ProQuest

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Die ProQuest Company ist ein US-amerikanischer Host aus Ann Arbor, Michigan, der sich auf Mikroform- und Netzpublikation spezialisiert hat. ProQuest bietet seinen Abonnenten rund 9000 Titel aus den vergangenen 500 Jahren an. Der größte Teil der nordamerikanischen Hochschulen veröffentlicht seine Dissertationen bei UMI,[1] einer Abteilung des Unternehmens.

Geschichte[Bearbeiten]

1938 gründete Eugene Power das Unternehmen als University Microfilms und archivierte Dokumente des Britischen Museums auf Mikrofilm. Powers erkannte einen Nischenmarkt in der Publikation von Dissertationen auf Microfilm, was für Studenten billiger war als eine Printveröffentlichung (vgl. Elektronische Dissertation). Als dieser Markt wuchs, begann das Unternehmen auch Zeitungen und andere Periodika abzufilmen. ProQuest veröffentlicht so viele Dissertationen, dass seine Sammlung digitaler Dissertationen 1999 zum offiziellen Depot der Library of Congress erklärt wurde.[2]

In seiner Autobiographie Edition of one berichtet Power über die Entwicklung des Unternehmens, so z.B. wie University Microfilms mit dem Vorläufer der CIA, dem Office of Strategic Services während des Zweiten Weltkrieges zusammenarbeitete. Die Arbeit bestand zum größten Teil darin, Landkarten und europäische Zeitungen abzufilmen, damit diese billiger und unauffälliger über das Meer transportiert werden konnten.

1967 wurde das Unternehmen von Xerox aufgekauft und 1985 dann von Bell & Howell gekauft. Der Name des Unternehmens wechselte zu dieser Zeit mehrmals: Von University Microfilms zu Xerox University Microfilms, zu University Microfilms International, abgekürzt UMI. In den 80ern begann UMI CD-Roms bibliographischer Datenbanken mit Abstracts und Indices verschiedener Zeitschriften zu produzieren sowie später Online-Abonnements dieser Datenbanken anzubieten. In den 90ern schienen Microform-Medien mit den neuen verfügbaren elektronischen Medien nicht konkurrieren zu können. Das Unternehmen versuchte zu überleben, indem es seinen Elektronischen Handel mit dem Zugang zu Online-Versionen aktueller Periodika forcierte, der hauptsächlich mit Schulen, Universitäten und Bibliotheken abgewickelt wurde. 1995 stellte UMI ausgewählte Datenbanken kostenlos online zur Verfügung, was den Beginn von ProQuest darstellt.

2001 änderte Bell & Howell seinen Namen wegen des Bekanntheitsgrades von ProQuest zu ProQuest Company und die UMI-Abteilung änderte den Namen von Bell & Howell Information and Learning (seit 1999) 2001 zu ProQuest Information and Learning.

2004 kaufte ProQuest das Start-Up Unternehmen Serial Solutions [3], das Zugangsmanagement und Suchdienste für Inhalte fremder Firmen anbot.

Ende 2006 übernahm die Cambridge Information Group [4] ProQuest und verschmolz es mit dem hauseigenen Cambridge Scientific Abstracts zu ProQuest CSA.

Mitte des Jahres 2008 übernahm ProQuest den Host Dialog von Thomson Reuters.[5][6]

Anfang 2011 übernahm ProQuest den E-Buch-Anbieter Ebrary.[7]

Angebot[Bearbeiten]

ProQuest bietet unter anderem folgende Datenbanken an:

Konkurrenten des Unternehmens sind beispielsweise EBSCO Publishing, LexisNexis, Ovid Technologies und Dialog (Thomson).

Quellen[Bearbeiten]

  1. ProQuest: Chronicle of Leadership., umi.com, about us
  2. Library of Congress and Copyright Office Sign Landmark Agreement with UMI, loc.gov, 22. Januar 1999.
  3. http://www.serialssolutions.com/
  4. http://www.cambridgeinformationgroup.com
  5. PROQUEST SIGNS AGREEMENT TO ACQUIRE DIALOG BUSINESS FROM THOMSON REUTERS, Thomson Reuters, Pressemitteilung, 12. Juni 2008.
  6. ProQuest Acquires Dialog, ProQuest, Pressemitteilung, 1. Juli 2008.
  7. ProQuest Acquires ebrary, ProQuest, Pressemittleiung, 6. Januar 2011.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eugene B. Power, Edition of One: The Autobiography of Eugene B. Power, Founder of University Microfilms, 1990 ISBN 0-8357-0898-5.

Weblinks[Bearbeiten]