Paul Rübig

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Paul Rübig (2014)

Paul Rübig (* 6. Mai 1953 in Wels) ist ein österreichischer Politiker (ÖVP). Er ist seit 25. Jänner 1996 Abgeordneter zum Europäischen Parlament und wurde 1996, 1999, 2004 und 2009 durch Wahlen in seinem Amt bestätigt.[1]

Ausbildung und Tätigkeiten[Bearbeiten]

Nach seiner Schulzeit in Wels und Steyr studierte Rübig zwischen 1972 und 1978 Betriebswirtschaft, Marketing und Produktionstechnik an der Universität Linz. Anschließend war er bis 1984 als Doktorand an der Universität Linz, am Institut für Revisions-, Treuhand- und Rechnungswesen. Nebenbei betätigte er sich in seiner Studienzeit als Rettungsschwimmer, Segelflug- und Schilehrer.[2]

Rübig begann seine berufliche Karriere im Jahr 1972. Bis 1996 bekleidete er verschiedene Leitungsfunktionen im familiären Schmiedeunternehmen.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Rübig begann seine politische Laufbahn im Oberösterreichischen Landtag, in dem er von 1991 bis 1995 im Vorfeld des österreichischen Beitritts zur Europäischen Union als Vorsitzender des EU-Integrationsausschusses wirkte. Nach einer kurzen Periode als Nationalratsabgeordneter, wechselte er am 25. Jänner 1996 als Abgeordneter ins Europäische Parlament, zunächst vorübergehend auf Entscheidung des Nationalrates. Seither wurde er viermal durch Wahlen in seinem Amt bestätigt, nämlich in den Jahren 1996, 1999, 2004 und 2009. Er ist somit der längstdienendste österreichische Europa-Abgeordnete.[3]

Aufgabenbereiche im Europäischen Parlament[Bearbeiten]

Im Europäischen Parlament ist Rübig Mitglied der EVP-Fraktion. Er ist ständiges Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie und im Haushaltskontrollausschuss sowie Ersatzmitglied im Haushaltsausschuss. Als stellvertretender Vorsitzender ist er Mitglied in der Delegation zu den Maghreb-Ländern und außerdem ist er auch engagiert in den Delegationen zu den EFTA-Staaten und der arabischen Halbinsel.[4]

Als Mitinitiator des WTO Steering Committee bekleidet Rübig dort den Posten des EVP-Mittelstandssprechers.[5] Des Weiteren ist er auch Schatzmeister des ÖVP-Europaklubs im Europäischen Parlament[6], erster stellvertretender Vorsitzender von STOA (Scientific Technology Options Assessment)[7] und Vorsitzender der Paneuropa-Arbeitsgruppe im Europäischen Parlament[8].

Familie[Bearbeiten]

Rübig ist seit 1980 verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter und eines erwachsenen Sohnes.[9]

Kontroversen[Bearbeiten]

Rübig wurde 2011 vorgeworfen, bei Entscheidungen einseitig für energiepolitische Ziele Position bezogen und dadurch womöglich einen Interessenkonflikt geschaffen zu haben.[10] Er wies die Vorwürfe zurück und unterstrich, dass er sich stets offen für die Interessen des Wirtschafts- und Industriestandortes Österreich eingesetzt habe.[11]

Aufregung gab es auch über die Aussage Rübigs zur Netzneutralität, wonach House of Cards Downloads zu Staus im Netz führen und Notrufe nicht durchgeführt werden können. Weiters findet er es fair, das große amerikanische Firmen in Europa dafür zahlen sollen, wenn sie die ganze Bandbreite ausnützen wollen, behauptet aber andererseits für Netzneutralität zu sein.[12]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Sigmar Stadlmeier, Paul Rübig: UnternehmerInnen brauchen Freiheit - Gesetzgebung der EU erklärt anhand einiger Beispiele aus der Praxis, Linz, Trauner Verlag, 2013.
  • Achim Kaspar, Paul Rübig (Hrsg.): Telekommunikation IV. Sternzeit 2010, Linde Verlag, 2006.
  • Christian De Fouloy, Paul Rübig: The way to a united Europe, Unicorn Verlag, 2004.
  • Achim Kaspar, Paul Rübig (Hrsg.): e-wwworld>2000, Linde Verlag, 2000.
  • Achim Kaspar, Paul Rübig (Hrsg.): Telekommunikation II, Signum Verlag, 1999.
  • Achim Kaspar, Paul Rübig (Hrsg.): Telekommunikation - Herausforderung für Österreich, Signum Verlag, 1997.
  • Paul Rübig (Hrsg.): Lizenzmarketing, Linz, Trauner Verlag, 1984.
  • Hans Mühlbacher,/Paul Rübig: Internationale Patent- und Lizenzpolitik, Marketingstudie 6, 1979.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paul Rübig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bisherige parlamentarische Tätigkeiten, Europäisches Parlament, abgerufen am 18. April 2013.
  2. Vortrag von Dr. Paul Rübig, Stift Kremsmünster, 27. Mai 2008
  3. Profil: Paul Rübig, Österreichisches Parlament, 15. Oktober 2009.
  4. Offizielles Profil der Abgeordneten, Internetseite des Europäischen Parlaments, abgerufen am 8. April 2013
  5. MdEP Unterstützer, Health First Europe, abgerufen am 18. April 2013.
  6. Dossier: Paul Rübig, meineabgeordneten.at, abgerufen am 29. März 2013.
  7. STOA Vorstand, Europäisches Parlament, abgerufen am 29. März 2013.
  8. In necessariis unitas, dubiis libertas, in omnibus libertas, Paneuropa, abgerufen am 29. März 2013
  9. [1], Selbstbeschreibung, Homepage von MdEP Dr. Paul Rübig, abgerufen am 9. Juni 2013.
  10. [2], Profil, 18. Juni 2011.
  11. Vorwürfe gegen EU-Mandatar Paul Rübig, orf.at, 11. Juni 2011
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEU-Abgeordnete: Nur ÖVP in Kernpunkten gegen Netzneutralität. In: derstandard.at. 4. April 2014, abgerufen am 22. Mai 2014 (deutsch).
  13. [3], Karas und Rübig als Europaabgeordnete des Jahres 2013 ausgezeichnet
  14. Plassnik congratulates Paul Ruebig on EU Award, Österreichisches Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, 10. Oktober 2008
  15. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)