Rhein-Erft-Kreis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Rhein-Erft-Kreises Deutschlandkarte, Position des Rhein-Erft-Kreises hervorgehoben50.95136.6308Koordinaten: 50° 57′ N, 6° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Landschaftsverband: Rheinland
Verwaltungssitz: Bergheim
Fläche: 704,62 km²
Einwohner: 456.602 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 648 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: BM
Kreisschlüssel: 05 3 62
Kreisgliederung: 10 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Willy-Brandt-Platz 1
50126 Bergheim
Webpräsenz: www.rhein-erft-kreis.de
Landrat: Michael Kreuzberg (CDU)
Lage des Rhein-Erft-Kreises in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen Mülheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann Düsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis Düren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna Märkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln Städteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Kreis Euskirchen Münster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Der Rhein-Erft-Kreis ist ein Kreis im Westen von Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Köln. Von 1975 bis Ende Oktober 2003 hieß der Kreis Erftkreis. Die Kreisstadt des Rhein-Erft-Kreises ist Bergheim.

Geographie[Bearbeiten]

Naturraum[Bearbeiten]

Der Kreis hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 38 km und eine Ost-West-Ausdehnung von 28 km. Der höchste Punkt des Kreises befindet sich mit 205,8 m ü. NN auf der Glessener Höhe östlich von Bergheim. Der nördliche Stommelerbusch, an der Pulheimer Stadtgrenze gegen Dormagen und Köln, verzeichnet eine Höhenlage von nur 42 m. Somit befindet sich dort der niedrigste Punkt des Kreisgebiets.

Die Erft in der Kreisstadt Bergheim

Bewaldung[Bearbeiten]

Der Rhein-Erft-Kreis zählt mit nur circa 11 % Waldanteil und einem Pro-Kopf-Anteil von circa 177 m² zu den waldärmsten Kreisen im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Der Landesdurchschnitt der bewaldeten Fläche von Nordrhein-Westfalen liegt bei circa 26 %. Mit der beschlossenen Erweiterung des Braunkohletagebaus Hambach fielen nochmals circa 1.300 Hektar Wald weg und der Waldanteil verringert sich damit weiter auf circa 8 %. Vor diesem Hintergrund wurde im Erftkreis ein beispielhaftes Waldvermehrungsprogramm initiiert. Innerhalb von 9 Pflanzperioden (93/94 – 01/02) wurden bisher ca. 150 ha neu aufgeforstet. Dies entspricht einer Neupflanzung von circa 750.000 heimischen Laubbäumen und Sträuchern. Die Städte Bedburg, Bergheim, Brühl, Erftstadt, Kerpen, Hürth, Pulheim und Wesseling unterstützen das Waldvermehrungsprogramm des Erftkreises aktiv und haben, neben eigenen örtlichen Waldaktionen, bisher eine Fläche von ca. insgesamt 40 ha für überregionale Aufforstungen bereitgestellt.

Nachbarkreise/-städte[Bearbeiten]

Der Rhein-Erft-Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Rhein-Kreis Neuss, an die kreisfreie Stadt Köln sowie an die Kreise Rhein-Sieg-Kreis, Euskirchen und Düren.

Kreisangehörige Städte[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013[2])

Städte

Köln Kreis Düren Kreis Euskirchen Kreis Heinsberg Kreis Mettmann Leverkusen Rhein-Kreis Neuss Rhein-Sieg-Kreis Bedburg Bergheim Brühl (Rheinland) Elsdorf (Rheinland) Erftstadt Frechen Hürth Kerpen Pulheim WesselingMunicipalities in BM.svg
Über dieses Bild
Bergheim Aachener Tor

Geschichte[Bearbeiten]

Der Rhein-Erft-Kreis wurde im Rahmen der Kreisreform gemäß § 26 Köln-Gesetz am 1. Januar 1975 unter der Bezeichnung Erftkreis aus den ehemaligen Kreisen Bergheim (Erft) und Köln (außer den Köln zugeschlagenen Teilen) sowie der Stadt Erftstadt des Kreises Euskirchen neu gebildet.[3] Es gab zunächst zwei Verwaltungssitze, nämlich Hürth und Bergheim. Seit dem 3. September 1993 sind diese zu einem einzigen Sitz in Bergheim zusammengefasst. Am 1. Juni 1976 kam zum Kreisgebiet noch die Stadt Wesseling hinzu, die aus der Stadt Köln wieder ausgegliedert werden musste.[3] Durch diese Veränderung erhielt der Kreis Zugang zum Rhein, blieb jedoch weiterhin nur nach der weitaus weniger bedeutenden Erft benannt.

