Cloppenburg

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Cloppenburg in Niedersachsen. Für weitere Bedeutungen siehe Cloppenburg (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Cloppenburg
Cloppenburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Cloppenburg hervorgehoben
52.8477777777788.043888888888939Koordinaten: 52° 51′ N, 8° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cloppenburg
Höhe: 39 m ü. NHN
Fläche: 70,62 km²
Einwohner: 33.084 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 468 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49661
Vorwahl: 04471
Kfz-Kennzeichen: CLP
Gemeindeschlüssel: 03 4 53 004
Adresse der
Stadtverwaltung:
Sevelter Straße 8
49661 Cloppenburg
Webpräsenz: www.cloppenburg.de
Bürgermeister: Wolfgang Wiese (CDU)
Lage der Stadt Cloppenburg im Landkreis Cloppenburg
Landkreis Ammerland Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Leer Landkreis Oldenburg Landkreis Osnabrück Landkreis Osnabrück Landkreis Vechta Landkreis Wesermarsch Oldenburg (Oldenburg) Barßel Bösel Cappeln (Oldenburg) Cloppenburg Emstek Essen (Oldenburg) Friesoythe Garrel Lastrup Lindern (Oldenburg) Löningen Molbergen SaterlandKarte
Über dieses Bild

Cloppenburg (plattdeutsch Cloppenborg) ist die Kreisstadt und größte Stadt des nach ihr benannten Landkreises Cloppenburg in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten]

Ortsteile[Bearbeiten]

Cloppenburg liegt im Oldenburger Münsterland zwischen Osnabrück und Oldenburg. Außerhalb des Stadtkerns gehören elf Ortsteile zum Stadtgebiet: Ambühren, Bethen, Emstekerfeld, Galgenmoor, Kellerhöhe, Staatsforsten, Stapelfeld, Sternbusch, Schmertheim und Vahren.

Kellerhöhe[Bearbeiten]

Kellerhöhe ist eine Anfang des 20. Jahrhunderts gegründete „Kolonie“ am Rande der Stadt Cloppenburg, in der das Land für den Ackerbau und die Viehzucht urbar gemacht wurde. Am Schnittpunkt der drei Kolonate Hoheging, Kellerhöhe und Bürgermoor, die zu drei verschiedenen politischen Gemeinden gehören, liegt die 1923 erbaute Kirche der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien Hoheging-Kellerhöhe-Bürgermoor.

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Cloppenburg befindet sich in der naturräumlichen Haupteinheit „Cloppenburger Geest“ bzw. in der Untereinheit „Cloppenburger Lehm-Geest“. Diese ist auch das Haupteinzugsgebiet der Soeste bis Cloppenburg. Diese naturräumliche Einheit ist als ein schwachwelliges Grundmoränengebiet gekennzeichnet, dessen vorwiegend lehmige Böden (gleyartige Braunerden) meist von einer dünnen Flott- oder Flugsanddecke überlagert sind und durch Stau von Oberflächenwasser in schwerdurchlässigem Untergrund (Geschiebelehm) frisch bis feucht, in Mulden gelegentlich nass sind[2][3]

Westlich von Cloppenburg, zwischen den Ortschaften Bühren und Schmertheim, grenzt die Untereinheit der „Cloppenburger Sand-Geest“ an. Die Grenze zur Cloppenburger Lehm-Geest ist nicht eindeutig linienhaft zu ziehen. Die Cloppenburger Sand-Geest stellt nach Meisel ein: "vorwiegend sandiges, schwachwelliges Grundmoränengebiet [dar], das stellenweise größere Dünenfelder trägt und nur von einzelnen schmalen flachmoorgefüllten Niederungen gegliedert wird. […] Ein großer Teil der Böden die früher Stieleichen-Birkenwälder trugen, war lange Zeit verheidet […] Grünland kommt nur in den schmalen Niederungen vor, die früher Erlenbruchwälder trugen."[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsansicht von Matthäus Merian 1647
Die Ruinen der Burg Cloppenburg. Das Amtsgericht im Hintergrund
Stadtmodell von Cloppenburg um 1650
Stadtmodell von Krapendorf um 1650
St. Andreas-Kirche

Der Name[Bearbeiten]

Die Herkunft des Namens ist nicht ganz geklärt, er hat aber zwei mögliche Entstehungsursachen:[5]

  1. Der Name gehört zum mdl. kloppen, was als klopfen, schlagen, prügeln in Bezug zur Entstehung der mittelalterlichen Trutzburg zu setzen ist.
  2. Englische Ortsnamen wie Clopton, Clapton oder Clophill sind zu beachten, die zum niederdeutschen Wort clop = Berg, Hügel in Beziehung stehen. Diesbezüglich sind Straßennamen recht aufschlussreich. In der Nähe der St. Andreas-Kirche befindet sich eine Bergstraße. Dieser Bereich gehört aber zu Krapendorf, das erst 1855 Bestandteil von Cloppenburg wurde.

