freigelassen. Danach zählte er zum Freundes- und Beraterkreis des chilenischen Präsidenten Salvador Allende, über den und dessen Politik er später auch in Büchern und Schriften schrieb. Nach Allendes Sturz kehrte er in seine Heimat Frankreich zurück und verarbeitete zunächst seine Erfahrungen in Lateinamerika in zahlreichen revolutionstheoretischen Werken (Revolution in der Revolution, Kritik der Waffen), aber auch mit Romanen wie etwa L’indésirable oder La neige brûle (dt. Ein Leben für ein Leben), mit dem er der in Bolivien umgekommenen deutschen Guerillakämpferin Monika Ertl ein literarisches Denkmal setzte und für den er 1977 den renommierten Prix Fémina erhielt.

Umstritten ist, ob die späteren R.A.F.-Mitbegründer Gudrun Ensslin und Andreas Baader Unterschlupf in Debrays Pariser Wohnung fanden. Sein Einfluss auf die deutsche Neue Linke wurde durch die schnelle Übersetzung seines „guevaristischen“ Buches Revolution in der Revolution bei Trikont in München (1967) gewährleistet, der Einfluss dieses Buches wird auch durch den Studentenfilm Wie baue ich einen Molotow-Cocktail? des späteren RAF-Mitgliedes Holger Meins dokumentiert.

In den 80er Jahren war Debray Berater des französischen Präsidenten François Mitterrand für außenpolitische Fragen. Unter Jacques Chirac gehörte er einer Kommission an, die sich mit religiösen Symbolen im Schulwesen befasste und ein Schleierverbot in den Schulen empfahl.

Wissenschaftsgeschichtlich ist seine Begründung der Mediologie von Bedeutung, die er seit den 90er Jahren als umfassende Medientheorie entwickelt und propagiert. Anders als technikgeschichtliche oder anthropologisch zentrierte Medientheorien konzentriert diese sich vor allem auf die vielfältigen, auch vorelektrischen Methoden der transmission oder Übertragung.

Im Mai 2010 erschien bei Flammarion in Paris sein israelkritisches Buch À un ami israélien mit einer Antwort von Elie Barnavi, Historiker und ehemaliger israelischer Botschafter in Frankreich.

Régis Debray ist seit 2011 Mitglied der Académie Goncourt. 2013 wurde er mit dem Manès-Sperber-Preis ausgezeichnet.[2]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1999, 2007 Jenseits der Bilder. Eine Geschichte der Bildbetrachtung im Abendland. Avinus Verlag, Rodenbach (Original: Vie et mort de l’image. Une histoire du regard en Occident. Gallimard, Paris 1992)
  • 2003 Einführung in die Mediologie. Haupt, Bern. ISBN 978-3-930064-79-3
  • 2003 Brief aus Amerika. In: Lettre International, Ausgabe 60, Frühjahr 2003
  • 2011 Brief an einen israelischen Freund. Laika-Verlag, Hamburg. ISBN 978-3-942281-03-4 (Original: À un ami israélien: Avec une réponse d’Elie Barnavi. Flammarion, Paris 2010)
  • 2013 Abendland. Ein Befund. In: Lettre International, Ausgabe 101, Sommer 2013 Textauszug
  • 2013 Normale Geheimnisse. In: Lettre International, Ausgabe 102, Herbst 2013 Textauszug

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Régis Debray – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Auszug aus dem Buch Fidel Castro. Mein Leben, erschienen im Rotbuch Verlag (PDF; 355 kB), abgefragt am 22. Dezember 2010
  2. derstandard.at vom 11. Dez. 2013