Nachdem der Kreistag die Umbenennung des Kreises in Rhein-Erft-Kreis beschlossen hatte, genehmigte das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen mit Wirkung vom 1. November 2003 den neuen Namen. Der Landrat nahm am 25. September 2003 die Urkunde zur Umbenennung entgegen. Der Kreis verspricht sich vom neuen Namen eine bessere internationale Vermarktung.

Politik[Bearbeiten]

Wahl des Kreistags des Rhein-Erft-Kreises 2014
in Prozent
 %
50
40
30
20
10
0
40,7 %
31,9 %
11,3 %
4,9 %
3,4 %
3,1 %
2,8 %
1,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-0,9 %p
+3,8 %p
-0,1 %p
-4,8 %p
-0,3 %p
+0,5 %p
+0,7 %p
+1,9 %p
Sitzverteilung im Kreistag des Rhein-Erft-Kreises 2014
        
Von 76 Sitzen entfallen auf:

Kreistag[Bearbeiten]

Bei der Wahl zum Kreistag im Jahr 2004 ergab sich folgendes Ergebnis (66 Sitze):

Ab dem 21. Oktober 2009 verteilen sich die 80 Sitze des Kreistages wie folgt:

Aktuell gibt es im Kreistag folgende Sitzverteilung nach Fraktionen (Stand September 2014):

CDU SPD GRÜNE FDP DIE LINKE FW/PIRATEN Fraktionslos Gesamt
31 24 9 4 3 3 2 76
FW 2
PIRATEN 1
Pro NRW 2

Landräte[Bearbeiten]

Oberkreisdirektoren[Bearbeiten]

Bis zum Jahr 1995 waren die Landräte ehrenamtlich. Die Verwaltung führte in dieser Zeit der Oberkreisdirektor. Mit der Übernahme der Verwaltungsaufgaben durch einen hauptamtlichen Landrat entfiel in Nordrhein-Westfalen das Amt des Oberkreisdirektors.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Tagebau Hambach vom Aussichtspunkt bei Elsdorf-Angelsdorf gesehen

Der Rhein-Erft-Kreis ist geprägt von Bodenschätzen, im Besonderen von der Braunkohle. Der Kreis liegt im Zentrum des Rheinischen Braunkohlereviers. Das Unternehmen RWE betreibt im Kreisgebiet (Bergheim-Niederaußem) das größte Braunkohlekraftwerk Europas. Auch die Landschaft der Region ist von den großen Tagebauen geprägt. Ganze Dörfer mussten den Baggern weichen. Doch auch wegen der verkehrstechnisch guten Lage siedelten sich viele Unternehmen im Kreis an. Sie nutzen die optimale Umlandstruktur sowie der Nähe zum Flughafen und dem Container-Bahnhof Köln-Eifeltor.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

In allen Städten, außer in Kerpen, Pulheim und Elsdorf, befinden sich Krankenhäuser der Grund- und erweiterten Versorgung. Die meisten Fachkliniken gibt es in Hürth, das Frechener St. Katharinenhospital ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln und beheimatet beispielsweise die einzige neurologische Fachklinik im Kreis. Eine Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen im Rhein-Erft-Kreis gilt als Ansprechpartner für Suchende.

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der „Feurige Elias“ auf dem Brühler Markt um 1900
Ein Zug der Erftbahn im Bahnhof Bergheim

Da der Kreis sich fast komplett um das linksrheinische Köln schließt, sind die Städte des Rhein-Erft-Kreises an die von Köln ausgehenden Eisenbahnstrecken angebunden:

Bergheim und Bedburg liegen an der Erftbahn, einer Verbindungsstrecke von Horrem nach Bedburg. Dabei handelt es sich um eine Strecke der ehemaligen Bergheimer Kreisbahn.

