Pyrop

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Pyrop
Granat, Madagaskar.JPG
Pyrop aus Madagaskar
Chemische Formel

Mg3Al2[SiO4]3

Mineralklasse Inselsilikate (Nesosilikate)
9.AD.25 (8. Auflage: VIII/A.08) nach Strunz
51.04.03a.01 nach Dana
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin hexakisoktaedrisch; 4/m 3 2/m
Farbe schwarzrot, purpurrot, blutrot, orangerot, rosa
Strichfarbe weiß
Mohshärte 7 bis 7,5
Dichte (g/cm3) 3,65 bis 3,84
Glanz Glasglanz
Transparenz durchsichtig, durchscheinend
Spaltbarkeit keine
Bruch muschelig, splittrig
Habitus rhombisch-dodekaedrisch, trapezoedrisch, körnig, oft abgerundet
Häufige Kristallflächen {110}
Kristalloptik
Brechungsindex n = 1,714[1]
Weitere Eigenschaften
Ähnliche Minerale andere Granate, Spinell, Rubin

Das Mineral Pyrop (von griechisch pyropos = feurig) ist ein Inselsilikat aus der Granatgruppe und hat die chemische Zusammensetzung Mg3Al2[SiO4]3.

Das Mineral kristallisiert im kubischen Kristallsystem, häufig in (abgerundeten) Körnern. Außerdem tritt es in Aggregaten auf. Reiner Pyrop z.B. aus den Weißschiefern des Dora-Maira-Massivs ist farblos. Durch den Einbau von Eisen (Fe2+) statt Magnesium (Mg) reicht die Färbung von Pyrop von Rosa bis Blutrot und Schwarzrot, oft mit einem Stich ins Bräunliche.

Besondere Eigenschaften[Bearbeiten]

Der Pyrop kommt unter anderem in Kimberliten vor. Daher kann er als Nebenprodukt des Diamantabbaus gewonnen werden. [2] Auffällig gegenüber anderen Mineralien ist die relativ hohe Härte und das hohe spezifische Gewicht.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Eine der frühesten Erwähnungen von Granaten als Schmuckstein findet man in der Bibel im Buch Exodus, 28,18 als Stein auf dem Brustharnisch des Hohepriesters Aaron. Plinius der Ältere fasste in seiner Arbeit Naturalis historia in Buch 35, Kapitel 25 [3] eine Reihe roter Mineralien unter dem Begriff Carbunculus zusammen, darunter auch Granate. Eine weitere Differenzierung dieser Gruppe in drei Untergruppen (Rubin, Spinell und Granat) erfolgte durch Albertus Magnus um 1250 in seiner Arbeit "De mineralinus et rebus metallicus". [4] Der heutige Name Pyrop ist vom griechischen "pyropos" = von feurigem Aussehen abgeleitet, was auf die rote Farbe anspielt.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der Klassifikation nach Strunz, 9. Auflage fällt der Pyrop unter 9.AD.25, ist also ein Inselsilikate ohne weitere Anionen; Kationen in oktahedraler [6] und gewöhnlich größerer Koordination.

Varietäten und Modifikationen[Bearbeiten]

Pyrop (Mg3Al2[SiO4]3) bildet mit Spessartin (Mn3Al2[SiO4]3) und Almandin (Fe3Al2[SiO4]3) eine Mischreihe, die sogenannte "Pyralspit-Reihe".

Pyrop, Spessartin und Almandin treten selten in reiner Form auf, sondern enthalten stets einen gewissen Anteil an Eisen, Magnesium und/oder Mangan (manchmal auch einen geringen Anteil an Yttrium).

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Pyrop ist insbesondere in ultramafischen Gesteinen wie Serpentiniten, Peridotiten oder Kimberliten zu finden, auch sekundär in Sanden, Schottern und Seifen.

Wichtigste Vorkommen des Pyrop liegen in Europa in Tschechien (Böhmische Mittelgebirge), in Südafrika vor allem in der Nähe von Kimberley und in Tanzania, in Australien und den USA (Arizona). Ein weiterer wichtiger Fundort befindet sich in der Ortschaft Martiniana Po in Italien.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Hauptartikel: Granatstruktur

Pyrop kristallisiert kubisch in der Raumgruppe Ia3d (Raumgruppen-Nr. 230) mit dem Gitterparameter a = 11,45 Å sowie 8 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[5]

Verwendung[Bearbeiten]

Pyrop war besonders im 18. und 19. Jahrhundert als Schmuckstein geschätzt („Böhmischer Granat“).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols: Pyrope, in: Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 67,5 kB)
  2. Medenbach, Sussieck-Fornefeld, Die farbigen Naturführer - Mineralien, Mosaik Verlag, München, 1982, S. 198
  3. Plinius der Ältere: Naturalis historia. Buch 35, 25.
  4. Univ. Karlsruhe, Wolfgang Wegner: Herzog Ernst.
  5.  Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 541.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jaroslav Bauer: Der Kosmos-Mineralienführer, Franckh'sche Verlagshandlung Stuttgart, 3. Aufl., 1976. ISBN 3-440-04073-9
  • Jiří Kouřimský: Das Feuerauge aus böhmischen Vulkanen, In: Granat, die Mineralien der Granat-Gruppe. Extra LAPIS No 9, Hg. von Christian Weise, München 1997.
  • Dana Stehlíková: The Bohemian Garnet.The National Museum in Prague - Cedar Rapids, 2. Aufl., 2004. 36 s.
  • Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine, BLV Verlagsgesellschaft München, 1976

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pyrop – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien