Proxmox VE

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Proxmox VE
Basisdaten
Entwickler Proxmox Server Solutions GmbH
Aktuelle Version 3.3
(15. September 2014)
Abstammung \ Debian
  \ Proxmox VE
Architekturen x86-64 mit AMD-V

oder IVT

Lizenz aGPLv3 (Open source)
Website pve.proxmox.com

Proxmox VE (Proxmox Virtual Environment; kurz PVE) ist eine auf Debian basierende Open-Source-Virtualisierungsplattform mit Web-Oberfläche zum Betrieb und Management von Virtual Appliances. Die zugrunde liegende Linux-Distribution wird durch die Verwendung einer Web-Oberfläche, welche als zentrale Administrationsumgebung zum Einsatz kommt, weitestgehend verborgen. Somit ist das System in dieser Hinsicht einer Citrix-Xen- oder einer VMware-ESXi-Umgebung ähnlich, jedoch ist es im Unterschied zu VMware-ESXi möglich – und im Falle der Cluster-Einrichtung nötig – interaktiv mit dem modifizierten Debian-System zu arbeiten. Zurzeit arbeitet die aktuelle Proxmox-VE-Version 3.2 auf Basis von Linux 2.6.32 und unterstützt sowohl KVM-basierte Gäste, als auch OpenVZ-basierte Gäste im Linux-Container. Mit Hilfe einer bootfähigen CD-ROM ist es möglich, einen x86-64-kompatiblen PC (x86-64 mit AMD-V oder IVT) in eine umfangreiche Virtualisierungs-Plattform umzufunktionieren. Außerdem existieren Versionen für eingebettete Systeme. Proxmox VE wird federführend von der Proxmox Server Solutions GmbH (Wien, AT)[1] entwickelt.

Varianten[Bearbeiten]

KVM[Bearbeiten]

Proxmox VE beinhaltet auf der einen Seite einen Linux-Kernel, der auf KVM-Basis als Hypervisor (auch Virtual Machine Monitor genannt) direkt auf der Hardware läuft. Der Linux-Kernel stellt ab der Version 2.6.21 als Rahmenbedingung für Virtualisierungs-Anwendungen die paravirt ops-Schnittstelle bereit.

Der Vorteil von KVM hingegen liegt darin, nahezu beliebige Betriebssysteme ohne zusätzliche Anpassungen unter einer zentralen Verwaltung ausführen zu können. Diese Betriebsart wird als volle Virtualisierung oder Hardware Virtual Machine (HVM) bezeichnet.

Um HVM-Virtualisierungstechniken zu unterstützen, wird spezielle Hardware benötigt, insbesondere x86-64-Bit-Prozessoren mit AMD-V (auch Pacifica genannt) oder Intel VT (auch Vanderpool genannt). Für Gastsysteme gelten diese Einschränkungen nicht; ausdrücklich werden für Gastsysteme, die weniger als 4 GByte Hauptspeicher benötigen, 32-Bit-Betriebssystemversionen empfohlen und unterstützt. Dank dieser Prozessorerweiterungen müssen die Gast-Systeme, die als KVM-Gäste laufen, also nicht angepasst werden – sie „bemerken” sozusagen nicht, dass sie die Hardware in Wirklichkeit mit anderen Systemen teilen.

OpenVZ[Bearbeiten]

Zum Anderen integriert Proxmox VE auch OpenVZ, eine auf Linux aufbauende Servervirtualisierung auf Betriebssystemebene. Hier wird anders als bei KVM ein gemeinsamer Kernel für alle virtuellen Maschinen (Instanzen) verwendet, die in sogenannten Containern voneinander isoliert sind. Der Vorteil ist hier die Schlankheit dieser Technik, d. h. der Speicherverbrauch und die Prozessornutzung ist günstiger als bei KVM.

Jedoch ist es mit OpenVZ nur möglich, Linux-VMs mit auch auf Hostseite angepasstem Kernel zu betreiben; die Gäste können weiterhin auch keine eigenen Änderungen am Kernel vornehmen oder eigene Kernelmodule laden, da der Kernel mit dem Hostsystem geteilt wird. Um diese Technik benutzerfreundlich zu halten, verfügt Proxmox VE/OpenVZ über Templates, die alle notwendigen Änderungen des Gastsystems automatisiert durchführen. Wiederum profitieren von einem Update des zentralen Kernel sofort alle Instanzen; der Verwaltungsaufwand ist also gegebenenfalls geringer.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Im einfachsten Fall wird PVE auf einem kompatiblen Standard-PC von einer CD-ROM aus installiert. Das Installationsprogramm erledigt den gesamten Installationsvorgang praktisch automatisch und nutzt dabei die gesamte erste Festplatte des PCs. Weitere Installationsarten sind möglich und werden im PVE-Wiki[2] erklärt. Das Wiki bietet FAQs, Howtos sowie zahlreiche Video-Tutorials. Proxmox VE unterstützt jede Hardware, die auch von Linux (Debian) in der jeweiligen Version unterstützt wird, somit auch uneingeschränkt SMP-Systeme mit mehreren Prozessoren und Prozessorkernen. Der eigentliche Betrieb des Systems – abgesehen von der einmaligen Konfiguration der IP-Adresse und Netzwerkkarte – findet in einem Webinterface statt. Die Grundkonfiguration (eigene IP, Interfacezuordnung) wird direkt an der Konsole mit Hilfe eines textbasierten Menüs vorgenommen. Die Administration erfolgt über ein Webinterface und ergänzend steht eine Konsole (auch per SSH) zur Verfügung. Eine Besonderheit von PVE ist, dass beliebige Komponenten des Debian-Projekts nachinstalliert werden können und sich das System auch zur kompletten Workstation (mit Gnome oder KDE) erweitern lässt. So lassen sich kombinierte Systeme aufbauen, die sowohl die Virtualisierung als auch deren Administration (z. B. per Remotedesktop) übernimmt. Zusätzlich ist in PVE auch eine Clusterfunktion integriert die die clusterweite Administration mehrerer PVE-Virtualisierungsrechner vereinfacht und ebenfalls DRBD integriert, so dass sich aus mehreren Rechnerknoten (ohne zusätzliches Storage Area Network) ein redundantes Virtualisierungsumfeld aufbauen lässt.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Proxmox VE-Distribution wird regelmäßig aktualisiert und zusammen in einer neueren Version zum Download angeboten, dabei erfolgt die Aktualisierung zweigleisig. Zum einen wird durch die Integration von APT das Debian-System von den gewohnten Quellen aus auf dem aktuellen Stand gehalten. Zusätzlich wird aber auch das PVE-System regelmäßig aktualisiert und erweitert. Der Veröffentlichungszyklus von PVE liegt dabei meist bei 2 bis 4 Monaten, bei größeren Änderungen auch länger.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Proxmox Server Solutions GmbH (Wien, AT)
  2. Wiki des Proxmox-VE-Projekts