Die Städte Wesseling, Brühl, Hürth und Frechen sind zudem noch an das Kölner Stadtbahnnetz angeschlossen. Durch Wesseling führt die Rheinuferbahn der ehemaligen Köln-Bonner Eisenbahnen (KBE), heute Stadtbahnlinie 16. Durch Hürth und Brühl fährt die ehemalige Vorgebirgsbahn der KBE, heute Linie 18. Nach Frechen verläuft die Strecke der ehemaligen Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn (KFBE), heute die Stadtbahnlinie 7.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Ähnlich wie bei den Schienenstrecken wird auch hier der Rhein-Erft-Kreis von der Lage in der Peripherie des Verkehrsknotens Köln begünstigt.

Die A4, mit Blick von der Ville bei Frechen auf Köln

Die Städte sind an folgende Autobahnen und Bundesstraßen gut angeschlossen:

Der Kreis hat so genannte Baggerstraßen, die es ermöglichen, mit den Großbaggern von einem Tagebau zum anderen zu fahren. Sie sind meist nicht als "Straße" zu erkennen und werden in der Zeit, in der sie nicht befahren werden, stellenweise auch landwirtschaftlich genutzt.

Busverkehr[Bearbeiten]

Die kreiseigene Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) unterhält zahlreiche Regionalbuslinien. Die wichtigsten werden meist im Stundentakt bedient. Zusätzlich gibt es noch die KVB (Kölner Verkehrs-Betriebe) Linie 145, diese verbindet Frechen mit Köln-Bocklemünd über Köln-Weiden, Köln-Lövenich, Köln-Widdersdorf.

Darüber hinaus betreibt die REVG oder städtische Verkehrsbetriebe zahlreiche Buslinien mit lokaler Bedeutung. Eine Buslinie in Kerpen, Elsdorf und Bergheim wird von der Firma Tirtey betrieben (Tirtey betreibt seit Juni 2009 eine weitere Buslinie in Kerpen-Sindorf). In den 1990er Jahren wurde das Angebot insbesondere in den Abendstunden nach 22 Uhr stark gekürzt (Bedienung nur noch aus Richtung Köln in den Kreis hinein) und durch städtische Anrufsammeltaxen ersetzt. Der Nachteil dieser Anrufsammeltaxen liegen darin, dass diese nur auf Bestellung fahren und selten ein Angebot über die jeweiligen Stadtgrenzen aufweisen können. In Wesseling betreiben die Stadtwerke zusammen mit der REVG einen "Stadtbus", die Linie 721. Der Rhein-Erft-Kreis gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS).

Kultur[Bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

sind in der Regel unter den jeweiligen Städten, Gemeinden und Ortsteilen aufgeführt

Jüdische Friedhöfe[Bearbeiten]

Für den Rhein-Erft-Kreis sind 27 jüdische Friedhöfe dokumentiert: in Bergheim (5), in Bedburg (3), in Brühl (1), in Elsdorf (2), in Erftstadt (7), in Frechen (1), in Hürth (2), in Kerpen (3), in Pulheim (2) und in Wesseling (1).[4] Es sind schützenswerte Kulturdenkmäler – steinerne Zeugen für ehemals existierende jüdische Gemeinden und eines regen jüdischen Gemeindelebens bis in die 1930er Jahre.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Der Rhein-Erft-Kreis unterhält zwei Partnerschaften mit europäischen Regionen:

Der Kreis ist Mitglied der Regionale 2010 in der Region Köln/Bonn.

Literatur im Rhein-Erft-Kreis[Bearbeiten]

Mittelalterliche Literatur[Bearbeiten]

In dieser Zeit war die Entstehung von Literatur im ländlichen Bereich im Wesentlichen auf Klöster beschränkt. Abt Konrad von Brauweiler schrieb um 1115 die Vita Wolfhelmi mit dem Ziel von dessen Heiligsprechung. Wolfhelm war ebenfalls Abt in Brauweiler (* um 1020 Köln, † 22. April 1091 Brauweiler).

