Picralima nitida

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Picralima nitida
Systematik
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Rauvolfioideae
Tribus: Hunterieae
Gattung: Picralima
Art: Picralima nitida
Wissenschaftlicher Name
Picralima nitida
(Stapf) T.Durand & H.Durand

Picralima nitida ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Picralima innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Sie ist in Westafrika beheimatet und wird dort u.a. Akuamma genannt.

Beschreibung[Bearbeiten]

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Picralima nitida wächst als mittelgroßer Baum oder Strauch mit Wuchshöhen zwischen 4 und 35 Metern. Der Stamm kann dabei Durchmesser zwischen 5 und 60 Metern erreichen. Die Krone ist dicht beblaubt.[1] Das Holz ist blass-gelb und hart, dabei aber recht elastisch.[2].

Verbreitung[Bearbeiten]

Im tropischen Afrika gibt es Fundorte in Uganda, Kamerun, Kongo, Gabun, Zaire, Elfenbeinküste, Ghana und Nigeria[3].

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Primärmetabolite[Bearbeiten]

Die Samen von Picralima nitida enthalten 10,2 % Proteine, 74,15 % Kohlenhydrate, 5,02 % Fette und 5,64 % Faserstoffe. Der Wasseranteil beträgt nur 3,7 %. Die restlichen Inhaltsstoffe sind mineralische Bestandteile, wie Salze oder Mineralstoffe, welche als Glührückstand auf 0,88 % quantifiziert werden. Aus den Samen kann ein Öl gepresst werden, das eine braune Farbe aufweist und bei Raumtemperatur flüssig ist. Das spezifische Gewicht beträgt 0,96 kg/L. Die Hauptklasse des Öls stellen mit 96,3 % die Triglyceride dar, wobei die meisten Fette (50,65 %) aus C18:1 Fettsäuren aufgebaut sind. Es gibt unterschiedlich lange Kohlenstoffketten, nebst den C18- sind auch C20- und C22-Ketten, (beide 1,4 %) sowie C14- und C12-Fettsäuren im Öl enthalten, allerdings in weitaus geringerer Menge (beide 0,6 %). Die Mehrheit der Fettsäuren, nämlich 73,1 %, liegt in ungesättigter Form vor, enthält entsprechende Doppelbindungen in ihrer Struktur, während 26,8 % der Fettsäuren eine gesättigte Struktur aufweisen. Um das Ausmaß der ungesättigten Fettsäuren zu bestimmen wurde die Iodzahl bestimmt, welche 136.4 beträgt. Somit ist das Öl von Picralima nitida schwach trocknend, da die ungesättigten Fettsäuren durch den Luftsauerstoff oxidiert werden können.[2]

Nebst den oben genannten Triglyceriden sind weitere Strukturen wie Glycolipide (3,4 %) und Phospholipide (0,3 %) im Öl vorliegend, allerdings in sehr geringen Mengen. Monogalacto-sylmonoacylglycerol ist der Hauptbestandteil der Glycolipide nebst Monogalactosyldiacylgly-cerol und Digalactosylmonoacylglycerol. Bei den Phospholipiden konnte Phosphatidylcholin als Hauptbestandteil identifiziert werden, wobei Phosphatidylethanolamin und Phosphatidyli-nositon ebenfalls vorkommen. Das dominante Mineral in den Samen von Picralima nitida ist Kalium mit 114 ppm, während Calcium mit 91 ppm das dominante Mineral im daraus gewonnenen Öl darstellt. Weitere gefundene Mineralstoffe sind Natrium, Magnesium, Kupfer, Eisen, Zink, Mangan und Cobalt.[2]

Sekundärmetabolite[Bearbeiten]

In Picralima nitida liegt eine Vielzahl von Sekundärmetaboliten vor, insbesondere Alkaloide der Idolklasse. Über zehn davon konnten bereits klar identifiziert werden. Dazu gehören Akuammine, Akuammidine, Akuammicine, Akuammigine und Pseudoakuammigine. Sie ergeben mengenmäßig den größten Teil der Alkaloide.[4] Das Akuammin, auch Vincamajoridin genannt[5], ist das meist vorkommende Indolalkaloid in den Samen von Picralima nitida. Im getrockneten Pulver kommt es zu 0,56 % vor und wirkt als mü-Rezeptorblocker als schmerzstillende und entzündungshemmende Substanz.[4] Es ist strukturell mit dem Yohimbin und Mitragynin verwandt, zwei pflanzlichen Alkaloiden welche ebenfalls als pharmazeutische Wirkstoffe verwendet werden.

