Unilever

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Unilever
Unilever Logo
Rechtsform N.V. (Naamloze Vennootschap), plc
ISIN GB00B10RZP78
Gründung 1929/1930
Sitz Wirral / Rotterdam / London
Leitung Michael Treschow (Chairman)
Paul Polman, Chief Executive Officer
Jean-Marc Huet, Chief Financial Officer
Mitarbeiter 174.000 Mitarbeiter (2013)
Umsatz 49,8 Milliarden Euro (2013)
Gewinn 5,9 Milliarden Euro (2013)Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Bilanzsumme 45,5 Milliarden Euro (2013)Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Konsumgüterindustrie
Produkte Nahrungsmittel, Waschmittel und KosmetikaVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.unilever.com / www.unilever.de

Unilever ist ein niederländisch-britischer Konzern. Das Unternehmen ist weltweit einer der größten Hersteller von Verbrauchsgütern. Die Hauptgeschäftsbereiche umfassen die Produktion von Nahrungsmitteln, Kosmetika, Körperpflege- sowie Haushalts- und Textilpflegeprodukten.

Unilever beschäftigt weltweit 174.000 Mitarbeiter (2013) in über 100 Ländern (1990 noch 304.000), davon 5.000 in der Bundesrepublik Deutschland (2013) (1962 waren es 36.000, 1990 27.400 und Ende 2005 8.000 Beschäftigte).

Die 2008 gebildete Unilever-Organisation für die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) hat ihren Sitz in Hamburg.

Struktur[Bearbeiten]

Auch wenn das Unternehmen nach außen als ein Unternehmen auftritt, hat es seit der Entstehung durch Fusion 1929 eine Doppelstruktur aus zwei gleichberechtigten Firmenteilen mit eigenen Aktien: die niederländische Unilever N.V. sowie die britische Unilever PLC. Es gibt weiterhin zwei Hauptversammlungen, zwei Unternehmenssitze in Rotterdam und London, jedoch ist der Vorstand von beiden Unternehmen – in ähnlicher Konstruktion wie bei dem Unternehmen Royal Dutch Shell – identisch. Beide werden seit Ende 2008 von dem Niederländer Paul Polman geleitet.

Der weltweite Umsatz lag 2013 bei 49,8 Milliarden Euro.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründungsphase (1888 bis 1929)[Bearbeiten]

1888 gründete der aus dem niederländischen Oss, Nordbrabant stammende Margarinefabrikant Simon van den Bergh im niederrheinischen Kleve ein Unternehmen für die industrielle Herstellung von Margarine[1], um auf diese Weise die hohen Schutzzölle des Deutschen Reiches auf Butter und Margarine zu umgehen. Sein Landsmann Anton Jurgens errichtete unweit von Kleve in der Nachbarstadt Goch ebenfalls eine Fabrik zur Margarineherstellung. Im Jahr 1927 fusionierten diese beiden Familienunternehmen in Rotterdam zur Margarine Unie und in London zur Margarine Union.

William Hesketh Lever und sein Bruder James Darcy Lever gründeten 1885 die Seifenfabrik Lever Brothers, die zunächst in Warrington in Nordwestengland beheimatet war und später auf die Halbinsel Wirral westlich von Liverpool verlegt wurde. Ihr Produkt war innovativ, weil sie Palmöl statt Talg für die Seifenherstellung verwendeten und fand großen Absatz. Die Gebrüder Lever gaben ihm den Namen „Sunlight Soap“ und errichteten als Wohnort für die Fabrikarbeiter die Modellsiedlung Port Sunlight. Als deren deutscher Ableger entstand 1899 in Mannheim die Sunlicht-Seifenfabrik AG, die im Jahre 1914 unter dem Eindruck einer drohenden Enteignung durch die damalige deutsche Staatsführung veräußert und dann 1924 zurückgekauft wurde.

1929/1930 vereinigten sich schließlich Margarine Unie und Lever Brothers Ltd. zu Unilever. Die Vereinigung stellte die bis dahin größte Unternehmensfusion dar.

Stagnation (1929 bis 1945)[Bearbeiten]

Parallel wurde 1929 aus dem Zusammenschluss von zehn Unternehmen, darunter die Georg Schicht AG, die Unilever Österreich gegründet, die 1938 – nach dem Anschluss Österreichs – in die Unilever Deutschland integriert wurde. 1932 waren 69 Unternehmen sowie weitere 31 im Besitz von Unilever. Dazu gehörte auch die 1925 gegründete Parfümerie Elida AG. 1935 kamen wegen strenger Devisenbestimmungen (eingeführt im Zuge der Weltwirtschaftskrise), die den Abfluss von Geldern aus Deutschland zum Mutterkonzern nach Rotterdam verboten, Unternehmen wie Langnese sowie Schmelzkäse-Hersteller, Textil- und Papierfabriken zum Unternehmen hinzu.

