Paul Fleming

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Paul Fleming (Frontispiz zu Teütsche Poemata, 1642)
Das Geburtshaus Paul Flemings in Hartenstein
Gedenktafel am Geburtshaus
Das Paul-Fleming-Denkmal in Hartenstein

Paul Fleming (* 5. Oktober 1609 in Hartenstein; † 2. April 1640 in Hamburg) war ein deutscher Arzt und Schriftsteller. Paul Fleming gilt als einer der bedeutendsten Lyriker des deutschen Barock.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Fleming war der Sohn des Stadtpastors Abraham Fleming von Hartenstein. Von seinem Vater erhielt er den ersten Unterricht. Anschließend besuchte er zunächst die Schule in Mittweida und wurde im Alter von 14 Jahren 1623 von Johann Hermann Schein in die Leipziger Thomasschule aufgenommen. 1628 immatrikulierte er sich an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und schloss das Studium 1633 mit dem Magistergrad ab. 1629 schloss er mit seinem Studienkameraden Georg Gloger (1603–1631) Bekanntschaft, mit dem er bis zu dessen Tod freundschaftlich verbunden blieb. Gloger wies Fleming auf das Buch von der Deutschen Poeterey von Martin Opitz hin. Opitz wurde zum Leitstern für Fleming.[1] 1631 wurde er zum Poeta laureatus gekrönt (vgl. die Umschrift des gezeigten Porträts: PHIL.[osophiae] et MED.[icinae] D:[octor] et P.[oeta] L.[aureatus]).

Auf Einladung von Adam Olearius ging Fleming 1633 nach Holstein, wo Herzog Friedrich von Holstein-Gottorf ihn engagierte, als Hofjunker, Arzt und Truchsess seine Gesandtschaft nach Russland zu begleiten. Anfang August 1634 erreichte die Reisegruppe die russische Hauptstadt Moskau. Ein Teil der Gesandtschaft kehrte im April 1635 nach Gottorp zurück, während Fleming mit dem Rest in Reval (heute Tallinn) verweilte.

Im Oktober desselben Jahres reiste Fleming mit der Gesandtschaft des Herzogs von Gottorf unter Leitung von Adam Olearius und Otto Brüggemann nach Persien. Im August 1637 erreichten sie Isfahan und blieben dort bis 1639. Schon auf der Rückreise aus Russland 1635 lernte er in Reval die drei Töchter der Kaufmannsfamilie Niehusen kennen. In seinem Gedicht an Elsabe Niehusen „Ein getreues Hertze wissen“ betonte er den Wert der Treue für die menschliche Selbstbehauptung. 1639 verlobte sich Fleming mit Anna Niehusen, der jüngeren Schwester Elsabes, nachdem Elsabe 1637 einen anderen geheiratet hatte.

In Verfolgung seiner beruflichen Karriere erwarb Fleming 1640 an der Universität Leiden die medizinische Doktorwürde und beabsichtigte, nach Reval zu gehen, um sich dort als Arzt niederzulassen. Auf dem Weg dorthin starb Paul Fleming im Alter von 30 Jahren in Hamburg an einer Lungenentzündung. Er wurde in der Hauptkirche St. Katharinen bestattet, wo sich sein Grabstein bis heute erhalten hat.

David Pohle (1624–1695) vertonte 12 Arien auf Texte aus Flemings 5. Odenbuch. Johann Sebastian Bach schrieb 1734 eine Choralkantate über ein Kirchenlied Flemings, das zu Beginn der gefahrvollen Reise nach Moskau entstand, In allen meinen Taten, BWV 97. Bach verwendete einzelne Strophen des Liedes in anderen Kantaten.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Klagegedichte über … Leiden und Tod Jesu Christi (1632).
  • Poetischer Gedichten … Prodomus (1641).
  • Teutsche Poemata (1646); ab 1651 unter dem Titel Geist- und Weltliche Poemata.
  • Im Evangelischen Gesangbuch ist ein Lied (EG 368) von Paul Fleming abgedruckt: „In allen meinen Taten“.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Paul Fleming – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stefan Altner, Paul Fleming, Medicin Doctor und Poeta Laureatus Caesareus – Zum 400. Geburtstag, Leipziger Blätter Nr. 55, Oktober 2009, ISSN 0232-7244, S. 78.