Literatur ab etwa 1980[Bearbeiten]

Dass es nicht nur in Köln ein reges literarisches Leben gibt sondern auch im angrenzenden Rhein-Erft-Kreis, zeigen die vielen Lesungen in Stadtbibliotheken und anderen kulturellen Institutionen sowie die Schriften und Veranstaltungen des Autorenkreis Rhein-Erft, der 1992 für seine zahlreichen Aktivitäten mit dem Kreis-Kulturpreis ausgezeichnet wurde. Gegründet wurde der Kreis 1985 von dem Hürther Schriftsteller Dr. Herbert Sinz (1913–1989). Von 1986 bis 1989 wurde er von Petra Hammesfahr (* 1951) geleitet, anschließend bis 1997 von Axel Kutsch (* 1945). Seitdem ist Prof. Dr. Gynter Mödder (* 1942) ihr Vorsitzender.

Ein filigranes Spektrum von Autorinnen und Autoren aus dem Rhein-Erft-Kreis bietet das 1990 von Jochen Arlt (* 1948) und Axel Kutsch im Pulheimer Rhein-Eifel-Mosel-Verlag herausgegebene regionale Lesebuch: Knollen, Kohle und Miljöh, das neben Lyrik und Prosa von einheimischen Schriftstellern auch einen in Bergheim-Oberaußem spielenden Auszug aus Die Blechtrommel von Günter Grass (* 1927) enthält. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs hat Grass mehrere Jahre in Oberaußem gelebt.

Der in Kerpen lebende Uwe Erichsen (* 1936) und Petra Hammesfahr (* 1951) zählen mit ihren Krimis und Psychothrillern zu den namhaften Vertretern der deutschsprachigen Spannungsliteratur. Erichsen ist vor allem durch seinen mit Götz George (* 1938) verfilmten Roman Das Leben einer Katze (1983) bekannt geworden. Petra Hammesfahr erreicht seit den 1990er Jahren mit ihren zum Teil für das Fernsehen verfilmten Psychothrillern (u.a. Der stille Herr Genardy, 1993, Die Mutter, 2000, Das letzte Opfer, 2002) breite Leserkreise. Auch Carsten Sebastian Henn (* 1973) aus Hürth hat sich in den vergangenen Jahren als Verfasser von Kriminalromanen über die Grenzen des Rhein-Erft-Kreises hinaus einen Namen gemacht (u.a. In dubio pro vino, 2004). 2014 erhielt er den Kulturpreis des Kreises.

Zu den ebenfalls überregional wahrgenommenen Romanautoren gehören der Elsdorfer Kay Löffler (* 1958) (zuletzt Dorf der Wolkenmacher, 2001), der Bergheimer Gynter Mödder (u.a. Laßt mich leben!, 1996, Gullivers fünfte Reise, 2005), der Pulheimer Klaus Poche (1927–2007) (Atemnot, 1978) sowie die Erftstädter Linda Pfeiffer (* 1948) (u.a. Schwarze Liebe, 1989) und Hans Josef Jungheim (* 1927), der neben Romanen für Erwachsene (u.a. Im Jahr der Krähen, 1990, Das Labyrinth, 1994) auch Kinder- und Jugendliteratur veröffentlicht hat. Mit zahlreichen Preisen wurde der Brühler Dieter Kühn (* 1935) für seine Romane, Erzählungen, Biographien und Hörspiele ausgezeichnet (u. a. Hörspielpreis der Kriegsblinden, 1975, Hermann-Hesse-Preis, 1977, Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 1989).

