Friedrich III. (Schleswig-Holstein-Gottorf)

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Herzog Friedrich III. von Jürgen Ovens
Herzog Friedrich III.

Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf (* 22. Dezember 1597 in Gottorf; † 10. August 1659 in Tönning) war von 1616 bis 1659 Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf.

Außenpolitik[Bearbeiten]

Friedrich hatte die schwierige Aufgabe, sein weit verstreutes Land durch den Dreißigjährigen Krieg zu führen. Er versuchte es durch eine Politik der Neutralität, was in der Praxis eine Abkehr von Dänemark und eine Hinwendung zu Schweden bedeutete. So verheiratete er 1654 seine Tochter Hedwig Eleonora von Schleswig-Holstein-Gottorf mit dem schwedischen König Karl X. Gustav. Da später mit dem Großen Nordischen Krieg die schwedische Großmachtpolitik scheiterte, führte Friedrichs Anlehnung an Schweden zur Schwächung des Hauses Schleswig-Holstein-Gottorf und letztlich dem Verlust seiner Anteile am Herzogtum Schleswig. Friedrich selbst starb in dem vom dänischen König Friedrich III. belagerten Schloss Tönning.

Friedrich hatte ehrgeizige Pläne mit seinem Land. So suchte er Anschluss an den sich entwickelnden Überseehandel. Zu diesem Zweck gründete er 1621 Friedrichstadt im heutigen Kreis Nordfriesland, nach dem Vorbild des 1617 von Christian IV. an der Unterelbe gegründeten Glückstadt.

Brüggemann-Expedition[Bearbeiten]

Außerdem versuchte er eine Handelsroute nach Russland und Persien zu finden, die nicht um Afrika herum führte. Aus diesem Grund entsandte er am 6. November 1633 von Hamburg aus eine Expedition nach Moskau. Die Leitung hatten der Kaufmann Otto Brüggemann und der herzogliche Rat Philipp Crusius. Sekretär der 34 Personen umfassenden Expedition war Adam Olearius. Am 14. August 1634 traf die Delegation in Moskau ein. Zwar gelang es nicht, mit Zar Michael I. ein Handelsabkommen zu schließen, doch wurde sofort nach der Rückkehr der Delegation am 6. April 1635 nach Schloss Gottorf mit der Vorbereitung der nächsten Expedition begonnen.

Diese sollte an den Persischen Hof nach Isfahan führen. Die Leitung lag wieder in den Händen von Brüggemann. Mitglieder der Delegation waren, neben dem Sekretär Olearius, unter anderem Johann Albrecht von Mandelslo, Hans Christoph von Uechtritz und Paul Fleming. Am 22. Oktober 1635 begann die Reise in Hamburg. Über Moskau und nach einem Schiffbruch im Kaspischen Meer erreichte die Expedition am 3. August 1637 Isfahan.

Aufgrund des selbstherrlichen Verhaltens der Mitglieder der Delegation wurde die Reise ein totaler Fehlschlag. Am 21. Dezember musste die Expedition unverrichteter Dinge wieder abziehen. Am 1. August 1639 erreichte sie wieder Gottorf. Der Leiter Brüggemann wurde alleine für das Scheitern verantwortlich gemacht, des groben Amtsmissbrauchs angeklagt und zum Tode verurteilt. Die öffentliche Hinrichtung erfolgte am 5. Mai 1640. Mit Brüggemann waren auch Friedrichs Handelspläne beerdigt.

Kultur[Bearbeiten]

Erfolgreicher war Friedrich als Förderer von Wissenschaft, Kunst und Kultur. So ließ er den Gottorfer Riesenglobus konstruieren und beschäftigte den Rembrandt-Schüler Jürgen Ovens sowie Hans Gudewerth den Jüngeren, den bedeutendsten Bildschnitzer des 17. Jahrhunderts im norddeutschen Raum. Die Pflanzungen seines Neuwerk-Gartens am Gottorfer Schloss ließ Friedrich III. im Gottorfer Codex durch den Hamburger Blumenmaler Hans Simon Holtzbecker katalogisieren. Berühmt waren die Sammlungen seiner Kunstkammer und seine umfangreiche Bibliothek. Er machte Schloss Gottorf zum bedeutendsten Kulturzentrum des Nordens und bereitete die Gründung einer nordischen Universität vor, die sein Sohn Christian Albrecht in Kiel 1665 vollendete.

Am 3. September 1642 nahm Ludwig I. von Anhalt-Köthen Friedrich III. mit dem Gesellschaftsnamen Der Hochgeachtete in die Fruchtbringende Gesellschaft auf

Familie[Bearbeiten]

Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf war der erstgeborene Sohn von Johann Adolf und Augusta, Tochter von König Friedrich II. von Dänemark. Er übernahm 1616 von seinem Vater das Herzogtum. Nach seinem eigenen Tod übernahm sein Sohn Christian Albrecht das Herzogtum.