Expansion (1945 bis 1970)[Bearbeiten]

1948 lief die Produktion in den meisten Betrieben wieder an. 1958 wurde die Margarine-Union von einer Aktiengesellschaft in eine GmbH umgewandelt. 1960 übernahm Unilever von der österreichischen Wiener Milchindustrie AG (MIAG) das 1927 gegründete Milcheis-Geschäft, das Speiseeis unter dem Markennamen „Eskimo“ vertrieb.

Die Langnese-iglo GmbH entstand 1962 aus einem Zusammenschluss der beiden Unilever-Gesellschaften Langnese Eiskrem GmbH (seit 1936 bei Unilever) und „Iglo GmbH“. Im August 2005 wurde die Langnese-iglo GmbH ein Teil der Unilever Deutschland GmbH und fungierte nicht mehr als eigenständiges Unternehmen.

Konsolidierung (seit 1970)[Bearbeiten]

Unilever trennte sich von unprofitablen Firmen, indem es etwa Textilfabriken verkaufte. Dieser Prozess der Umstrukturierung wurde auch in den 1980er Jahren fortgesetzt. Anschließend folgten Jahre des Wachstums, in denen Unilever viele Unternehmensbeteiligungen kaufte. Zu den Neuerwerbungen gehörten u.a. Marken wie Calvin Klein, Bestfoods, Ben & Jerry’s, Slim-Fast und Amora Maille.

In den vergangenen Jahren verlor das Geschäft von Unilever an Marktanteilen, der Umsatz stagnierte. In Deutschland wurde dies u.a. auf den Bedeutungsverlust von Markenartikeln und die Marktanteilssteigerungen von Discountern zurückgeführt.

Im Jahr 2004 wurden mehrere Unilever-Marken, unter anderem Biskin (seit 1968 am Markt), Livio (seit 1958) und Palmin (seit 1894), an das Unternehmen Peter Kölln KGaA in Elmshorn verkauft.

In einem Restrukturierungsprozess wurde die Führung des Unternehmens verkleinert. Eine in Schaffhausen ansässige Gesellschaft wurde gegründet, der alle europäischen Werke gehören.

Nach 45 Jahren, am 9. Februar 2006, gab Unilever den Verkauf seiner europäischen Tiefkühlmarken Iglo und Birds Eye bekannt. Daher wurde am 1. Juli 2006 der Bereich Tiefkühlkost in die neu gegründete iglo GmbH ausgegliedert, die dann am 28. August für 1,73 Milliarden Euro an die britische Investmentgesellschaft Permira verkauft wurde.

Im Jahr 2014 veräußerte Unilever einen Mehrheitsanteil an Slim-Fast an die US-amerikanische Beteiligungskapitalgesellschaft Kainos Capital.[2]

Konzernüberblick[Bearbeiten]

Aktuelle Konzernstruktur[Bearbeiten]

Die Unilever NV ist ein Konglomerat und unterhält unter anderem folgende Tochterunternehmen (Stand März 2009):

  • Ben & Jerry’s, gegründet 1978, seit 2000 Bestandteil von Unilever
  • Bestfoods, gegründet 1916, seit 2000 Bestandteil von Unilever
  • Hindustan Unilever, gegründet 1933, 41.000 Mitarbeiter (Stand 2006)
  • Unilever Foodsolutions GmbH

Standorte im deutschen Sprachraum[Bearbeiten]

Verwaltung[Bearbeiten]

Neue Hauptverwaltung in Hamburg (Gebäude rechts)

Die im Rahmen einer neuen europäischen Strategie gebildete Drei-Länder-Organisation für Deutschland, Österreich und die Schweiz hat ihren Hauptsitz seit 1. Januar 2008 in Hamburg. Dort ist auch, wie zuvor bereits, die weiterhin bestehende Unilever Deutschland GmbH ansässig.

Die Hauptverwaltung zog im Juni 2009 aus dem bisherigen Unilever-Hochhaus in ein neues Gebäude an den Strandkai in der HafenCity. Im neuen Gebäude, entworfen vom Architektenbüro Behnisch Architekten, öffnet sich das Unternehmen mit einem Lebensmittelladen, einem kleinen Spa, einem Eislokal mit einer Terrasse direkt an der Elbe neben dem noch zu bauenden Kreuzfahrtterminal dem Endverbraucher.