Zwei der renommiertesten Kinder- und Jugendbuchautoren sind bundesweit Gottfried Schädlich (* 1917) aus Brühl (Pseudonym Fried Noxius) und Tilman Röhrig (* 1945) (Hürth), der 1984 für seinen Roman In dreihundert Jahren vielleicht mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Zu Schädlichs zahlreichen Veröffentlichungen zählt unter anderem der Roman Laßt euch den Mond nicht rauben (1986). Als Sachbuchautoren haben sich seit den 1990er Jahren der Frechener Jürgen Streich (* 1960) (zuletzt Vorbilder – Der Alternative Nobelpreis, 2005) und der Elsdorfer Andreas Rumler (* 1955) (u.a. Tübinger Dichter-Spaziergänge, 2003) profiliert. Eine große Zahl Lexika und Sachbücher aber auch Lyrik und Erzählungen schreibt René Zey (* 1955). Er wurde 1982 mit dem Kulturpreis der Stadt Essen geehrt. 1991 gründete er das Königsdorfer Verlagsbüro in Frechen. Große Resonanz fand 2005 Henner Voss (* 1942) (Bergheim) mit seinem Buch Vor der Reise – Erinnerungen an Bernward Vesper.

Im Mittelpunkt des literarischen Schaffens von Dolores Burkert (* 1974) (Bedburg), Axel Kutsch (Bergheim), Helmut Schmale (* 1934) (Frechen) und Christa Wißkirchen (* 1945) (Pulheim) steht die Lyrik. Neben ihrem Buch Auf Reisen und Abwegen (2004) hat Dolores Burkert etliche Anthologien publiziert. Kutsch hat sowohl regionale Lesebücher als auch bundesweit beachtete Lyrik-Anthologien herausgegeben und mehrere von der Kritik gelobte Gedichtbände veröffentlicht (u.a. Einsturzgefahr, 1997, Wortbruch, 1999, Ikarus fährt Omnibus, 2005). Ebenfalls auf positive Resonanz stießen die Lyrikbände von Helmut Schmale (u.a. überschreibungen, 1994, Im Tal der Zeichen, 2001) und Christa Wißkirchen (Blickfeld, 2001, Der Nährwert des Kiesels, 2007). Mit seinem Debütband Erinnerung & Morgenröte (Lyrik und Prosa) machte 2006 der Kerpener Gerrit Wustmann (* 1982) auf sich aufmerksam.

2007 veröffentlichte die Hürther Autorin Katja Kutsch (* 1976) mit dem Geschichtenband Schützenfest ihr erstes Buch, nachdem sie bereits zuvor für ihre Erzählungen mit zwei Literaturpreisen ausgezeichnet worden war. Der Historiker und Volkskundler Peter (Josef) Kremer (* 1953) (Wo das Grauen lauert. Düren 2003) spezialisiert sich auf die düstere Seite der Sagenwelt an der Erft (Werwölfe und Wiedergänger) und befasst sich speziell mit dem Prozess gegen den Werwolf von Epprath im Jahre 1589.

Rainald Grebe (* 1971) aus Frechen (u.a. Global Fish, Roman, 2006) erhielt zwischen 2003 und 2008 verschiedene Literaturpreise.

Der Erftstädter Journalist Ulrich Harbecke (* 1943) nimmt in seinen beiden Büchern Der gottlose Pfarrer (1995) und Der gläubige Kardinal (2004) kritisch aber humorvoll Stellung zu den Schwierigkeiten, als Pfarrer oder als Bischof innerhalb vorhandener kirchlicher Strukturen christlichen Glauben zu verkünden und zu leben.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Bergheim (Erft) bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen BM zugewiesen. Es wird im Rhein-Erft-Kreis durchgängig bis heute ausgegeben.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Rhein-Erft-Kreis – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Rhein-Erft-Kreis

Literatur[Bearbeiten]

