Rathausbrücke (Zürich)

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Rathausbrücke, rechts das Zürcher Rathaus, links das Haus zum Schwert

Die Rathausbrücke (auch Gemüsebrücke genannt) ist eine platzförmige Brücke über die Limmat in der Stadt Zürich (Schweiz). Die Bezeichnung «Gemüsebrücke» wird bis heute im Volksmund verwendet und erinnert an den einstigen Gemüsemarkt, der hier stattfand. Ihren amtlichen Namen erhielt die Brücke 1893 vom Rathaus. Zur Unterscheidung von der weiter flussaufwärts gelegenen «Oberen Brücke» (Münsterbrücke) wurde sie auch «Untere Brücke» genannt.

Lage und Beschreibung[Bearbeiten]

Die Brücke verbindet in der Altstadt die beiden durch die Limmat getrennten Stadtteile. Sie führt vom rechtsseitigen Limmatufer mit dem Rathaus und Limmatquai zum linken Ufer mit der Schipfe und dem Weinplatz, der optisch mit der platzartigen Brücke verschmilzt.

Am Sonntag diente sie in früheren Zeiten den Bürgern und Zünften nach dem Gottesdienst als Versammlungspunkt und repräsentative Staatshandlungen wurden auf ihr abgehalten. Ab dem frühen 14. Jahrhundert diente die Brücke auch als Marktplatz, was ihr den Namen «Gemüsebrücke» gab. Die Rathausbrücke ist bis heute ein wichtiger Treffpunkt und Teil der Zürcher Fussgängerzone.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Rathausbrücke (unten rechts) auf einer Luftbildfotografie von Eduard Spelterini, um 1896/98.

Die Rathaus- oder Gemüsebrücke war der erste und bis ins 19. Jahrhundert auch der einzige befahrbare Limmatübergang in der Stadt Zürich Schon im Mittelalter war die Brücke breiter als für den Verkehr notwendig, wie auf dem Altarbild (Zwölfbotenkapelle im Grossmünster) von Hans Leu dem Älteren vom Ende des 15. Jahrhunderts zu erkennen ist. Die ersten bekannten Verbreiterungen stammen aus den Jahren 1375 und 1420/21. Durch eine weitere Verbreiterung flussabwärts erhielt die Brücke 1602–1605 in etwa die heutigen Ausmasse, linksseitig begrenzt vom Hotel «Zum Schwert».

Trotz ihrer Lage und ihrer Bedeutung war sie architektonisch kein herausragendes Bauwerk. Westlich schloss sich bis ins 19. Jahrhundert eine hölzerne Plattform aus Eichenbrettern an. Nur die auf dem Murerplan von 1576 erkennbaren Wellenbrecher auf der Oberwasserseite wurden aus Stein errichtet, die übrigen Brückenteile bestanden mehrheitlich aus Holz. Dessen ungeachtet dürfte der Brückenteil zwischen Rathaus und Hauptwache eines der ältesten und breitesten Brückenbauwerke aus Stein in der Schweiz sein.

1881 wurde die hölzerne Brückenkonstruktion durch eine gusseiserne ersetzt, die alten Verkaufsbuden wurden entfernt. Pläne, auf der Brücke eine Gemüsehalle zu erreichten, scheiterten am Widerstand der Bevölkerung: Eine Petition verhinderte dieses «Denkmal der Geschmacklosigkeit».[1]Die heutige Brücke aus Stahlbeton wurde vom Architekten Manuel Pauli entworfen und in den Jahren 1972/73 neu errichtet.

Limmatstein[Bearbeiten]

Januar 1740: Küfer arbeiten auf dem Limmatstein an einem grossen Fass. Darstellung von Johann Caspar Ulinger.

Der Limmatstein oder Metzgerstein war ein grosser Findling in der Limmat unmittelbar unterhalb der Rathausbrücke. Bei niedrigem Wasserstand ragte er als breite Felsplatte aus dem Wasser; dies geschah in den Jahren 1580, 1585. 1654, 1740 und zuletzt 1814. Da der Stein die Schifffahrt behinderte, wurde er 1823 weitgehend zertrümmert. Was von ihm noch übrigblieb, wurde beim Bau der neuen gusseisernen Brücke im Frühjahr 1881 «mittelst Dynamit weggesprengt, wobei die Arbeiter von den Metzgern einen Trunk erhielten». [2]

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks / Quellen[Bearbeiten]

 Commons: Rathausbrücke Zürich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Germann: Zürich im Zeitraffer, Band II, Werd-Verlag, Zürich 2000, S. 74
  2. Bruno Weber: Planvedute der Stadt Zürich. Kommentar zur Reproduktion der Originals in der Zentralbibliothek Zürich, Matthieu Verlag, Zürich 1986

47.3717948.54234Koordinaten: 47° 22′ 18″ N, 8° 32′ 32″ O; CH1903: 683360 / 247359