Die Unilever Schweiz GmbH hat ihren Sitz in Thayngen. Sie entstand zum 1. Januar 2005 durch Fusion der Lusso Foods in Ostermundigen und der bisherigen Unilever Bestfoods Schweiz in Thayngen. Zum 1. Juli 2005 ging auch die zuvor in Zug ansässige Lever Fabergé darin auf.

Die Unilever Austria GmbH hat ihren Sitz in Wien.

Produktionsstandorte in Deutschland[Bearbeiten]

Unilever besitzt mehrere Produktionsstandorte in Deutschland, produziert aber Ware für den deutschen Markt teils auch im europäischen Ausland und exportiert deutsche Produkte in die ganze Welt.

An folgenden Standorten werden Produkte zur Körperreinigung und Hautpflege hergestellt:[3]

An folgenden Standorten werden Lebensmittel hergestellt:[3]

  • Ansbach: Wurstprodukte („Du darfst“ und „Becel“), Fleisch- und Back-Snacks
  • Auerbach: Instant-Suppen, Fertiggerichte, „Croutinos“
  • Heilbronn: Suppen, Soßen, Soßenbinder, Salatdressings, Basisprodukte, Shakerflaschen, Produkte für Foodsolutions
  • Heppenheim: Langnese-Eiscreme[4]
  • Kleve: „Rama Cremefine“ (fettreduzierte Alternative zu Sahne), Saucen
  • Pratau: „Lätta“, „Rama“, „Becel“, „Sanella“, „Flora“ und „Homa“, Margarine und Streichfette
  • Stavenhagen: „Pfanni“-Kartoffelprodukte (Püree, Kartoffelknödel, Bechersnacks, Miniknödel, Kartoffelflocken, Trockenkartoffeln) und Semmelknödel

Unternehmensführung[Bearbeiten]

Paul Polman, 2014

Geschäftsbereiche, Marken und Produkte[Bearbeiten]

Marken von Unilever
Angelehnt an den Jahresbericht von Unilever
Lebensmittel Reinigungs- und Putzmittel Hygiene- und Kosmetikartikel
  • Coral (vorher: Korall)
  • Domestos
  • OMO
  • Viss (in einigen Ländern, u. a. Österreich: cif)
  • Skip

Nahrungsmittel (Unilever Foods)[Bearbeiten]

Hamburger Straßenbahn als Werbeträger für Du darfst in den 1970er Jahren

Mit einem umfangreichen Sortiment an Marken der Lebensmittelbranche gelingt es Unilever, einen Platz in den Top 5 der größten Nahrungsmittel produzierenden Unternehmen einzunehmen. Zu diesem Sortiment gehören Marken wie Bertolli, Becel oder Lipton, jedoch auch viele deutsche Marken wie Du darfst, Mondamin, Rama, Lätta, Knorr oder Langnese, sowie auch die aus der Unilever Österreich eingebrachten österreichischen Marken wie Eskimo und Iglo (1970 zu Eskimo-Iglo verschmolzen, seit 2005 eigenständig), Apollo, Kuner (gegründet als Kunerol), Elida, Bensdorp (Anfang 2007 verkauft), etc.

Eine hundertprozentige Tochter des Unilever-Konzerns war Frozenfish, einer der größten Fischfangbetriebe und Zulieferer namhafter Fischproduzenten. Dieser Betrieb gehört nun Permira, das die gesamte Tiefkühlkostsparte (Marke iglo) von Unilever erworben hat. Somit wurde auch der letzte fischverarbeitende Betrieb nach dem Verkauf der Frischfisch-Verkaufskette Nordsee, der Kombination Fischfangflotte und Verarbeitungsunternehmen Deutsche See (Bremerhaven) und dem Fischkonservenproduzenten Norda-Lysell (Cuxhaven), abgegeben.

2005 verkaufte Unilever die Traubenzucker-Marke Dextro Energy an die deutsche Zertus GmbH.

Abgesehen von Einnahmen aus dem Verkauf von Endkundenprodukten ist Unilever auch auf dem Gebiete der Rohstofferzeugung tätig. Dies beinhaltet sowohl eigene Tee-Plantagen als auch eigene Palmöl-Plantagen. (AR07)

Langnese-Logo

Unilever ist nach eigenen Angaben der weltgrößte Eiscreme-Hersteller. Die Eiscreme wird weltweit mit landeseigenen Namen (z. B. Deutschland Langnese, Österreich Eskimo, Schweiz Lusso, Vereinigtes Konigreich Walls, Frankreich Miko, Türkei, Italien und Griechenland Algida, Philippinen Selecta) aber einheitlichem Logo (Heartbrand) verkauft, da die jeweiligen Namen bereits vor der Übernahme durch Unilever einen großen Bekanntheitsgrad erlangt hatten.

