Qutb Minar

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Qutb Minar

Das Qutb Minar (Urdu: قطب مینار‎) ist ein Sieges- und Wachturm sowie ein Minarett im Qutb-Komplex in Delhi (Indien). Es gilt als frühes Meisterwerk der indo-islamischen Architektur und zählt immer noch zu den höchsten Turmbauten der islamischen Welt. Seit 1993 ist es als Teil des Weltkulturerbes der UNESCO anerkannt. Eine Besteigung für Besucher ist – nach einem Stromausfall und einer nachfolgenden Massenpanik im Jahr 1981, bei der 45 Menschen getötet wurden – nicht mehr erlaubt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die genauen Daten zum Qutb Minar sind nicht bekannt. Der Grundstein wurde wahrscheinlich erst Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts – also etwa knapp 10 Jahre nach Fertigstellung der benachbarten Quwwat-ul-Islam-Moschee – unter Qutb-ud-Din Aibak nach dem Sieg der Moslems über die Hindus gelegt. Als Vorbilder dienten zwei Turmbauten in Afghanistan. Zwischen 1211 und 1236 wurde der Turm als Siegesturm und Minarett durch seinen Schwiegersohn und Nachfolger Shams-ud-din Iltutmish fertiggestellt.

Laut den Inschriften auf der Oberfläche des vierten und fünften Turmgeschosses, wurde er von Firuz Schah Tughluq (reg. 1351–88) und Sikandar Lodi (reg. 1489–1517) repariert. Dies geschah bei Firuz Schah Tughluq angeblich nach einer Beschädigung durch Blitzschlag oder Erdbeben im Jahr 1368 – die Angaben über die Ursachen der Beschädigungen des Qutb Minar sind widersprüchlich. Firuz Schah Tughluq ersetzte die beiden obersten Stockwerke aus Sandstein durch die heute noch erhaltenen, die teilweise aus weißem Marmor bestehen. Die Reparatur durch Sikandar Lodi erfolgte nach einer Beschädigung um das Jahr 1503.

Um das Jahr 1800 wurde das Qutb Minar erneut beschädigt; diese Schäden wurden bis 1829 durch Major R. Smith, einen britischen Ingenieur behoben. Dabei wurde auch eine Laterne von Firuz Schah Tughluq auf der Turmspitze durch eine neue ersetzt. Die alte Laterne wurde im Jahr 1848 von Henry Hardinge, 1. Viscount Hardinge von der Turmspitze entfernt und in der Gartenanlage aufgestellt.

Architektur[Bearbeiten]

Das Qutb Minar ist ein fünfgeschossiger Turmbau aus rotem – teilweise auch hellem – Sandstein mit einer Höhe von 72,30 Metern (29,10 m / 15,39 m / 12,31 m / 7,30 m / 7,00 m + Kuppelhöhe 1,20 m) und einem Durchmesser von 13,70 m an der Basis und 2,75 m an der Spitze. Die Baukörper der drei unteren Stockwerke sind stark gegliedert – im Erdgeschoss wechseln runde und eckige Streben einander ab; im zweiten Geschoss finden sich nur runde 'Dienste' und im dritten Geschoss nur eckige. Beachtenswert ist der Wechsel zwischen dunkelrotem und hellerem Sandstein in den beiden unteren Geschossen; die dunkelroten Bänder enthalten kalligraphische Inschriften (Koranverse, Lobpreisungen Allahs etc.). Die vorspringenden umlaufenden Balkone ruhen auf Muqarnas-Gesimsen. Der Eingang befindet sich auf der zur Moschee weisenden Nordseite; die Wendeltreppe im Innern wird von winzigen Fensteröffnungen belichtet.

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • John Irwin: Islam and the Cosmic Pillar. In: Marianne Yaldiz, Wibke Lobo (Hrsg.): Investigating Indian Art. Proceedings of a Symposium on the Development of Early Buddhist and Hindu Iconography held at the Museum of Indian Art Berlin in May 1986. Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1987, S. 133–145

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Qutb Minar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

28.52435555555677.18545Koordinaten: 28° 31′ 28″ N, 77° 11′ 8″ O