Der Name Cloppenburg wurde urkundlich erstmals 1297 erwähnt.

Mittelalter[Bearbeiten]

Cloppenburg erwuchs aus ursprünglich zwei nach Alter und Entstehungsgeschichte unterschiedlichen Siedlungskernen.

Über die ältere, auf dem Geestrand gewachsene Siedlung Krapendorf gibt es erste schriftliche Aufzeichnungen von 819; die Gründung der Pfarrei Krapendorf erfolgt durch die Missionszelle in Visbek. Nachdem ab 780 n. Chr. von Karl dem Großen (* wahrscheinlich 2. April 747 oder 748; † 28. Januar 814 in Aachen) neun Missionssprengel zur Christianisierung der unterworfenen Sachsen errichtet worden waren, wurden von der Missionszelle Visbek aus durch Abt Gerbert Castus - den Apostel des Oldenburger Münsterlandes - die ersten Kirchengemeinden in der Umgebung gegründet.[6] Zu diesen zählte im Lerigau die Pfarrkirche Krapendorf. [7]Die Grafen von Tecklenburg errichteten in der Nähe der Siedlung Krapendorf an der Soeste-Niederung die Befestigungsanlage Cloppenburg, um in diesem Gebiet endgültig die Landeshoheit zu sichern. Am 20. Oktober 855 kommt Krapendorf mit Visbek an das Kloster Corvey.

Um 1100 ging der Kirchenzehnte von Croppendorf nach über hundert Jahren tecklenburgischer Herrschaft infolge häufiger Fehden der Tecklenburger Grafen mit den Bischöfen von Münster und Osnabrück in münsterschen Besitz über. Um 1150 erscheint Kroppendorf im Verzeichnis der Corveyer Patronatskirchen. Um 1200 erscheint der Haupthof curia Gropendorf im Besitzverzeichnis des Klosters Corvey. Am 5. Januar 1297 wurde durch eine Urkunde über den Grundstückstausch dokumentiert, dass Graf Otto III. von Tecklenburg auf einem Hof in Hemesburen (Hemmelsbühren) die Burg Cloppenburg erbauen ließ.

Am 18. Juni 1393 schließen die Bischöfe und die Städte von Münster und Osnabrück ein Bündnis zur Belagerung der Cloppenburg, die noch im selben Jahr erobert wird. Am 28. Dezember 1396 tritt Bischof Dietrich von Osnabrück seinen Anteil an Cloppenburg an den Bischof von Münster, Otto IV. von Hoya, ab.

Am 25. Oktober 1400 verzichtet Graf Nikolaus II. von Tecklenburg auf Herrschaft, Amt und Burg. Im Friedensvertrag von 1400 zwischen Münster und Tecklenburg wurden die Gebiete um Cloppenburg und Friesoythe als Amt Cloppenburg dem Fürstbistum Münster angegliedert. Trotz der geografischen Lage zwischen Hamburg und Osnabrück gehört es immer noch zum Bistum Münster. Am 9. März 1411 erhält die Siedlung vom Bischof von Münster das Weichbildrecht (stadtähnliche Freiheiten und Privilegien) verliehen. Am 5. Januar 1435 verlieh der Bischof von Münster Cloppenburg das Stadtrecht mit der eigenen Gerichtshoheit sowie ein Stadtwappen mit dem Bild des heiligen Paulus.

1435 wurde die Kirche in Krapendorf von den Osnabrückern zerstört und nachher wieder aufgebaut. Vor 1450 ist die Befestigung der Stadt mit Wall und Graben vollendet. 1537 wurde Wilke Steding, Erbauer des Gutes Stedingsmühlen, Drost von Cloppenburg.

