Paul Goesch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Paul Goesch (* 30. August 1885 in Schwerin; † 22. August 1940 in Brandenburg an der Havel[1]) war ein deutscher Architekt und Maler.

Leben[Bearbeiten]

Goesch verbrachte seine Kindheit in Schwerin und Berlin-Friedenau. Von 1903 bis 1910 studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Während dieser Zeit, 1908, schuf er die komplette Ausmalung einer Halle in Dresden-Laubegast. 1914 legte er in Berlin das 2. Staatsexamen zum Regierungsbaumeister (Assessor in der öffentlichen Bauverwaltung) ab.

Danach war Goesch von 1915 bis 1917 im Postdienst im westpreußischen Culm tätig. Er erlitt eine psychische Krise.

Um 1920 war Paul Goesch Mitglied mehrerer avantgardistischer Künstlergruppen und beteiligte sich an Ausstellungen mit Architekturentwürfen und farbigen Zeichnungen. So schloss er sich 1919 dem „Arbeitsrat für Kunst“, der „Novembergruppe“ und der von Bruno Taut 1920 ins Leben gerufenen Künstlergemeinschaft „Gläserne Kette“ an.

Anfang der 1920er Jahre zog sich Goesch nach Göttingen zurück, wo seine Schwester Lili, verheiratete Redepenning, lebte und der Schwager als Psychiater und Leiter der Provinzial-Erziehungsanstalt Göttingen (heute Justizvollzugsanstalt Göttingen) arbeitete. Goesch war Patient in der benachbarten Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt. 1935 wurde er in die Anstalt von Teupitz in Brandenburg verlegt. Am 22. August 1940 wurde Goesch auf Grundlage der nationalsozialistischen Euthanasie-Gesetze in der Psychiatrischen Klinik Brandenburg ermordet.

Werk[Bearbeiten]

ohne Titel (1928)

Paul Goesch hinterließ ein vielschichtiges künstlerisches Werk von über 2000 Arbeiten. Zum großen Teil handelt es sich um farbige Gouachen, darunter auch Architekturentwürfe. Das monumentale Format ist mit zwei Raumausmalungen (Dresden-Laubegast 1908; Berlin-Schöneberg 1920/1921, zerstört) und einem Wandgemälde (Göttingen, vermutlich 1920) vertreten. Von ausgeführten Bauwerken ist bisher nichts bekannt; eine konzeptionelle Beteiligung an Projekten anderer Architekten ist nicht auszuschließen.

Die Wiederentdeckung des Werkes ist insbesondere den Forschungen der Kölner Kunsthistorikerin Stefanie Poley zu verdanken. Arbeiten von Goesch befinden sich in mehreren Museen, so in Deutschland z.B. in der Akademie der Künste und in der Berlinischen Galerie, aber auch außerhalb Deutschlands, hier v.a. im Centre canadien d'architecture in Montréal, Kanada.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ausstellungskatalog Paul Goesch, Aquarelle und Zeichnungen 1885–1940. Ausstellung der Berlinischen Galerie in der Nationalgalerie Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, 27. November 1976 – 2. Januar 1977. Berlin 1976.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.chelmno.info/paul-goesch-1885-1940/