Philipp von Brunnow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Philipp von Brunnow, Karikatur von Carlo Pellegrini

Philipp Graf von Brunnow (* 31. August 1797 in Dresden; † 12. April 1875 in Darmstadt) war ein russischer Diplomat.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Brunnow studierte von 1815 bis 1818 in Leipzig Jurisprudenz und Staatswissenschaften und trat dann in den russischen Staatsdienst. Nachdem er bei mehreren Gesandtschaften und in der nächsten Umgebung Nesselrodes eingesetzt worden war und auch dem Feldzug gegen die Türken 1828 und 1829 als Zivilkommissar beigewohnt hatte, wurde er 1839 Gesandter in Stuttgart und 1840 Botschafter in London. Hier kam unter seiner besonderen Mitwirkung der Vertrag vom 15. Juli 1840 zustande, in dem sich Russland, Österreich, Preußen und Großbritannien mit Ausschließung Frankreichs zur Friedensstiftung im Orient einigten.

Vornehmlich sein Werk war auch das Londoner Protokoll vom 8. Mai 1852, durch das die Interessen Russlands und Großbritanniens im Norden Europas solidarisch verbunden werden sollten. Infolge der orientalischen Verwicklungen 1854 abberufen, wurde er im Oktober 1855 zum russischen Gesandten am Bundestag zu Frankfurt ernannt.[1]

Der Thronwechsel in Russland führte Brunnow auf den Schauplatz der großen diplomatischen Tätigkeit zurück. Im Verein mit dem Grafen Orlow vertrat er Russland auf dem Friedenskongress zu Paris von 1856, ging dann 1857 als Gesandter nach Berlin, kehrte aber im März 1858 in gleicher Eigenschaft nach London zurück und wurde am 19. Dezember 1860 zum Rang eines Botschafters erhoben.

Es gelang ihm jedoch nicht, das alte gute Einvernehmen zwischen Russland und Großbritannien wiederherzustellen; namentlich 1863 während der Verhandlungen über Polen hatte er einen harten Stand.

Mehr Sympathien beim britischen Volk fand er als Vertreter Russlands bei den Konferenzen, die 1864 wegen Schleswig-Holstein stattfanden, und wo er mit großem Eifer, jedoch vergeblich, die dänischen Interessen verfocht. Auch wohnte er wegen der luxemburgischen Angelegenheiten dem Londoner Kongress von 1867 bei. Im Juni 1870 ging er als Botschafter nach Paris, wurde aber im Februar 1871 in gleicher Eigenschaft abermals in London akkreditiert und wohnte hier der Pontuskonferenz bei.

Er wurde 1871 in den Grafenstand erhoben. Im Juli 1874 zog er sich wegen hohen Alters von seinem Botschafterposten zurück.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Tobias C. Bringmann: Handbuch der Diplomatie, 1815–1963: Auswärtige Missionschefs in Deutschland und Deutsche Missionschefs im Ausland von Metternich bis Adenauer. Walter de Gruyter, Berlin 2001, S. 339 f..
Vorgänger Amt Nachfolger
Peter von Meyendorff Russischer Gesandter in Stuttgart
1839–1841
Alexander Michailowitsch Gortschakow
Nikolai Dmitrijewitsch Kiselew Russischer Gesandter in London
1840–1854
Alexander Michailowitsch Gortschakow Russischer Gesandter in Frankfurt am Main
1854-1857
Felix Petrowitsch von Fonton
Andreas Feodorowitsch von Budberg Russischer Gesandter in Berlin
1857–1859
Andreas Feodorowitsch von Budberg
Mikhail Irinyeewitsch Khreptowitsch Russischer Gesandter in London
1860–1874
Pjotr Andrejewitsch Schuwalow
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn du den Artikel so weit überarbeitet hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dies belegt ist und er den heutigen sprachlichen Anforderungen genügt.

Um danach auf den Meyers-Artikel zu verweisen, kannst du {{Meyers Online|Band|Seite}} benutzen.