1500 bis 1800[Bearbeiten]

Religionsstreit

Am 6. Juli 1543 führte Bischof Franz von Münster und Osnabrück das evangelische Bekenntnis ein. 1600 entstand die Stadtschule mit lateinischem und deutschem Unterricht. 1613 wurde das katholische Bekenntnis wieder eingeführt.

Dreißigjähriger Krieg

1622 fiel Graf von Mansfeld in das Niederstift Münster ein und besetzt Cloppenburg. Im weiteren Verlauf des Krieges waren kaiserliche, dänische und schwedische Truppen in Cloppenburg. 1623 schlug Tilly sein Lager in Bethen bei Cloppenburg auf. Durch einen Brand von 1638 wurden 61 Häuser zerstört. Erst 1650 erfolgte der Abzug der letzten schwedischen Truppen.

Fürstbischöfe von Galen

Durch einen Vertrag vom 19. September 1667 erwarb der Fürstbischof von Münster, Christoph Bernhard von Galen, die geistlichen Hoheitsrechte über das Niederstift, die bisher noch Osnabrück hatte. 1668 erfolgte die Einweihung der neuen Stadtkapelle und des Rathauses durch den Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, der auch den Hochaltar für die Kapelle gestiftet hatte (Stadtkapelle und Rathaus bis 1892 in der Osterstraße vor der Drogerie König). 1668 verlieh der Fürstbischof der Stadt zwei Jahrmärkte „zur Beförderung der gemeinnützlichen Commerzien“. Die Einweihung der Gnadenkapelle Bethen erfolgte 1669 durch Christoph Bernhard von Galen.

In einem großen Brand in Cloppenburg von 1716 kam es zur Zerstörung der Burggebäude, des Richthauses (jetzt Heukamp) und des Krapendorfer Tores. 1728 war der Neubau der St. Andreas-Kirche vollendet. Sie erhielt 1769 drei neue Altäre, die der Bildhauer Johann Heinrich König aus Münster (Westfalen) um 1769 angefertigt hatte, sowie eine neue Kanzel (1963 restauriert). Der neue Turm der Kirche wurde 1789 vollendet.

1800 bis 1900[Bearbeiten]

Cloppenburg 1805

Nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurde Cloppenburg Teil des Herzogtums Oldenburg. 1805 erfolgte die Sprengung des Burgturmes und Bau des Amtshauses. Von 1811 bis 1814 war der Ort unter Napoleon Sitz eines Kantons des Arrondissements Quakenbrück des Département de l'Ems-Supérieur.

Etwa 1.600 Einwohner zählte Cloppenburg, als 1855 das Kirchspiel Krapendorf und die Burg-Stadt Cloppenburg zu einer Stadtgemeinde vereinigt wurden. Seitdem wuchs Cloppenburg zu einer Mittelstadt mit inzwischen über 30.000 Einwohnern an. 1857 fand die Einweihung der evangelischen Kirche statt und 1863 die des Krankenhauses. 1864 gründete sich die der Ackerbauschule und die Höhere Bürgerschule. Seit September 1864 erschien das Wochenblatt für Stadt und Amt Cloppenburg. Die seit 1878 bestehenden Cloppenburger Nachrichten wurden 1882 vom Wochenblatt übernommen, das sich 1906 in Münsterländische Tageszeitung umbenannte und auch heute noch unter diesem Namen besteht.

1891 war die Einweihung der St.-Josephs-Kirche und 1893 die des neuen Rathauses in der Langen Straße. 1892 fand der Abbruch der alten Stadtkapelle und des Rathauses statt.

Von zentraler Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der durch bäuerliche Subsistenzwirtschaft geprägten Gegend war die Entwicklung des Eisbahnnetzes zur Beförderung von landwirtschaftlichen Gütern und Produkten. Der Kreis Cloppenburg wurde im eisenbahntechnischen Zeitalter aufgrund seiner günstigen Lage zum Verkehrsknotenpunkt des Münsterlandes. Der direkte Anschluss an die rheinisch-westfälischen Industriereviere förderte die agrarökonomische Entwicklung und trug wesentlich zur Bedeutung der Stadt als Markt- und Handelszentrum in Südoldenburg bei und war Ausgangspunkt der inneren Erschließung der Ämter Cloppenburg und Friesoythe.[8] Der Ausbau von Handel und Verkehr führten dazu, dass Cloppenburg nach dem Ersten Weltkrieg "die Handelsmetropole des Münsterlandes und darüber hinaus wurde".[9]

