Rūdolfs Blaumanis

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Rūdolfs Blaumanis

Rūdolfs Blaumanis (* 1. Januar 1863 in Ērgļi, Gouvernement Livland; † 4. September 1908 in Punkaharju) war einer der bekanntesten lettischen Schriftsteller und Dramatiker.

Leben[Bearbeiten]

Rūdolfs Blaumanis besuchte eine deutsche Handelsschule in Riga. Seine ersten Publikationen schrieb er in Deutsch. Als er später nach Hause zurückkehrte, widmete er sich dem Studium der lettischen Sprache. 1888 wurde er in Riga Korrespondent der Zeitung für Stadt und Land. Er verfasste Prosawerke wie die heute in Lettland noch sehr bekannten Novellen Die Raudup-Wirtin (1889) oder Im Schatten des Todes (1899) und gilt als Begründer der psychologischen Kurzgeschichte in Lettisch. Ab 1890 wurden auch erste Theaterstücke von ihm aufgeführt, die die Probleme des bäuerlichen Lebens in Lettland behandelten. Skroderdienas Silmačos (Schneidertage in Silmači) ist das am häufigsten aufgeführte lettische Theaterstück.[1]

Blaumanis übersetzte viele lettisch verfasste Werke, wie sein naturalistisches Drama Die Indrans (1904), ins Deutsche. Kurzzeitig arbeitete er für die Zeitung der Neuen Strömung Dienas lapa und war zusammen mit Aspazija, Jānis Poruks, Augusts Deglavs bei Mājas Viesis tätig. 1900 erschien eine Gedichtsammlung zusammen mit Andrievs Niedra[2] 1901 war er bei der Zeitschrift Pēterburgas Avīzes und 1906 bei der Zeitschrift Latvija. 1906 erschien im Paul Neldner Verlag, Riga, auch seine zusammen mit Hans Schmidt erarbeitete Nachdichtung der lettischen Texte aus der Sammlung der Kompositionen von Jāzeps Vītols 200 lettische Volksweisen mit Klavierbegleitung. Zwischen diesen Tätigkeiten, bei denen er teilweise unter Pseudonym schrieb, kehrte er immer wieder für längere Zeit auf seinen Hof Braki bei Ērgļi zurück und veröffentlichte eine Vielzahl von erfolgreichen Erzählungen, Theaterstücken und Gedichten. Allerdings verschlechterte sich seine Gesundheit zunehmend, so dass er 1908 ein Sanatorium in Finnland aufsuchte, wo er verstarb.

Ehrungen[Bearbeiten]

Das Haus von Blaumanis.
  • In Riga existiert in seiner ehemaligen Wohnung ein Museum für Blaumanis und Janis Rozentāls.[3]
  • Sein Heimathof bei Ērgļi wurde 1959 als Museum eingerichtet.

Werke in deutscher Übersetzung[Bearbeiten]

(in chronologischer Folge des Erscheinens)

  • Die Indrans. Drama aus dem lettischen Volksleben. Übersetzt aus dem Lettischen vom Autor und Oskar Schönhoff. Gulbis, Riga 1921.
  • Novellen. Gulbis, Riga 1921.
  • Durch den Sumpf. Gulbis, Riga 1922.
  • Im Schatten des Todes. Novelle. In: Internationale Literatur, Bd. 10, Nr. 10. Verlag für Fremdsprachige Literatur, Moskau 1940.
    • Nachdruck: Evangelische Verlags-Anstalt, Berlin 1962.
    • Übersetzt aus dem Lettischen vom Autor. Mit einem Nachwort von Rolf Füllmann: hochroth Verlag, Berlin 2014. ISBN 978-3-902871-47-3.
  • Die Raudup-Wirtin. Übersetzt aus dem Lettischen vom Autor. Latviju Grāmata, Riga 1941.
  • Sumpfwanderer. Bavaria-Verlag, Gauting bei München 1949 (= Stimmen der Völker, Bd. 4)
  • Zehn lettische Novellen. Verlag Neues Leben, Berlin 1953.
  • Im Sumpf und andere lettische Novellen. Reclam, Leipzig 1954 (= Reclams Universal-Bibliothek, Bd. 7976/77).
  • Die Teufelchen. Liesma, Riga 1980.

Literatur[Bearbeiten]

  • Aija Priedite: Rudolfs Blaumanis. In: Baltica. Die Vierteljahresschrift für Baltische Kultur. Heft 2/Juni 1993. S. 2-18.
  • Arvids Ziedonis: A study of Rūdolfs Blaumanis. Helmut Buske Verlag, Hamburg 1979. (= Hamburger philologische Studien, Bd. 48). ISBN 3-87118-406-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lettische Literatur
  2. letonika.lv
  3. Janis Rozentāls and Rūdolfs Blaumanis Museum. (englisch)