Pfanni

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Die Pfanni GmbH & Co. OHG ist ein deutscher Lebensmittelhersteller mit Sitz in Stavenhagen, der auf die Herstellung von küchenfertigen Kartoffelprodukten spezialisiert ist. Sie ist seit 1993 ein Tochterunternehmen der Unilever Deutschland Gruppe.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde am 2. September 1949 von Werner Eckart als Kommanditgesellschaft in München gegründet. Bereits sein Vater Johannes Eckart war seit 1868 Konservenfabrikant.

1964 wurden mehr als 50 Millionen DM umgesetzt, 1965 80 Millionen. Pfanni beschäftigte 1.300 Arbeitnehmer und verarbeitete drei Millionen Zentner (150.000 Tonnen) Kartoffeln im Jahr.[1]

1993 wurde das Unternehmen verkauft an CPC Deutschland, später in Bestfoods umbenannt, zu dem auch Knorr gehörte. 2000 wurde diese Unternehmensgruppe von Unilever übernommen, die seither unter der Marke Pfanni Kartoffelprodukte wie Kartoffelknödel, Kloßteig, Pürees, Fertiggerichte sowie Gnocchi anbietet.[2] Das Kloßsortiment runden außerdem Semmelknödel ab.

Auf dem ehemaligen Firmengelände der Firma Pfanni hinter dem Münchner Ostbahnhof entstand 1996 nach dem Wegzug des Unternehmens nach Mecklenburg-Vorpommern ein „Vergnügungspark“ mit der Bezeichnung Kunstpark (Ost), der seit 2003 als Kultfabrik vor allem Veranstaltungen für das jüngere Publikum bietet. Ebenfalls auf dem früheren Werksgelände eröffnete 1996 Das Kartoffelmuseum, welches von der Stiftung Otto Eckart getragen wird. Konsul h. a. Otto Eckart,[3] der Sohn des Firmengründers, war Unternehmenschef und Inhaber bis zum Verkauf an CPC. Er ist jetzt Vorstand der nach ihm benannten Stiftung.

In Stavenhagen firmiert Pfanni als Pfanni GmbH & Co. OHG.[4] Dort waren 2007 mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigt. Sie verarbeiten etwa 150.000 Tonnen Kartoffeln im Jahr.[5] Ein weiteres Werk befand sich in Cloppenburg (Niedersachsen), das als Pfanni-Werke GmbH & Co. KG firmierte. Es wurde von der Firma Wernsing Feinkost GmbH übernommen und die Produktion nach Addrup, einem Ortsteil von Essen (Oldenburg), verlagert.[6]

Der „Pfanni-Turm“ in Cloppenburg (2002)

Die Berliner Band Element of Crime setzte Pfanni 2009 ein musikalisches Denkmal im Album „Immer da wo du bist bin ich nie“, in dessen Lied „Kopf aus dem Fenster“ es heißt „Was für Cloppenburg Pfanni ist, bist du für mich“.[7] Im Cloppenburger Ortsteil Emstekerfeld erinnert ein 76 Meter hoher Werksturm an Pfanni. Der Turm wurde 1963 errichtet und gehörte zu dem damals neu gebauten Werk der Spreda Nahrungsmittelwerke AG, die von dem Kaufmann und CDU-Bundestagsabgeordneten J. Hermann Siemer mitgegründet wurde. Siemer hatte 1961 in der Schweiz die Rechte für ein Kalt-Trocknungsverfahren zur Pulverisierung von Lebensmitteln erworben, das er unter Kapitalbeteiligung des Weinbrenners Ludwig Eckes umsetzen wollte. Die Spreda AG erreichte bei der Herstellung von Schnellgerichten wie küchenfertige Kartoffelprodukte keine Rentabilität und gab 1965 die Produktion auf.[8] Später übernahm Pfanni das Werksgelände; der für das Trocknungsverfahren errichtete „Spreda-Sprühturm“ wurde als „Pfanni-Turm“ zu einem Wahrzeichen der Stadt.[9]

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Eckart: Pfanni – Mein Leben. Eine Unternehmensbiografie, August Dreesbach Verlag, München 2012, ISBN 978-3-940061-82-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Knödel vom Konsul. In: Der Spiegel. Nr. 17, 1966 (online).
  2. Markenregister Pfanni
  3. Website der Stiftung Otto Eckart [1]
  4. Werk Stavenhagen
  5. Stavenhagen: Heizkraftwerk für Pfanni in Betrieb In: NDR online vom 5. Juli 2007
  6. Unilever konzentriert Pfanniproduktion, Unilever-Pressemitteilung vom 28. Juni 2002
  7. „Was für Cloppenburg Pfanni ist …“ In: Netzeitung vom 15. September 2009
  8.  Ludwig Eckes: Pulver und Brei. In: Der Spiegel. Nr. 16, 1965, S. 61–62 (online).
  9. Geschichte der Stadt Cloppenburg