Seit 1900[Bearbeiten]

Die Stadt Cloppenburg in den 1930er Jahren

1909 wurde das Amtsgericht auf dem früheren Burggelände errichtet. 1914 erfolgte die Gründung des Real-Progymnasiums (jetzt Clemens-August-Gymnasium Cloppenburg) welches 1917 eingeweiht wurde. Am 10. November 1918 bildete sich auch in Cloppenburg ein Arbeiterrat.[10]

Dr. Heinrich Ottenjann begann 1922 mit dem Aufbau eines heimatkundlichen Museums. 1927 wurde die Wallfahrtskirche und die Krieger-Gedächtniskirche in Bethen gebaut. 1929 war der so genannten „Bauernaufstand“ in Sevelten („Eberborg-Geschichte“). Die Münsterlandhalle entstand um 1929/30 und wurde 1959 erweitert.

Deutsches Reich 1933 bis 1945[Bearbeiten]

1934 begann mit dem ersten Spatenstich die Geschichte des Freilichtmuseums Museumsdorf Cloppenburg als Erweiterung des 1922 gegründeten Heimatmuseums.

Kreuzkampf-Mahnmal am Markt

Die Großkundgebung von 1936 in der Münsterlandhalle zum Kreuzkampf im Oldenburger Münsterland war eine Protestaktion der Bevölkerung und führte zur Rücknahme des Kreuzerlasses. 1937 feierte die Stadt das Richtfest für das neue Rathaus.

Cloppenburger Nationalsozialisten steckten 1938, während der so genannten Reichskristallnacht, die Cloppenburger Synagoge in Brand.

Am 5. Februar 1940 stießen bei Cloppenburg zwei Züge zusammen. 11 Menschen starben, 31 weitere wurden verletzt.[11]

Am 10. April 1945 führte ein Luftangriff zu schweren Zerstörungen von etwa 150 Gebäuden. Nach Aussagen von Zeitzeugen kamen dabei ca. 200 Menschen ums Leben. Am 13. April 1945 besetzten englische und kanadische Truppen den Ort. Der Quatmannshof im Museumsdorf wurde zerstört.

Nach 1945[Bearbeiten]

1956 war der Neubau für die Berufsbildende Schule an der Museumsstraße fertiggestellt. 1959 war die Einweihung der St.-Augustinus-Kirche, seit 1964 die dritte Pfarrkirche. 1960 konnte das neue Kreisamt auf dem früheren Burggelände übergeben werden. 1960 gründete sich ein Bildungswerk. 1962 war die festliche Übergabe des wiedererstellten Quatmannshofes durch Bundespräsident Heinrich Lübke. 1963 erfolgte der Bau des Spreda-Werkes in Emstekerfeld mit einem 76 Meter hohem Werksturm, der später als Pfanni-Turm zu einem Wahrzeichen der Stadt wurde.

1964 hatte die Stadt 16.281 Einwohner, davon 12.752 katholisch und 2.898 evangelisch. Es gab 2467 Wohnhäuser.

1967 wurde im Emstekerfeld die Kirche St. Bernhard eingeweiht, 1968 die der neuen St.-Josefs-Kirche und 1970 das St.-Pius-Stift als Altenheim und Altenpflegeschule. Das Hallenbad eröffnete 1973, das Freibad 1974. Die alte St.-Joseph-Kirche (Kleine Kirche) musste 1973 abgerissen werden. 1974 erfolgte die Fertigstellung der Sonderschule und der Zweifachturnhalle im Schulzentrum am Cappelner Damm. Der zentralen Omnibusbahnhofs erhielt 1975 einen Neubau und 1976 war die Heimvolkshochschule Kardinal von Galen, heute Katholische Akademie Stapelfeld fertiggestellt. Die Wallfahrtskirche in Bethen wurde 1977 durch Papst Paul VI. zur Basilika minor erhoben. 1978 kann die Fußgängerzone Lange Straße eröffnet werden.

1978 bildet sich der Regierungsbezirks Weser-Ems im Zuge der Gebietsreform.