Langnese Eiscreme wurde lange Zeit von der Langnese-Iglo GmbH als Teil der Unilever Deutschland produziert und vertrieben. Nachdem die juristischen Einzelgesellschaften zu einer Gesellschaft verschmolzen wurden, wird Langnese in Deutschland von der Unilever Deutschland GmbH produziert und vertrieben.

Haushalts- und Textilpflege[Bearbeiten]

Baukastenwaschmittel: Enthärter, Waschmittel, Bleichsalz

Im sich seit Jahren rapide verändernden Markt für Waschmittel, Putz- oder Reinigungsmittel ist Unilever mit Marken wie Domestos, Cif, Skip, OMO, Coral und Viss vertreten.

Körperpflege[Bearbeiten]

Im Markt der Körperpflegeprodukte ist Unilever mit Marken wie Axe, Dove, Impulse, Lux, duschdas, Rexona, Sunsilk, Timotei, Pond’s, Baba, Suave Clear, TIGI Haircare, Lifeboy (deodorierte Seife), Pitralon, Vaseline und Vasenol vertreten, Signal und Close up im Mundhygiene-Bereich.

Kritik[Bearbeiten]

Umwelt[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 legte das Unternehmen PALMCI im Auftrag von Unilever Sumpfwälder in der Elfenbeinküste trocken und rodete diese für Palmöl-Plantagen. Diese sind die letzten Rückzugsgebiete bedrohter Tierarten wie der Dianameerkatze, des Geoffroy-Stummelaffen und einer Unterart des Roten Stummelaffen, deren letztes Rückzugsgebiet im Tanoé-Wald liegt.[6] Unilever ist mit jährlich 1,6 Millionen Tonnen der größte Palmölkonsument weltweit[7], weswegen dem Unternehmen eine besondere Verantwortung im Umgang mit Palmöl zukommt. Der frühere Unilever-Chef Patrick Cescau kündigte daraufhin an, das Unternehmen werde sich verpflichten, den gesamten Bedarf an Palmöl ab 2015 nur noch von Lieferanten zu beziehen, die für nachhaltigen Anbau zertifiziert sind.[8] Im Jahr 2004 gründete Unilever zusammen mit anderen Firmen und WWF den „Runden Tisch zu nachhaltigem Palmöl-Anbau“ (RSPO) und hat jüngst verkündet, es werde ein Moratorium zur Regen- und Torfwaldabholzung in Indonesien unterstützen.[9] Die UNO befürchtet aber bereits für das Jahr 2012 die völlige Vernichtung der Wälder auf Sumatra und Borneo. Unilever wird von der Umweltschutzorganisation Robin Wood seit längerer Zeit kritisiert, da sie Palmöl von dem asiatischen Agrarunternehmen Wilmar beziehen. Dieses betreibt in Sumatra Raubbau für ihre Plantagen und verdrängt die indigene Bevölkerung Sumatras mit Waffengewalt. Die Zertifizierung Wilmars durch den RSPO als nachhaltige Palmöllieferanten wird von Robin Wood als nichtig bezeichnet, weil die Industrie sich hier nur selbst zertifiziere.[10]

Zu Biokraftstoffen äußerte sich Unilever-Chef Paul Polman, der vorübergehende Auftrieb der Getreidepreise im Jahr 2008/09 sei eine „perverse Folge“ hoher Biokraftstoff-Subventionen in den Industrieländern.[11] Dabei ist Unilever der größte Plantagenbetreiber Afrikas. Unilever wird vorgeworfen dort für die Zerstörung zahlreicher lokaler Betriebe und die Ausbeutung von Landarbeitern verantwortlich zu sein. Unilever ist zudem der größte Palmöl-Verarbeiter der Welt und sei für ähnliche Schäden, wie sie der Konzern den Biokraftstoffen vorwirft, selbst verantwortlich. Für die Herstellung von Kosmetika und Lebensmitteln für Unilever wurden weite Flächen Regenwald gerodet, um Palmöl anzubauen. So wurden beispielsweise im Kongo der lokalen Bevölkerung große Flächen für Palmöl-Plantagen zur Seifenherstellung weggenommen.[12]

Kartellbildung[Bearbeiten]

