Regent (Rebsorte)

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Regent
Zuchtnummer Gf.67-198-3
Regent
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe rot
Verwendung
Züchter Gerhardt Alleweldt
Institut JKI, Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof
Züchtungsjahr 1967
Markteinführung 1995
VIVC-Nummer 4572
Abstammung

Kreuzung aus
Diana (Silvaner × Müller-Thurgau) × Chambourcin

Liste von Rebsorten

Der Regent ist eine rote Rebsorte, die gegenüber bedeutenden Pilzkrankheiten der Rebe eine große Toleranz besitzt, insbesondere gegen Peronospora (auch Falscher Mehltau der Weinrebe genannt).

Der Regent ist eine Neuzüchtung (1967 Kreuzung zwischen Diana (Silvaner x Müller-Thurgau) und Chambourcin) und erhielt erst 1995 die deutsche und im Jahr darauf die europäische Sortenzulassung (Klassifizierung).[1] Die Züchtung geht auf Gerhardt Alleweldt zurück und wurde am Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof entwickelt. Sie gehört zurzeit (Stand 2008) zu den bedeutendsten pilzwiderstandsfähigen Qualitäts-Rebsorten weltweit und liefert farbintensive, kräftige Rotweine.

In der Praxis haben sich die Hoffnungen auf eine echte Resistenz gegen die großen Pilzerkrankungen der Weinrebe nicht erfüllt. Im konventionellen Anbau kommt auch der Regent nicht ganz ohne Spritzungen von Rebschutzmitteln aus, der Aufwand kann jedoch um bis zu 80 Prozent gesenkt werden. Man spricht daher auch nicht mehr von einer pilzresistenten Rebsorte, sondern von einer „pilzwiderstandsfähigen“, abgekürzt „PiWi“. Als Rebsorte überzeugt der Regent dank seiner Qualitätseigenschaften und seiner Farbkraft. Geschmacklich und auch in seiner Eigenschaft als Verschnittpartner in einer Cuvée könnte man ihn am ehesten mit dem Merlot vergleichen.

Regent ist eine Elternsorte von Reberger und Calandro.

Siehe auch die Artikel Weinbau in Deutschland und Weinbau im Vereinigten Königreich sowie die Liste der Rebsorten.

Verbreitung[Bearbeiten]

In Deutschland (= Haupt-Verbreitungsgebiet) waren im Jahr 2009 2122 Hektar [2] mit der Rebsorte Regent bestockt. Im Jahr 2006 waren 2183 Hektar [3] Anbaufläche bestockt, nachdem im Jahr 1999 nur 324 Hektar [4] erhoben wurden. Im Jahr 1996 belief sich die Anbaufläche auf geringe 11 Hektar. Kleinere Bestände sind laut Jancis Robinson auch in England bekannt. Seit einigen Jahren steigt auch der Anteil der Rebsorte am Sortenspiegel der Schweiz (→ Weinbau in der Schweiz), wo 41 Hektar bestockt sind (Stand 2007, Quelle: Office fédéral de l'agriculture OFAG [5])

Die Rebflächen in Deutschland verteilten sich im Jahr 2009 wie folgt auf die einzelnen Anbaugebiete:

Weinbaugebiet Rebfläche (Hektar)
Ahr 19
Baden 306
Franken 141
Hessische Bergstraße 1
Mittelrhein 4
Mosel 59
Nahe 101
Pfalz 632
Rheingau 0
Rheinhessen 767
Saale-Unstrut 20
Sachsen 9
Stargarder Land 1
Württemberg 59
TOTAL Deutschland 2009 2122

Quelle: Rebflächenstatistik vom 31. Juli 2009, Deutsches Weininstitut, [6]

Sortenmerkmale[Bearbeiten]

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:

  • Die Triebspitze ist offen. Die Sorte neigt kaum zu Geiztriebbildung.
  • Die walzenförmige Traube ist selten geschultert, mittelgroß und etwas weniger dichtbeerig als der Spätburgunder. Die rundlichen bis ovalen Beeren sind klein bis mittelgroß und von dunkelblauer bis violettblauer Farbe. Der Saft der Beere ist gefärbt.

Der Regent treibt mittelfrüh aus. Dadurch entgeht er eventuellen sehr späten Frühjahrsfrösten, kann aber bei frühen Maifrösten noch Schaden nehmen. Der Blütezeitpunkt liegt spät. Er reift noch vor dem Gutedel und gilt somit als früh reifend. Die Sorte hat einen sehr mittelkräftigen Wuchs. Der Ertrag ist vergleichsweise hoch. Ohne Ernteeinschränkung (siehe Reberziehung) kann der Ertrag bei hohen 100 bis 120 Hektoliter/Hektar liegen.

Im Vergleich zu fast allen anderen Rotweinsorten ist der Gehalt des Rotweinfarbstoffes Malvidin überdurchschnittlich hoch. Somit lässt ein hoher Malvidingehalt in Rotweinen eventuell Rückschlüsse auf einen Verschnitt mit der Rebsorte Regent zu.

Regent-Preis[Bearbeiten]

Seit 2009 wird der Regent-Preis des Julius Kühn-Instituts als Weinwettbewerb anerkannt. Winzer haben zweimal jährlich die Möglichkeit, Qualitätsweine der Rebsorte für den internationalen Wettbewerb einzureichen um die Qulitätsauszeichnung in Gold, Silber und Bronze zu erhalten. Im ersten Jahr wurde der Preis in Gold insgesamt 20 mal vergeben.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Julius Kühn-Institut, Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof: Rebsorte Regent, (PDF Datei). Siebeldingen 2009.
  2.  Deutsches Weininstitut: Statistik 2009, (PDF Datei; 16 kB). Mainz 2009.
  3.  Deutsches Weininstitut: Statistik 2007/2008, (PDF Datei; 430 kB). Mainz 2007.
  4.  Deutsches Weininstitut: Statistik 2004/2005, (PDF Datei; 777 kB). Mainz 2004.
  5. Das Weinjahr 2008 (PDF), Herausgeber Office fédéral de l'agriculture OFAG
  6. Rebsorten in Anbaugebieten 2009 (PDF; 16 kB)
  7. Thomas Ehlke: Auszeichnung für Weingut, Regent-Preis; Verlagsgruppe Rhein Main Allgemeine Zeitung, Freitag, 5. Februar 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Regent – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]