  • Jochen Arlt, Axel Kutsch: Knollen, Kohle und Miljöh – Erftkreis-Lesebuch. Rhein.Eifel.Mosel-Verlag, Pulheim 1990, ISBN 3-924182-17-5.
  • Jakob Baumann, Bernd Wiese: Der Erftkreis Natur-Mensch-Wirtschaft. Geostudien 10/1986, Köln 1986
  • Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz Bd. 4, Der Landkreis Köln. Düsseldorf 1897, Nachdruck Düsseldorf 1983, ISBN 3-590-32118-0.
  • Erftkreis (Hrsg.): Klöster und Stifte im Erftkreis. Hürth 1988, ISBN 3-7927-1044-7.
  • Herbert Heermann: Die Entstehung des Erftkreises 1966 bis 1976. (Dissertation Universität zu Köln) Kerpen 1989, ISBN 3-00-002997-4
  • Herbert Heermann: Die Erftkreisgründung im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform – Ende oder Anfang für ein kommunales Identitätsbewusstsein? in: Geschichte im Westen (GiW), Jahrgang 16 (2001), S. 173–211, ISSN 0930-3286.
  • Hermann Hinz: Archäologische Funde und Denkmäler des Rheinlandes. Bd. 2, Kreis Bergheim, Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1969 (weitgehender Abdruck).
  • Arno Kleinebeckel: Unternehmen Braunkohle – Geschichte eines Rohstoffs, eines Reviers, einer Industrie im Rheinland. Köln 1986, ISBN 3-7743-0225-1
  • Almuth Knust-Willmann: Prächtige Schlösser, mächtige Burgen – Wasserburgen im Rhein-Erft-Kreis. Verlag Bachem, Köln 2006, ISBN 3-7616-1972-3
  • Johann Köllen, Hans Kinsky, Robert Steimel: Siegel und Wappen, Burgen und Schlösser im Landkreis Köln. Robert Steimel-Verlag, Köln 1966
  • Kreisverwaltung Erftkreis Hrsg.: Der Erftkreis. Oldenburg 1985 (aus der Reihe Städe-Kreise- Regionen), ISBN 3-88363-035-7
  • Frank Kretzschmar: Kirchen Klöster und Kapellen im Erftkreis. Erftkreisveröffentlichung Nr. 92, Köln 1984, ²1992, ISBN 3-79270821-3
  • Frank Kretzschmar: Kulturregion Erftkreis – Verluste einer Denkmal-Landschaft. Erftkreisveröffentlichung Nr. 144, Köln 1991, ISBN 3-7927-1228-8
  • Frank Kretschmar: Kirchen und Andachtsstätten im Rhein-Erft-Kreis. Köln 2005. ISBN 3-7616-1944-8
  • Frank Kretzschmar: Religiöse Orte an Rhein und Erft, J.P. Bachem Verlag, Köln 2013, ISBN 978-3-7616-2617-7
  • Henriette Meynen: Wasserburgen, Schlösser und Landsitze im Erftkreis. Köln 1979, ISBN 3-7927-0521-4
  • Annaliese Ohm, Albert Verbeek: Die Denkmäler des Rheinlandes 17.Bd. Kreis Bergheim 3, Rheinland-Verlag/L.Schwann Verlag, Düsseldorf 1971, ISBN 3-508-00186-5, 3 Bände
  • Dieter Peters: Land zwischen Rhein und Maas. Genealogische Daten von jüdischen Friedhöfen in der ehemaligen Rheinprovinz und in der niederländischen Provinz Limburg. Kleve 1993
  • Elfi Pracht: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, [Teil I] Regierungsbezirk Köln. Köln 1997, ISBN 3-831-11003-4
  • Rhein-Erft-Kreis (Hrsg.): Museen und Privatsammlungen an Rhein und Erft, 2. Aufl. 2009
  • Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz, Hrsg.: Das Rheinische Braunkohlengebiet – eine Landschaft in Not. Neuss 1953
  • Klaus H.S. Schulte: Dokumentation zur Geschichte der Juden am linken Niederrhein seit dem 17. Jahrhundert. Veröffentlichungen des historischen Vereins für den Niederrhein insbesondere das alte Erzbistum Köln, Düsseldorf 1972
  • Helmut Weingarten: Die Eisenbahn zwischen Rhein und Erft. Köln 1987, ISBN 3-7927-0973-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rhein-Erft-Kreis – Bilder und Mediendateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014.
  3. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 304.
  4. ERFTKREIS. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Nordrhein-Westfalen. Bearbeiterin: Claudia Pohl.; Fassung: Dezember 2002; hier: Nordrhein – Liste nach der heutigen Verwaltungsgliederung – Regierungsbezirk Köln