Peter Camper

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Peter Camper um 1780

Peter Camper (* 11. Mai 1722 in Leiden; † 7. April 1789 in Den Haag) war ein niederländischer Mediziner und Anatom.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Camper war der Sohn des Florentius Camper (1675–1748), einem wohlhabenden Minister in Leiden, der zwischen dem Jahre 1702 bis 1713 einen einträglichen Gewinn aus der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) zog und seiner Ehefrau der Sara Geertruida Ketting (1689–1748).[1][2]

Bevor Camper in Leiden Medizin studierte, beschäftigte er sich zunächst in seiner Heimatstadt mit Sprachen und Mathematik. Er promovierte im Jahre 1746 am selben Tag sowohl in Philosophie als auch in Medizin. Lebenslang stand er im Austausch über philosophische Fragen mit Frans Hemsterhuis, einem Vertreter der experimentellen Philosophie von Sir Isaac Newton, ebenso verbanden ihn gemeinsame Fragen mit Willem Jacob ’s Gravesande und Peter van Musschenbroek. Im Jahre 1748 machte er eine Studienreise nach London und kam dort mit fast allen wichtigen Wissenschaftern seiner Zeit in Kontakt. Im Jahre 1749 ging er nach Paris und traf auch mit Georges-Louis Leclerc de Buffon zusammen.

Im Jahre 1750 Professor für Medizin in Franeker, 1755 Professor der Chirurgie in Amsterdam und 1763 Professor der Chirurgie und der Botanik in Groningen. 1773 legte er sein Amt nieder, privatisierte in Franeker und ging auf Reisen. Nachdem er 1787 Mitglied des Staatsrats geworden war, siedelte er nach Den Haag über, wo er 1789 starb.

Er schrieb: Demonstrationes anatomico-pathologicae (Den Haag 1760–62, 2 Teile, jeder mit 4 großen Kupfertafeln); De claudicatione (Groningen 1763); Dissertatio de callo ossium (Groningen 1765). Eine Sammlung seiner Schriften (3 Bände und ein Atlas) erschien 1803 in Paris. Seine Schriften bildeten unter Anderem die Grundlage eines neuen Zweigs der Anatomie - der Kraniometrie.

Peter Camper versuchte, die Schönheit der menschlichen Gesichtsform auf bestimmte Prinzipien zurückzuführen. Von seinen physiognomischen Studien zeugt eine nach ihm benannte Bezugsebene am menschlichen Schädel (Campersche Ebene): Sie verläuft am knöchernen Schädel von der Spina nasalis anterior inferior zum Meatus acusticus externus.

Abbildung der Camperschen Ebene basierend auf einem Kupferstich aus Peter Campers Werk Über den natürlichen Unterschied der Gesichtszüge in Menschen verschiedener Gegenden und verschiedenen Alters von 1792. Die Campersche Ebene ist orange hervorgehoben.

Schon früh versuchte er sich auch im Zeichnen und Malen mit Ölfarben, ätzte viele kleine Blätter und schrieb über die Verbindung der Anatomie mit den zeichnenden Künsten. Ein Hauptverdienst erwarb er sich durch seine großformatigen anatomischen und osteologischen Zeichnungen, von denen noch viele vorhanden sind.

Camper widmete sich auch sehr engagiert der theoretischen und praktischen Baukunst; für seine Zeit außergewöhnlich versuchte er sich noch im Alter von 50 Jahren in der Bildhauerei.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Petrus Camper, De Hominis Varietate
    • (deutsche Fassung von Samuel Thomas von Soemmering): Über den natürlichen Unterschied der Gesichtszüge in Menschen verschiedener Gegenden etc., Vossische Buchhandlung, Berlin 1792.
  • Peter Campers, Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern / ins Deutsche übersetzt, und mit den neuesten Beobachtungen des Verfassers herausgegeben von J. F. M. Herbell. - Düsseldorf : Dänzer, 1791. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • L. W. R. Kobes, Quellenstudie zu Peter Camper und der nach ihm benannten Schädelebene, Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift, Band 38, 1983, S. 268-270.
  • A. G. Camper, Nachrichten zur Lebensgeschichte des Herrn Peter Camper, Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin, 10. Bd, Wilhelm Vieweg, Berlin, 1792, S. 117-153, (online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Petrus Camper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Genealogische Daten
  2. Van der Aa, A.J., Biographisch Woordenboek der Nederlanden, deel 3, J.J. van Brederode, Haarlem 1858: 66