Ebenso kommen aber auch Tannine, Flavonoide, Saponine, Anthocyane oder Schleimstoffe vor. Den Pflanzenextrakten konnte antimikrobielle und larvizide Eigenschaften nachgewiesen werden.[6][7][8][9] Aus den Wurzeln wurden drei Coumestane, die zu den Flavonoiden gehören, isoliert, denen antibakterielle Wirkung gegen Escherichia coli, Staphylococcus aureus und Proteus vulgaris nachgewiesen wurde.[10]

Nutzen[Bearbeiten]

Picralima nitida wird gegen eine Reihe verschiedener Erkrankungen eingesetzt. So wird es beispielsweise bei Fieber, Bluthochdruck, Gelbsucht, Tripper, Durchfall, Malaria, Darmwürmern, der Schlafkrankheit oder Schmerzen verwendet. Dazu werden nicht nur die Samen sondern auch die Rinde, Wurzeln oder die Früchte zu Heilmitteln verarbeitet.[11]

Volksmedizinische Verwendung[Bearbeiten]

Picralima nitida bietet eine Grundlage für viele traditionelle Heilmittel, welche beispielsweise durch Auskochen von Wurzeln und Rinde gegen Magenbeschwerden und zur Fiebersenkung eingesetzt werden. Die Samen werden gegen Schmerzen und zur Malariatherapie verwendet. Noch heute hat Picralima nitida seinen festen Platz in der Volksmedizin. In Ghana sind sogar pflanzliche Arzneimittel aus den getrockneten und pulverisierten Samen in Form von Kapseln kommerziell erhältlich. In Kapseln zu 25 mg ist es unter dem Namen „Picap“ als Analgetikum offiziell erhältlich.[4]

Anti-Malariamittel[Bearbeiten]

Picralima nitida wurde in einer In-vivo-Studie von nigerianischen Wissenschaftlern erfolgreich auf eine Anti-Malaria-Aktivität gegen Plasmodium falciparum und Plasmodium berghei Parasiten getestet. Die Aktivität der Medizinalpflanze kann im frühen und im bereits etablierten Stadium der Infektion nachgewiesen werden. Die aktiven Komponenten der Pflanze sind Indol- und Dihydroindolalkaloide, welche aus den Samen und der Rinde des Stamms extrahiert werden.[12] Als Extraktionsmittel wird Ethanol verwendet. Die Hauptbestandteile dieser Alkaloide sind Akuammilin, Akuammidin, Akuammin, Akuammigin, Akuammicin, Picralin und Alstonin und zeigen teils eine vergleichbare Anti- Malaria-Aktivität wie Chloroquin und Quinin.[13] Alstonin etablierte sich bei der Studie als die aktivste Komponente der Pflanze. Als wirksame Dosis gegen den Parasiten Plasmodium berghei stellte sich eine Menge von 115 mg/kg Körpergewicht pro Tag des Extraktes heraus.[12][14]

Die Rinde des Stammes von Picralima nitida ist mit 73,2 % das meistverkaufte Pflanzenmaterial zur Behandlung von Malaria. Nebst der Stammrinde werden ebenfalls Blätter (17,3 %), Wurzeln (5,5 %), die ganze Pflanze (2,2 %) sowie die Früchte (1,5 %) als Medizinalpflanze gegen Malaria verkauft. Der Großteil (82,8 %) der Pflanzenmaterialien wird im getrockneten Zustand verkauft. Meist werden die Pflanzenmaterialien aufgekocht und als Tee den Patienten verabreicht. Um den Geschmack des Tees zu verbessern, werden häufig weitere Geschmacksstoffe wie Zitrone oder Ingwer dem Teeaufguss hinzugegeben. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die getrockneten Pflanzenbestandteile fein zu mahlen und unter das Essen zu mischen.[15]

