Podhradí u Aše

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Podhradí
Wappen von ????
Podhradí u Aše (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Cheb
Fläche: 636,4063[1] ha
Geographische Lage: 50° 15′ N, 12° 12′ O50.25583333333312.200833333333562Koordinaten: 50° 15′ 21″ N, 12° 12′ 3″ O
Höhe: 562 m n.m.
Einwohner: 186 (1. Jan. 2014) [2]
Postleitzahl: 351 23
Kfz-Kennzeichen: K (alte CH)
Verkehr
Bahnanschluss: Aš–Adorf
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Josef Smolka (Stand: 2013)
Adresse: Podhradí 55
352 01 Aš 1
Gemeindenummer: 538817
Website: www.oupodhradi.cz
Lageplan
Lage von Podhradí u Aše im Bezirk Cheb
Karte

Podhradí (deutsch Neuberg) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt drei Kilometer nördlich der Stadt im böhmischen Vogtland und gehört dem Okres Cheb an.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt im Tal des Baches Ašský potok (Äsch) im Elstergebirge auf 562 Meter ü. M. und wird überragt vom 22 Meter hohen Bergfried der Burgruine Neuberg. Nachbarorte sind Kopaniny im Osten, Dolní Paseky und im Süden sowie Kamenná, Marak und Smrčina im Westen. Im Norden erhebt sich der Studánecký vrch (Hungersberg, 696 Meter hoch), im Südosten an der deutschen Grenze der Vyhlídka (Leitenberg, 678 Meter hoch) und im Süden der Háj (Hainberg, 757 Meter hoch) mit dem Bismarckturm.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf Neuberg entstand im 12. Jahrhundert zu Füßen der gleichnamigen Burg. Die erste schriftliche Nachricht stammt aus dem Jahre 1288. Besitzer der Herrschaft war zu dieser Zeit das Geschlecht der Ritter von Neipperg. 1394 fiel der Besitz dieser Linie der Neipperger, die sich zuletzt von Neuberg nannten, nach den Tode Konrads von Neuberg als Erbe an die Zedtwitzer. In der Reformationszeit wurde der Ort zusammen mit dem Umland des Ascher Zipfels evangelisch. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg verwüstet. 1690 erfolgte der Bau des Schlosses Sorg; 1693 wurde das Schloss Neuschloß errichtet. Unterhalb der Burg entstand das Schlössel. Nach einer Teilung der Herrschaft erfolgte 1750 der Bau des Schlosses Unterteil sowie 1752 des Schlosses Oberteil. Für diesen Bau wurden die Reste der Burg als Baumaterial verwendet.

1885 erhielt Neuberg einen Bahnhof an der neuerrichteten Lokalbahn Asch – Roßbach. Verwaltungstechnisch gehörte die Gemeinde während der Habsburgermonarchie zum Gerichtsbezirk Asch bzw. Bezirk Asch.

1902 brannte Schloss Oberteil aus und wurde nicht mehr aufgebaut. Das nach dem Zweiten Weltkrieg verfallene Schloss Unterteil (Dolní zámek) wurde 1965 abgerissen, eine Untersuchung und Dokumentation des Bauwerkes erfolgten zuvor nicht. Somit steht nur noch der nicht begehbare alte Turm der Burg.

1930 lebten in Neuberg etwa 1500 Einwohner. Zum Ort gehörten noch die Ansiedlungen Neuschloß, Sorg (Smrčina), Steinpöhl und Elfhausen, die heute aufgelassen sind. Die Zedtwitz wurden 1945 nach 550-jährigem Besitz in Neuberg enteignet. 1946 wurden die deutschen Bewohner vertrieben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Kirche "Zum guten Hirten" wurde zwischen 1470 und 1490 durch den Egerer Burggrafen Heinz von Zedtwitz als Burg- und Begräbniskapelle erbaut. 1542 wurde die Kirche evangelisch; sie ist angeblich die älteste evangelische Kirche auf dem Territorium des bis 1918 existierenden Staates Österreich-Ungarn. Unter Ernst Wolf von Zedtwitz erfolgte zwischen 1678 und 1682 ein Umbau zu einer barocken Kirche. 1992 wurde mit Erhaltungsmaßnahmen begonnen, zu denen ehemalige deutsche Bewohner einen Großteil der Mittel zur Verfügung stellten. Jeden zweiten Sonntag im Monat wurde ein Gottesdienst in deutscher Sprache gehalten. Außerdem wird seit 1992 am zweiten Sonntag nach Ostern Kirchweih gefeiert.
  • Lehrpfad zur Ortsgeschichte
  • Sühnekreuz am Kirchberg, am 1. Februar 1290 durch Heinrich von Plauen errichtet
  • Kriegerdenkmal für die Opfer des Kossuthaufstandes von 1848 bis 1849, der Schlacht von Solferino und der bei Königgrätz

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Ernestine von Fricken (1816-1844), Pianistin
  • Leopold Chalupa (* 1927) General a. D. und ehemaliger Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte Europa-Mitte. Er ist Ehrenbürger seines Geburtsortes.

Literatur[Bearbeiten]

  • Guntram Dunger (Hg.): Bad Elster und Umgebung. Bad Elster 2002. S.67f.
  • Magdalena Šmrhová: Asch und Umgebung in alten Ansichten. Hosivice 2011. ISBN 978-80-86914-34-3. S.200ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/538817/Podhradi
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)

Weblinks[Bearbeiten]