Der Eberborg-Brunnen wurde 1979 eingeweiht. In Anwesenheit des Landesrabbiners Henry G. Brandt wurde 1983 die Gedenkstätte für die frühere jüdische Gemeinde in Cloppenburg der Öffentlichkeit übergeben. 1984 erfolgte die Freilegung und teilweise Wiederherstellung des Burgturmes im Stadtpark. 1997 war die Einweihung des neuen Rathauses. 2010 wurden die vier bisher selbstständigen kath. Kirchengemeinden St. Andreas, St.Augustinus, St. Bernhard und St. Josef zur neuen Stadtpfarrei St. Andreas zusammengelegt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Der Landkreis Cloppenburg ist zusammen mit dem Nachbarkreis Vechta durch eine überdurchschnittliche Geburtenrate in Deutschland bekannt. Mit durchschnittlich 1,9 Kindern pro Frau, gefolgt vom Landkreis Vechta mit durchschnittlich 1,6 Kindern pro Frau, belegt der Landkreis Cloppenburg bundesweit den Spitzenplatz. Als Grund dafür werden die klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau in der konservativen Region sowie die vergleichsweise hohe Zahl russlanddeutscher Aussiedler in der Gegend, die eine tendenziell höhere Geburtenrate aufweisen, genannt. Jeder fünfte Einwohner der Stadt kommt aus einer Spätaussiedlerfamilie.[12]

1473: etwa 250 Einwohner
1609: 380 Einwohner
1662: 215 Einwohner
1762: 408 Einwohner
1808: 598 Einwohner
1816: 1461 Einwohner (mit Krapendorf)
1964: 16.281 Einwohner
1977: 20.789 Einwohner
1982: 22.088 Einwohner
2000: 30.353 Einwohner
2010: 32.655 Einwohner
2011: 34.157 Einwohner
2012: 34.313 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Rathaus von Cloppenburg

Bürgermeister[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2011
(in %)[13][14]
 %
50
40
30
20
10
0
47,02
21,6
13,87
12,07
3,28
1,21
0,9
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-10,58
+3,15
+1,86
+3,18
+0,25
+1,21
+0,9

Bei der Bürgermeisterwahl vom 10. September 2006 setzte sich Wolfgang Wiese von der CDU mit großem Abstand zu seinen Kontrahenten Michael Jäger (Grüne) und Konstanze Korfhage (UWG) durch.[15]

Bewerber Partei 10. Sept. 2006
Wolfgang Wiese CDU 63,48 % 6.709
Michael Jäger Grüne 15,11 % 1.597
Konstanze Korfhage UWG 21,4 % 2.262
Wahlbeteiligung 45,15 %

Stadtrat[Bearbeiten]

Am 7. November 2011 gab der Ratsherr Dieter Beuse seinen Austritt aus der CDU-Fraktion bekannt, woraufhin die CDU nur noch mit 16, anstatt mit 17 Ratsmitgliedern im Stadtrat vertreten ist. Dieter Beuse gab zudem bekannt, er wolle sich der FDP/ZENTRUM-Gruppe (bestehend aus dem FDP-Politiker Yilmaz Mutlu und dem ZENTRUM-Politiker Udo Anfang) anschließen.[16] Am 5. Januar 2012 trat Dieter Beuse dem ZENTRUM bei.[17] Somit hat die Partei nunmehr zwei Sitze im Stadtrat.

Partei 10. Sept. 2006 11. Sept. 2011
CDU 57,6 % 17.931 21 Sitze 47,02 % 16.207 16 Sitze (17)
SPD 18,45 % 5.746 7 Sitze 21,60 % 7.448 8 Sitze
Grüne 8,89 % 2.768 3 Sitze 12,07 % 4.163 4 Sitze
FDP 3,03 % 945 1 Sitz 3,28 % 1.133 1 Sitz
UWG 12,01 % 3.739 4 Sitze 13,87 % 4.784 5 Sitze
ZENTRUM nicht angetreten 1,21 % 419 2 Sitze (1)
LINKE nicht angetreten 0,90 % 313
Wahlbeteiligung 45,15 % 47,67 %

Vertreter im Land- und Bundestag[Bearbeiten]

Landtag

Cloppenburg ist im Landtagswahlkreis 67 Cloppenburg vertreten. Im Niedersächsischen Landtag (Wahlperiode bis 2013) sind vertreten