Anwendung als Schmerzmittel[Bearbeiten]

Die analgetische Wirkung von Picralima nitida lässt sich auf die enthaltenen Alkaloide zurückführen. Insbesondere Akuammidine und Akumeine können die Schmerzweiterleitung in den Synapsen unterbrechen, indem sie an die μ-, δ- und К-Rezeptoren binden und damit die Neurotransmitterausschüttung in den synaptischen Spalt vermindern. Sie haben somit eine Opioid-Aktivität und wirken daher ähnlich wie opioide Schmerzmittel. Ein weiterer Grund für die opioide Wirkung liegt in der Blockade von pronociceptiven endogenen Substanzen wie Nociceptin. Vor Allem Akuammine zeigen diese antagonistische Wirkung. Pseudoakuammigine weisen eine geringere analgetische Aktivität auf, da sie lediglich an μ- und δ-Rezeptoren binden und die Bindungsaffinität etwa 3400-mal kleiner ist.[4]

Entzündungshemmende Wirkung[Bearbeiten]

Pseudo-Akuammigine haben aufgrund ihrer Opioid-Rezeptor-Bindungsaktivität (µ- und δ- Agonist) eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung im Organismus. Bei „in vivo Experimenten“ mit Ratten konnte eine sichtbare Abschwellung eines carrageenan-induzierten Rattenpfotenödems nach der Behandlung mit Pseudoakuammiginen festgestellt werden. In einem Zeitraum von 5h und einer Dosis von 5,0 mg/kg konnte eine Abschwellung auf 82,8 ± 4,6 % des Maximalwerts festgestellt werden. Die in dem Experiment getestete maximale Akuammigine-Konzentration lag bei 50 mg/kg. Dabei konnte eine Reduktion auf 44 % der ursprünglichen Schwellung erreicht werden. Die maximale Wirksamkeit der Pseudoykuammigine wird erst in der frühen exudativen Phase erreicht. Stoffe wie Naloxon führen zu einer abschwächenden Wirkung der Pseudoakuammigine aufgrund der Interaktion mit den Opioid-Rezeptoren [16].

Antiulcera Wirkung[Bearbeiten]

Aus einer „in vivo Studie“, die in der Universität in Nigeria durchgeführt und 2011 veröffentlicht wurde geht hervor, dass das Extrakt und die Fraktion aus den Samen von Picralima nitida einen positiven Einfluss auf Ulcera haben. Diese Studie hat gezeigt, dass die Fraktion und das Extrakt aus den Samen den Säuregehalt im Magen und die Pepsinaktivität reduzieren. Zudem erhöht sich die Produktion von magenschleimhautstützenden Stoffen wie Prostag-landin. Das Extrakt und die Fraktion zeigen eine antisekretorische Wirkung, jedoch eine geringere als die des Wirkstoffes Cimitidin, der die Freisetzung von Salzsäure und Pepsin blockiert [17].