Die Europäische Kommission hat Unilever im April 2011 zusammen mit den Firmen Procter & Gamble sowie Henkel wegen Bildung eines Kartells zu einer Gesamtstrafe in Höhe von 315,2 Millionen Euro verurteilt. Auf Unilever entfielen 104 Millionen Euro der Strafe, die jedoch um 25 % reduziert wurde, da das Unternehmen mit der Europäischen Kommission kooperierte und Details der Kartellvereinbarung preisgab. Weitere 10 % wurden erlassen, da Unilever einem Vergleich zustimmte und damit die Möglichkeit einer Klage gegen das Bußgeld entfiel. Das Kartell bestand von 2002 bis 2005 in den Ländern Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Belgien, Portugal und Griechenland und wurde zu systematischen Absprachen bei der Preisgestaltung für Vollwaschmittelpulver für die Maschinenwäsche genutzt.[13]

Rassismusvorwürfe[Bearbeiten]

Die Verwendung des Werbespruchs „I will mohr!“ im Rahmen einer Werbekampagne der Eismarke Eskimo (Unilever Österreich) für eine Eisvariante des „Mohrs im Hemd“ führte zu Beschwerden beim Österreichischen Werberat aufgrund des rassistischen Hintergrunds des Wortes Mohr.[14]

Weitere Vorwürfe gegen Unilever wurden für die Verwendung des Slogans „White Power“ im Zusammenhang mit Werbung für eine Zahnpasta in der Türkei erhoben, da dieser seit langer Zeit von rechtsextremen Organisationen genutzt wird. Unilever betonte, sich dabei nur auf die Zahnfarbe bezogen zu haben und wies alle Vorwürfe des Rassismus von sich.[15]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Unilever und Personen aus seinem Management erhielten für ihre Unternehmenspolitik positive wie negative Auszeichnungen:

  • Im Jahr 2011 erhielt Harry J. M. Brouwer den B.A.U.M.-Umweltpreis, weil er die „Nachhaltigkeitsaktivitäten des Konzerns entscheidend geprägt und vorangetrieben“ habe.
  • Rettet den Regenwald verlieh im gleichen Jahr Unilever seinen BAUM-AB-Preis. Der Anti-Preis wurde an Unilever „für Beihilfe zur Umweltzerstörung und Missachtung der Menschenrechte in Indonesien“ verliehen.
  • Im Jahr 2012 erhielt Unilever den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Deutschlands nachhaltigste Zukunftsstrategie. Das Unternehmen will seine Größe verdoppeln, gleichzeitig die Auswirkungen auf die Umwelt halbieren, 100 Prozent der landwirtschaftlichen Rohwaren aus nachhaltigem Anbau beziehen und das Leben von einer Milliarde Menschen verbessern.[16]
  • Im Jahr 2013 wurde der Europäische Betriebsrat (UEWC) von Unilever für sein anhaltendes Engagement um die Gestaltung der Mitbestimmungsrechte im multinationalen Unilever-Konzern mit dem Deutschen Betriebsräte-Preis 2013 in der Sonderkategorie "Europa mitbestimmen" ausgezeichnet.[17][18][19]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Barbara Anne Hendricks aus Kleve: Die Margarineindustrie am unteren Niederrhein im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn, Bonn 1981, Tag der mündlichen Prüfung: 30. April 1980, Referent: Prof. Dr. Hans Pohl, Korreferent: Prof. Dr. Gerhard Adelmann
  2. Unilever sells Slim-Fast to Kainos Capital, Unilever-Pressemitteilung vom 10. Juli 2014
  3. a b Unilever. Über uns
  4. Pressemitteilungen
  5. thea.at
  6. Rettet den Regenwald e.V.: RegenwaldReport 02/2008: Affen oder Margarine?
  7. Rettet den Regenwald e.V.: Regenwaldreport
  8. Pressemitteilung 06/05/2008: Unilever setzt sich für Nachhaltigkeit beim Palmölanbau ein
  9. Ab 2015 nur noch zertifiziertes Palmöl
  10. Robin Wood
  11. Lebensmittelkonzerne warnen vor Biosprit, FAZ
  12. Klaus Werner, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen. Wien/Frankfurt a.M. 2003, S. 370f.
  13. Werner Mussler: Hohe Strafe für Waschmittel-Kartell. In: FAZ.NET vom 13. April 2011, abgerufen am 28. April 2011
  14. Will i mohr?, Artikel auf der FM4-Website, 20. Juli 2009
  15. derstandard.at: Neuer Rassismus-Vorwurf an Unilever, Zugriff am 10. Mai 2010
  16. http://www.presseportal.de/pm/24435/2379411/unilever-gewinnt-deutschen-nachhaltigkeitspreis-2012-bild
  17. [1]
  18. [2]
  19. [3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Unilever – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien