Portobelo

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Karte des Panamakanals mit Portobelo (oberer Bildrand)

Portobelo (ursprünglich San Felipe de Portobelo, veraltet auch Puerto Bello) ist eine kleine Touristenstadt mit etwa 5.000 Einwohnern 30 km östlich des Anfangs des Panamakanals bei Colón an der Karibik-Küste des mittelamerikanischen Staates Panama. Während der spanischen Kolonialzeit war Portobelo ein wichtiger, von mächtigen Forts beschützter Hafen. Die Festungen wurden 1980 in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. Seit 2012 befindet sich Portobelo auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes, die Gründe hinfür sind der langsame Zerfall der gesamten Anlagen aufgrund unzureichender Erhaltungsmaßnahmen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Bucht, an der die Stadt heute liegt, wurde bereits am 2. November 1502 von Christoph Kolumbus während seiner vierten Reise entdeckt und als puerto bello (katalanisch: porto belo, deutsch: schöner Hafen) beschrieben. Der Hafen wurde schon vor der offiziellen Gründung rege benutzt. Eine der beiden Linien der spanischen Silberflotte segelte ab 1561 jeden August von Spanien zu diesem Hafen, an dem die Camino Real de Castilla de Oro endete. Dies lockte immer wieder Piraten zu Angriffen auf den Hafen. 1596 starb der englische Freibeuter Francis Drake noch vor der offiziellen Gründung der Stadt an Fieber, während er versuchte den Hafen zu erobern und zu plündern.

Die Stadt wurde schließlich 1597 gegründet und zu Ehren von König Philipp II. (Spanien) San Felipe de Portobelo genannt. Im Juli 1668 eroberte der Freibeuter Henry Morgan die Stadt durch einen Angriff von der Landseite aus. Nachdem er die Bewohner beraubt hatte, erpresste er mit der Drohung, die Stadt niederzubrennen, von den spanischen Behörden in Panama noch ein beträchtliches Lösegeld, ehe er und seine Männer wieder davonsegelten. Einen weiteren Eroberungsversuch unternahm der Pirat William Parker im Jahr 1601.

Im ersten Jahr des War of Jenkins’ Ear um die spanische Vormachtstellung im westindischen Raum, also die Karibik, zerstörten die Briten unter Führung von Edward Vernon am 20. November 1739 alle spanischen Militäreinrichtungen von Portobelo und eroberten damit eine der wichtigsten Zwischenstationen der spanischen Silberflotte.

Durch den Bau der Eisenbahn 1855 und später des Panamakanals über den Isthmus verlor die Stadt ihre wirtschaftliche Bedeutung und ist heute ein Touristenort.

Feste[Bearbeiten]

An jedem 21. Oktober wird in Portobelo ein Fest zu Ehren des Schwarzen Christus gefeiert, einer Jesusfigur aus schwarzem Holz.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Portobelo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

9.55-79.65Koordinaten: 9° 33′ N, 79° 39′ W