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstbeschreibung erfolgte 1894 unter dem Namen (Basionym) Tabernaemontana nitida durch Otto Stampf in Bulletin of Miscellaneous Information Kew 1894, 1, S. 22. Die Neukombination zu Picralima nitida wurde 1910 durch Théophile Alexis Durand und Hélène Durand in Bulletin du Jardin Botanique de l'État à Bruxelles, Band 2, S. 338 veröffentlicht. Weitere Synonyme für Picralima nitida (Stapf) T.Durand & H.Durand sind Picralima klaineana Pierre, Picralima macrocarpa A.Chev..[18][3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Osayemwenre Erharuyi et.al:Medical uses, phytochemistry and phamacology of Picralima nitida (Apocynaceae) in tropical deseases: A review In: Asian Pacific Journal of Tropical Medicine (2014) 1-8
  2. a b c Yemisi A. Adebowale, Adewale Adewuyi, Kayode O. Adebowale: Lipid composition and molecular speciation of the triacylglycerol of the oil of Picralima Nitida. In: Journal of food GIDA, Volume 37, Issue 1, 2012, S. 1–7. Volltext-PDF.
  3. a b Picralima nitida im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 15. Juni 2013.
  4. a b c d J. Menzies, S. Paterson, M. Duwiejua, A. Corbett: Opioid activity of Alkaloids extracted from Picralima nitida. In: European Journal of Pharmacology, Volume 350, 1998, S. 101–108.
  5. M. M. Janot, J. Le Men, K. Aghoramutry, R. Robinson: The identity of vincamajoridine and akuammine. In: Experientia, Volume 9, 1955, S. 343
  6. Lacmata, S. T., Kuete, V., Dzoyem, J. P., Tankeo, S. B., Teke, G. N., Kuiate, J. R., Antibacterial Activities of Selected Cameroonian Plants and Their Synergistic Effects with Antibiotics against Bacteria Expressing MDR Phenotypes. In: Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine., doi:10.1155/2012/623723.
  7. Nkere, C. K., & Iroegbu, C. U. Antibacterial screening of the root , seed and stembark extracts of Picralima nitida. In: African Journal of Biotechnology , Volume 4, 2005, S. 522–526.
  8. Obasi, N. A., Okorie, U. C., Enemchukwu, B. N., Ogundapo, S. S., & Otuchristian, G Nutritional Evaluation, Phytochemical Screening and Antimicrobial Effects of Aequeous Extract of Picrolima nitida Peel. In: Asian Journal of Biological Sciences , Volume 5, 2012, S. 105–112.
  9. Ubulom, P. M. E., Imandeh, N. G., Udobi, C. E., & Ilya, I.: Larvicidal and Antifungal Properties of Picralima nitida ( Apocynaceae ) Leaf Extracts. In: European Journal of Medicinal Plants, Volume 2, Issue 2, 2012, S. 132–139.
  10. J. Kouam, L. B. K. Mabeku, J. R. Kuiate, A. T. Tiabou & Z. T. Fomum: Antimicrobial Glycosides and Derivatives from Roots of Picralima nitida. In: International Journal of Chemistry, Volume 3, Issue 2, 2011, S. 23–31.
  11. ABCIC.
  12. a b J. E. Okokon, B. S. Antia, A. C. Igboasoiyi, E. E.Essien, H. O. Mbagwu: Evaluation of antiplasmodial activity of ethanolic seed extract of Picralima nitida. In: J. Ethnopharmacol., Volume 111, 2007, S. 464–467.
  13. R. Ansa-Asamoah, G.J. Kapadia , H. A. Lloyd, E. A. Sokoloski: Picratidine, a new indole alkaloid from Picralima nitida seeds. In: Journal of Natural Products., Volume 53, 1990, S. 975–977.
  14. J. O. Adebayo, A. U. Krettli: Potential antimalarials from Nigerian plants: A review. In: J. Ethnopharmacol., Volume 133, 2011, S. 289–302.
  15. A. Asase, G. Oppong-MensahTraditional antimalarial phytotherapy remedies in herbal markets in southern Ghana. In: J. Ethnopharmacol., Volume 126, 2009, S. 492–499.
  16. M. Duwiejua, E. Woode, D. D. Obiri: Pseudo-akuammigine, an alkaloid from Picralima nitida seeds, has anti-inflammatory and analgesic actions in rats. In: Journal of Ethnopharmacology, Volume 81, 2002, S. 73–79
  17. O. J. Mathew, A. M. Ogochukwu, U. C. Michael: Antiulcer activity of methanolic extract and fractions of Picralima nitida seeds(Apocynacaea) in rats. In: Asian Pacific journal of tropical medicine, 2011, S. 13–15.
  18. Picralima nitida bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 15. Juni 2013.