Pfundkrise

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Die Pfundkrise im September 1992 war eine Spekulation gegen das Britische Pfund, die das Europäische Währungssystem (EWS) beinahe zum Einsturz brachte.

George Soros und andere Investoren waren der Meinung, dass das britische Pfund überbewertet sei und dass Großbritannien entweder das Pfund abwerten oder das EWS verlassen würde. Soros und andere setzten daher große Geldsummen zur Schwächung des Pfunds ein. Zuerst versuchte die britische Notenbank noch, durch Stützungskäufe ihre Währung zu stabilisieren. Als das aber wenig Wirkung zeigte, gab sie am 16. September 1992 eine Zinserhöhung von zuerst 10 % auf 12 % bekannt, um die Attraktivität des Pfundes zu steigern und Investoren anzuziehen. Nur wenige Stunden später stellte die Notenbank eine Erhöhung des Zinssatzes auf 15 % in Aussicht. Die Spekulanten ignorierten aber diese Aussage und setzten weiterhin hohe Summen gegen das britische Pfund, so dass gegen 19 Uhr Ortszeit der Schatzkanzler (Chancellor of the Exchequer), Norman Lamont, bekannt gab, dass Großbritannien das EWS verlassen würde und die Zinsen wieder auf das alte Niveau von 10 % gesenkt würden. In der Folge fiel das britische Pfund in den nächsten fünf Wochen um fast 15 % gegenüber der deutschen Mark und um 25 % gegenüber dem US-Dollar.

Diese Spekulation brachte Soros einen Milliardengewinn und den Beinamen „The man who broke the Bank of England“ ein.

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Juni 1972 kam es zu einer Pfundkrise, in deren Rahmen die britische Regierung aus der Währungsschlange ausschied und den Kurs des Pfund frei floaten ließ. Gegenüber dem US-Dollar und vielen anderen Währungen tut sie dies ununterbrochen bis heute (2012). Von 1990 bis 1992 war Großbritannien Mitglied im EWS (Europäisches Währungssystem).

Das Bretton-Woods-System brach im März 1973 zusammen; siehe hier. Im Herbst 1973 begann die erste Ölkrise. 1974 gab es in Großbritannien eine krisenhafte Entwicklung: die Inflationsrate betrug 17 %, die Arbeitslosigkeit etwa 700.000, das Zahlungsbilanzdefizit etwa 13 Milliarden Euro (die damalige Kaufkraft war mehrfach höher als heute). [1]

Das bei den Britischen Unterhauswahlen am 28. Februar 1974 gewählte Hung parliament konnte sich nicht auf eine Regierung einigen; der damalige Premierminister Harold Wilson rief im September Neuwahlen aus. Bei den Neuwahlen am 10. Oktober 1974 gewann die Labour Party eine knappe Mehrheit (319/635) der Unterhaussitze. Gleichwohl blieb sie die volle Legislaturperiode bis zum Mai 1979 an der Macht (März 1976 – Mai 1979 unter James Callaghan); dann wurde Margaret Thatcher die erste Premierministerin des Landes.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. spiegel.de 30. September 1974: England: Die nächste Krise? - Mit den Wahlen zum Unterhaus am 10. Oktober will Harold Wilson wenigstens das Parlaments-Patt beenden. Aber diese Wahlen, die zweiten in diesem Jahr, könnten ebensogut zu einem neuen Remis führen und Britanniens Dauerkrise noch weiter verlängern: Englands Wähler, von Apathie, Verzweiflung und Selbstmitleid befallen, trauen den Parteien und ihren Führern nichts mehr zu.