Paula Banholzer

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Paula Banholzer (* 6. August 1901 in Markt Wald; † 1989 in Augsburg) war Bert Brechts erste Jugendliebe und Mutter seines ersten Sohns Frank Banholzer. Brecht nannte Paula auch „Bi“ oder auch „Bittersweet“ (Bittersüß). Diesen Kosenamen entnahm er dem Drama Der Tausch von Paul Claudel.

Leben[Bearbeiten]

Geboren und aufgewachsen ist die Tochter des Arztes Carl Banholzer im oberschwäbischen Markt Wald im heutigen Landkreis Unterallgäu. Später besuchte sie eine höhere Mädchenschule, die Augsburger Maria-Theresia-Schule (heute Maria-Theresia-Gymnasium). Banholzer und Brecht lernten sich in Augsburg im Frühling 1917 kennen. Ende 1918 wurde sie von ihm schwanger. Brecht suchte ihren Vater auf, um seine Zustimmung zu einer Heirat zu bekommen, dieser lehnte jedoch ab und schickte seine schwangere Tochter aufs Land, nach Kimratshofen im heutigen Landkreis Oberallgäu. Dort kam im Juli 1919 ihr Sohn Frank Banholzer zur Welt, der nach Brechts damaligem Vorbild Frank Wedekind genannt wurde. Er fiel 1943 an der Ostfront.

Nach der Geburt Franks nahm Banholzer ihre Liebesbeziehung zu dem mittlerweile in München lebenden Brecht wieder auf. Sie wurde 1920 erneut schwanger, die Schwangerschaft endete im November 1920 jedoch mit einem Abgang, den sie nach Brechts Angaben selbst herbeigeführt haben soll. Brecht setzte die Liebesbeziehung fort, hatte aber gleichzeitig auch Liebesgeschichten mit Marianne Zoff und der Medizinstudentin Hedda Kuhn.

Im Juli 1921 gelang Banholzer ein erster distanzierender Schritt, als sie eine Stelle als Erzieherin in Nürnberg annahm. Als Brecht, nunmehr mit Marianne Zoff verheiratet, im Februar 1924 von Banholzers Heiratsabsichten mit ihrem späteren Mann, dem Augsburger Kaufmann Hermann Groß, erfuhr, schickte er Helene Weigel nach Augsburg, um „Bi“ nach Berlin zu holen. Paula Banholzer kam jedoch nicht.

1981 schrieb sie ihre Memoiren, die als Buch veröffentlicht wurden. 29 Briefe Brechts an Banholzer fanden sich im Nachlass seines Bruders Walter Brecht. Sie erschienen 1992 in Buchform.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paula Banholzer (Mitverf.), Axel Poldner und Willibald Eser (Hrsgg.), Paula Banholzer, so viel wie eine Liebe: der unbekannte Brecht (Erinnerungen u. Gespräche), München, Universitas, 1981, ISBN 3-8004-0899-6 (wiederveröffentlicht als Paula Banholzer, meine Zeit mit Bert Brecht, München, Goldmann, 1984, ISBN 3-442-06669-7)
  • Bertolt Brecht (hrsg. von Helmut Gier und Jürgen Hillesheim), Liebste Bi: Briefe an Paula Banholzer, Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1992, ISBN 3-518-40487-3
  • Jürgen Hillesheim: Paula Banholzer. In: ders.: Augsburger Brecht-Lexikon. Personen – Institutionen – Schauplätze, Königshausen & Neumann, Würzburg 2000, S. 38–40.

Weblinks[Bearbeiten]