Petra Perle

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Petra Perle

Petra Perle (* 1962 oder 1963 in München), eigentlich Karin Kümpfel [1] ist eine Münchner Allround-Künstlerin.

Werdegang[Bearbeiten]

Petra Perle absolvierte eine Lehre als Goldschmiedin und arbeitete bis 1995 im Antiquitätengeschäft ihres Vaters in der Westenriederstraße in der Münchner Innenstadt. Als Schmuckdesignerin fiel sie durch ihre originellen Entwürfe auf. Seit 1990 ist sie auch als Malerin und Performance-Künstlerin tätig.

Größere Bekanntheit erreichte sie durch eine selbst entworfene Briefmarken-Serie, sowie durch ihr Engagement für die Rettung des deutschen Schlagers: Der „Wahre Grand Prix“ war fünf Jahre lang eine erfrischende Alternative zur formal erstarrten deutschen Vorauswahl zum Eurovision Song Contest. Bei dieser Veranstaltung traten unbekannte, aber talentierte Sänger und Autoren gegeneinander an. Teilnehmer waren unter anderem Bully Herbig, Thomas Hermanns, Dieter Landuris alias Viktor Bergman...u. v. a. Das Lied „Ich fand das ganz große Glück, mit Dir im Zug nach Osnabrück!“ von Cliff & Rexonah schaffte es in die Hitparade. Die letzten beiden Wettbewerbe wurden vom ZDF aufgezeichnet.

Darüber hinaus propagierte Petra Perle jahrelang selbstironisch die Kleiderfarbe Rosa. 1998 kandidierte sie mit der von ihr gegründeten Partei „Hausfrauenclub 2000“ für den Deutschen Bundestag und erreichte als Direktkandidatin im Wahlbezirk München-Mitte 0,5 Prozent der Stimmen. Immer wieder tritt sie mit subversiv-witzigen Aktionen auf, etwa als sie vor einer Scientology-Filiale demonstrierte und dabei wie ein Schaf blökte[2], oder indem sie die politisch bislang vergeblich geforderte „Steuererklärung, die auf einen Bierdeckel passt“ in die Tat umsetzte.

Steuererklärung auf einem Bierdeckel – von Petra Perle

Von Januar 2004[3] bis November 2012 [4] war Petra Perle Wirtin des Turmstüberls im Münchner Valentin-Musäum. Sie war es auch, die 2005 für den mittleren Turm des Münchner Isartors eine rückwärts laufende Uhr stiftete. Die Ziffern sind spiegelverkehrt angebracht und auch die Zeiger laufen verkehrt herum. Das Ablesen der Uhrzeit erfordert so ein kurzes Umdenken.

2011 erfand Petra Perle das Brunnenfest auf dem Viktualienmarkt, sie steht auch für das Konzept und die Organisation.[5]

Das Bayerische Fernsehen porträtiere die Münchner Künstlerin 2005 in der Reihe Lebenslinien in einem 45min-Feature mit dem Titel „Petra Perle. Ich habe den Drang auf die Bühne“

Bei der Kommunalwahl in München 2014 war Petra Perle eine der Stadtratskandidaten der Wählergruppe HUT.

Petra Perle ist seit 1983 mit dem Münchner Musiker Harald Kümpfel, einem Sohn von Ponkie, verheiratet. Zusammen haben sie zwei Söhne.

Theater- und Fernsehproduktionen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Petra Perle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Henryk M. Broder, „Bingo in der Bongo-Bar“ www.spiegel.de vom 11. Januar 1999
  2. http://www.youtube.com/watch?v=q9esCiHs63g
  3. http://www.ganz-muenchen.de/gastro/restaurants/bayerisch/volkssaengerlokal/turmstueberl/im_valentin_musaeum/lokal.html
  4. Nina Bautz: Nachfolgerin steht bereits fest : Petra Perle: Schluss im Turmstüberl, in: tz, 30. Oktober 2012
  5. Thomas Anlauf: Ein Volksschauspiel, SZ, 6. August 2011/
  6. Oliver Hochkeppel: "Was ist schon normal" in Süddeutsche Zeitung, 8. 12. 2014