Phileas (Fahrzeug)

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Eingelenkiges Fahrzeug
Doppelgelenk-Fahrzeug
Eingelenkiges Fahrzeug
Eingelenkiges Fahrzeug mit Brennstoffzelle in Amsterdam

Phileas ist eine Busplattform des niederländischen Herstellers APTS.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Variante des Phileas wurde als Spurbussystem entwickelt. Es wird seit 2004 als Pilotprojekt für den Öffentlichen Personennahverkehr in Eindhoven (Niederlande) betrieben. Entwickelt wurde das Projekt vom Samenwerkingsverband Regio Eindhoven (SRE). Es soll den Öffentlichen Nahverkehr mit hoher Qualität ohne hohen Investitionsbedarf verknüpfen.

Das Konzept entstand in den späten 1990er Jahren und sollte zudem das hohe technische Know-How in der Region Eindhoven widerspiegeln, um neue Arbeitsplätze in diesem Bereich anzuziehen.

Der Name ist angelehnt an Phileas Fogg aus Reise um die Erde in 80 Tagen von Jules Verne und soll hohe Geschwindigkeit symbolisieren.

Technik und Einsatz[Bearbeiten]

Der Phileas fährt hauptsächlich auf Busspuren. Die Navigation folgt einer vorprogrammierten Route, die ständig durch ein Magnet-Leitsystem in der Straße gegengeprüft wird. Technisch gesehen könnten die Busse autonom fahren, aufgrund der niederländischen Rechtslage ist jedoch immer ein Fahrer an Bord.

Das Fahrzeug wird in einer 18 m langen Variante mit einem Gelenk sowie in zweigelenkigen Varianten mit 24 bzw. 26 m Länge angeboten. Die Transportkapazitäten für 4/6/8 Stehplätze pro Quadratmeter sind 103/140/177 Passagiere bei 18 m, 129/171/212 Passagiere bei 24 m und 141/185/230 Passagiere bei 26 m; Abweichungen sind je nach Sitzanordnung möglich.

In Eindhoven kommen elf eingelenkige Fahrzeuge mit 18 m Länge sowie ein doppelgelenkiges Fahrzeug (24 m) zum Einsatz. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h. Der Innenraum bietet 130 beziehungsweise 180 Fahrgästen Platz.

Weitere Systeme sind in Vilnius, Korea, Israel und Amsterdam geplant.

Der Phileas wird auch als Metrobüs in Istanbul (Türkei) eingesetzt. Das System Metrobüs besteht seit 2007[1] und reicht inzwischen von Avcilar nach Kadiköy (2009). Die dort eingesetzten Phileas-Buse fallen im Praxiseinsatz allerdings oft aus. Es wird berichtet, dass sie nicht für Trassen mit vielen Steigungen geeignet seien.[2]

In Douai (Frankreich) wird Phileas unter dem Namen Évéole auf der Linie A betrieben. Die Fahrzeuge haben wegen Mittelbahnsteigen an einigen Stationen auf beiden Seiten Türen.

Wasserstoffvariante[Bearbeiten]

Eine eingelenkige 18 m lange Wasserstoff-Hybridbus-Variante des Phileas verkehrt in zwei Exemplaren seit dem 8. September 2011 im Rhein-Erft-Kreis und in Köln. Zwei 150 kW starke Busse werden dabei im Stadtverkehr in Brühl und Hürth eingesetzt, sowie auf der Regionalbuslinien.[3] Neben APTS waren am Bau des Busses Vossloh-Kiepe (Hybridtechnologie), Hoppecke Batterien (Batterie), RWTH Aachen und FH Köln (Energiemanagement-System) beteiligt. Die Brennstoffzelle wurde von Ballard Power Systems zugekauft. Der für den Betrieb notwendige Wasserstoff fällt als Abfallprodukt von lokalen Chemieunternehmen an, zurückgewonnene Bremsenergie kann in einer 26 kWh fassenden Batterie gespeichert werden. Auch die GVB in Amsterdam setzen seit 2012 zwei dieser Wasserstoff-Busse ein.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.iett.gov.tr/en/section.php?sid=58
  2. http://www.milliyet.com.tr/Yasam/HaberDetay.aspx?aType=HaberDetay&KategoriID=5&ArticleID=1095029&Date=15.05.2009&b=Metrobus%20Halic%20yokusunda%20kaldi
  3. http://www.rvk.de/startseite/presse/aktuelle-pressemeldungen/detailansicht/article/wasserstoff-hybridbusse-jetzt-im-linienverkehr.html RVK:"Wasserstoff-Hybridbusse jetzt im Linienverkehr"