Nachkommen[Bearbeiten]

Er heiratete am 21. Februar 1630 in Dresden Maria Elisabeth von Sachsen, die Tochter von Johann Georg I. von Sachsen. Sie hatten zusammen 16 Kinder:

  1. Sophie Auguste von Schleswig-Holstein-Gottorf (* 1630; † 1680); ∞ 1649 Fürst Johann von Anhalt (* 1621, † 1667)
  2. Magdalena Sibylla von Schleswig-Holstein-Gottorf (* 1631; † 1719); ∞ 1654 Herzog Gustav Adolf von Mecklenburg-Güstrow (* 1633, † 1695)
  3. Johann Adolf (* 1632, † 1633), Erbprinz
  4. Marie Elisabeth (* 1634; † 1665); ∞ 1650 Ludwig VI. von Hessen-Darmstadt (* 1630; † 1678)
  5. Friedrich (* 1635; † 1654), Erbprinz
  6. Hedwig Eleonora von Schleswig-Holstein-Gottorf (* 1636; † 1715); ∞ 1654 Karl X. Gustav von Schweden (* 1622; † 1660)
  7. Adolf Gustav (*/† 1637)
  8. Johann Georg von Schleswig-Holstein-Gottorf (* 1638; † 1655), Erbprinz
  9. Anna Dorothea von Schleswig-Holstein-Gottorf (* 1640; † 1713)
  10. Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf (* 1641; † 1695), Herzog von Gottorf und Fürstbischof von Lübeck; ∞ 1667 Friederike Amalie, Tochter von König Friedrich III. (* 1649; † 1704)
  11. Gustav Ulrich (* 1642; † 1642)
  12. Christine Sabine (* 1643; † 1644)
  13. August Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf (* 1646; † 1705) 1666 Fürstbischof von Lübeck; ∞ 1676 Christine, Tochter des Herzogs August von Sachsen-Weißenfels (* 1656; † 1698)
  14. Adolf (* 1647; † 1648)
  15. Elisabeth Sofie (* 1647; † 1647)
  16. Augusta Marie von Schleswig-Holstein-Gottorf (* 1649; † 1728); ∞ 1670 Friedrich VII. Magnus (Baden-Durlach) (* 1647; † 1709)

Abstammung[Bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Christian I. (Dänemark, Norwegen und Schweden) (1426–1481)
König von Dänemark, Norwegen und Schweden
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich I. (Dänemark und Norwegen) (1471–1533)
König von Dänemark und Norwegen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dorothea von Brandenburg-Kulmbach (1430–1495)
 
 
 
 
 
 
 
Adolf I. (Schleswig-Holstein-Gottorf) (1526–1586)
Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bogislaw X. von Pommern (1454–1523)
Herzog von Pommern
 
 
 
 
 
 
 
Sophia von Pommern (1498–1568)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anna Jagiellonica (1476–1503)
 
 
 
 
 
 
 
Johann Adolf (Schleswig-Holstein-Gottorf) (1575–1616)
Bischof, Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wilhelm II. (Hessen) (1469–1509)
Landgraf von Hessen
 
 
 
 
 
 
 
Philipp I. (Hessen) (1504–1567)
Landgraf von Hessen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anna von Mecklenburg (1485–1525)
 
 
 
 
 
 
 
Christine von Hessen (1543–1604)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Georg der Bärtige (1471–1539)
Herzog von Sachsen
 
 
 
 
 
 
 
Christina von Sachsen (1505–1549)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Barbara von Polen (1478–1534)
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich III. (Schleswig-Holstein-Gottorf) (1597–1659)
Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich I. (Dänemark und Norwegen) (1471–1533)
König von Dänemark und Norwegen
 
 
 
 
 
 
 
Christian III. (Dänemark und Norwegen) (1503–1559)
König von Dänemark und Norwegen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anna von Brandenburg (1487–1514)
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich II. (Dänemark und Norwegen)
König von Dänemark und Norwegen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Magnus I. (Sachsen-Lauenburg) (1470–1543)
Herzog von Sachsen-Lauenburg
 
 
 
 
 
 
 
Dorothea von Sachsen-Lauenburg-Ratzeburg (1511–1571)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Katharina von Braunschweig-Wolfenbüttel (1488–1563)
 
 
 
 
 
 
 
Augusta von Dänemark (1580–1639)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Albrecht VII. (Mecklenburg) (1486–1547)
Herzog zu Mecklenburg
 
 
 
 
 
 
 
Ulrich (Mecklenburg) (1527–1603)
Herzog zu Mecklenburg-Güstrow
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anna von Brandenburg (1507–1567)
 
 
 
 
 
 
 
Sophie von Mecklenburg (1557–1631)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich I. (Dänemark und Norwegen) (1471–1533)
König von Dänemark und Norwegen
 
 
 
 
 
 
 
Elisabeth von Dänemark (1524–1586)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sophia von Pommern (1498–1568)
 
 
 
 
 
 


Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrich III, Duke of Schleswig-Holstein-Gottorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Johann Adolf Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
1616–1659
Christian Albrecht