Bundestag

In den Deutschen Bundestag, Bundestagswahlkreis 33 Cloppenburg-Vechta, ist bei der Bundestagswahl 2009 Franz-Josef Holzenkamp (CDU) aus Emstek erneut direkt gewählt worden.[18][19]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Cloppenburg vereinigt in sich das Wappen des Bistums Münster: roter Balken auf goldenem Schild; das Bild des Schutzpatrons des Stiftes Münster: der Heilige Paulus mit Buch und Schwert; und ein Charakteristikum des Bischofs Heinrich von Moers, der als damaliger Landesherr Cloppenburg das Wappen verlieh: drei blaue baristelen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1989 besteht eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Bernay in der Normandie (ca. 12.000 Einwohner, rund 150 Kilometer westlich von Paris gelegen).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bockwindmühle, wiederaufgebaut im Museumsdorf Cloppenburg
Eberborg-Brunnen
  • Museumsdorf Cloppenburg
  • Stadtpark mit dem Amtsgericht (Jugendstilbau) und Fundamenten der Cloppenburg
  • barocke St. Andreas-Kirche (18. Jahrhundert)
  • Fußgängerzone mit Bronzeskulpturen „Dialog“ von Bildhauer Norbert Marten auf dem Platz „Stadtmitte“ und Eberborgbrunnen (vom Bildhauer Peter Lehmann) am Anfang der Fußgängerzone
  • 80 Meter hoher Werksturm auf dem ehemaligen Werksgelände von Pfanni. Er wurde 1963 errichtet.

Sport[Bearbeiten]

Zu den bekanntesten Vereinen in Cloppenburg gehört der BV Cloppenburg. Die Herrenmannschaft des BVC spielt in der Fußball-Regionalliga. Die Damenmannschaft spielt seit der Saison 2013/14 in der 1. Frauen-Bundesliga.

Der größte Verein der Stadt Cloppenburg ist der TV Cloppenburg von 1892 e. V.. Der Verein ist in mehrere Abteilungen unterteilt. Neben den größten Leistungsabteilungen Handball und Volleyball gibt es die Abteilungen Badminton, Judo, Karate, Freerunning, Parcours, Square-Dance, Kindertanzen und Kinderturnen. Die größte Abteilung bildet der Fitnessbereich. Abgerundet wird das Angebot durch die Seniorensportangebote und Reha- Sportmöglichkeiten.

Überregional bekannt ist Cloppenburg vor allem durch die dort früher stattfindenden Grasbahnrennen und heutigen Speedwayrennen, die der Motorsportclub Cloppenburg austrägt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der 76 Meter hohe „Pfanni-Turm“ (2002)

Aus dem einst rein landwirtschaftlich orientierten weiten Umland der Kreisstadt ist mittlerweile ein leistungsstarker Wirtschaftsraum geworden. Die Arbeitslosigkeit liegt im deutschen und insbesondere im niedersächsischen Vergleich unter dem Durchschnitt.

Mit seiner mehr als 300-jährigen Tradition als Marktstadt entwickelte sich das zentral gelegene Cloppenburg zu einem der bedeutendsten Umschlagplätze für agrarwirtschaftliche Erzeugnisse. Neben der Nahrungsmittelbranche haben sich dank gezielter Wirtschaftsförderungsmaßnahmen etliche Großbetriebe und eine solide, konkurrenzfähige Klein- und Mittelindustrie etabliert.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesautobahn 1 führt östlich an Cloppenburg vorbei (Ausfahrt 63 „Cloppenburg“), die BAB 29 ist ebenfalls in etwa 15 Minuten Fahrzeit zu erreichen.

Die Bundesstraße 69 führt von der Autobahnausfahrt Cloppenburg nach Diepholz, die Bundesstraße 72 verbindet Cloppenburg mit der Nordseeküste (Norddeich) und die Bundesstraße 213 führt von Delmenhorst über Cloppenburg in die Niederlande. Cloppenburg ist dabei Kreuzungspunkt der B 72 und der B 213, die sich in der autobahnähnlich ausgebauten Umgehungsstraße miteinander vereinen.

Am westlichen Ausbauende der vierspurigen Umgehungsstraße Cloppenburgs im Zuge der Bundesstraßen 213 und 72 schließt sich die Bundesstraße 68 in Richtung Süden (Quakenbrück/Osnabrück) an.

Cloppenburgs Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück der NordWestBahn, auf der stündlich Personenzüge in beide Richtungen fahren. Eine weitere Schienenverbindung führt nach Friesoythe. Sie wird nur noch von Museums- oder Güterzügen genutzt. Die Bahnstrecke Vechta–Cloppenburg und Bahnstrecke Cloppenburg–Landesgrenze sind stillgelegt. Die Schienen auf den entsprechenden Trassen sind abgebaut.

Medien[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Zahlreiche Bildungs- und Kultureinrichtungen bieten breit gefächerte Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an:

  • 1 Schulkindergarten
  • 7 Grundschulen
  • 3 Haupt- und Realschulen
  • 2 Gymnasien (Liebfrauenschule Cloppenburg und Clemens-August-Gymnasium)
  • 4 Berufsbildende Schulen
  • 2 Förderschulen, eine Musikschule
  • 3 Erwachsenenbildungseinrichtungen
  • 15 sonstige Bildungseinrichtungen und Schulen
  • 2 öffentliche Büchereien

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Cloppenburg geboren[Bearbeiten]

Mit Cloppenburg verbunden[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

  • In dem Lied „Kopf aus dem Fenster“ der Band Element of Crime, singt Sven Regener die Zeile: „Was für Cloppenburg Pfanni ist, bist du für mich.“
  • In dem Roman „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“ von Rocko Schamoni besucht der Romanheld Michael Sonntag seine Eltern in Cloppenburg.
  • Der Jugendroman TrauerWelten von Tomas Cramer spielt zum Teil in Cloppenburg.
  • Das Kinderbuch Abenteuer zwischen Insel und Schlangenwald von Tomas Cramer spielt in Cloppenburg/Emstekerfeld.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cloppenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Cloppenburg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Heinz-Josef Lücking: Ökologische Bewertung des Soestetals zwischen Cloppenburg und Stedingsmühlen (LK Cloppenburg, Nordwest-Deutschland) aus der Sicht des Naturschutzes unter besonderer Berücksichtigung der Vegetation, Gewässergüte und des ökomorphologischen Gewässerzustandes. BSH/NVN naturspecial Report, Heft 21, 1995, ISBN 3-923788-29-0. (Diplomarbeit im Fach Geographie an der Justus Liebig Universität, Gießen, 1992)
  3. Bundesanstalt f. Landeskunde u. Raumforschung (Hrsg.), Sofie Meisel: Die Naturräumlichen Einheiten auf Blatt 70/71 Cloppenburg/Lingen. Selbstverlag, Bonn-Bad Godesberg 1959, S. 27.
  4. Sofie Meisel, 1959: Die Naturräumlichen Einheiten auf Blatt 70/71 Cloppenburg/Lingen, S. 28.
  5. Jürgen Udolph: Jahrbuch Oldenburger Münsterland. 2002.
  6. Michael Bönte: Abt Gerbert Castus - Ein Missionar aus zweiter Reihe. Kirchensite (Online-Zeitung des Bistums Münster). 29. Oktober 2004. Abgerufen am 11. Oktober 2013.
  7. Offizialatsbezirk Oldenburg. Abgerufen am 11. Oktober 2013.
  8. Gelhaus, Hubert: Das politisch-soziale Milieu in Südoldenburg, Band 1, S. 322 ff.
  9. Gelhaus, Hubert: Das politisch-soziale Milieu in Südoldenburg, Band 1, S. 333.
  10. Gelhaus, Hubert: Das politisch-soziale Milieu in Südoldenburg, Band 2, S. 31 ff.
  11. Martin Weltner: Bahn-Katastrophen. Folgenschwere Zugunfälle und ihre Ursachen. München 2008. ISBN 978-3-7654-7096-7, S. 15.
  12. Deutschlandradio: Russen auf dem platten Land.
  13. KDO-Wahlportal Stadtratswahl 2006
  14. KDO-Wahlportal Stadtratswahl 2011
  15. KDO-Wahlportal Bürgermeisterwahl 2011
  16. Cloppenburger Wochenblatt vom 9.November 2011, Seite 1
  17. Dieter Beuse tritt dem Zentrum bei (Münsterländische Tageszeitung; PDF; 42 kB)
  18. Website des Deutschen Bundestages: http://www.bundestag.de/bundestag/wahlen/wahlkreise09/index.html?wknr=033
  19. Spiegel Online: http://www.spiegel.de/flash/flash-22868.html