Rehburg

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Dieser Artikel behandelt Rehburg in Niedersachsen. Für Rehburg in Schleswig-Holstein siehe Dobersdorf.
Rehburg
Koordinaten: 52° 29′ N, 9° 14′ O52.4759.2291666666667Koordinaten: 52° 28′ 30″ N, 9° 13′ 45″ O
Fläche: 46,60 km²
Einwohner: 3.863 (2006)
Eingemeindung: 1974
Postleitzahl: 31547
Vorwahl: 05037

Rehburg ist eine ehemalige Stadt im Landkreis Nienburg/Weser im Bundesland Niedersachsen und heute Ortsteil von Rehburg-Loccum. Sie liegt westlich vom Steinhuder Meer und gehört zum Naturpark Steinhuder Meer.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Die Entfernung Rehburg nach Hannover und Bremen beträgt etwa 45 bzw. 105 km. Das Siedlungsgebiet hat die Form eines Straßendorfes, es wird im Norden durch ein ausgedehntes Wald- und Moorgebiet begrenzt, im Süden und Südwesten durch den Höhenzug der Rehburger Berge und im Osten durch das Steinhuder Meer. In den restlichen Himmelsrichtungen befindet sich Weide- und Wiesenlandschaft. Rehburg wird auch vom Steinhuder Meerbach in Ost-West-Richtung durchflossen.

[Bearbeiten] Geschichte

Darstellung von Rehburg am Steinhuder Meer um 1520 während der Hildesheimer Stiftsfehde, Zeichnung von Johannes Krabbe von 1591

Rehburg wurde als Grenzbefestigung durch die Welfen im 13. Jahrhundert errichtet, teilweise wird bereits auf die Regierungszeit Heinrichs des Löwen datiert. Die Stadtrechte wurden im Jahr 1648 verliehen.[1] Rehburg war hannoverscher Amtssitz für das Gebiet der heutigen Stadt Rehburg-Loccum, ergänzt um die Orte Wiedensahl und Mardorf. Etwa 3 km westlich von Rehburg finden sich die Reste der frühmittelalterlichen Ringwallanlage Düsselburg. Die heute aus Erdwällen bestehende Befestigungsanlage diente vermutlich um das 8. bis 10. Jahrhundert der Bevölkerung als Fliehburg. Eine archäologische Ausgrabung fand 1904 statt.[2] Auf dem Haarberg zwischen Rehburg und Winzlar lagen einst Burg und Dorf Münchhausen, Stammsitz des Adelsgeschlechts Münchhausen, die bald nach 1335 wüst wurden. Ein Gedenkstein dort erinnert daran.

Auf der Feste Rehburg am Steinhuder Meer fand die letzte öffentliche Hinrichtung um 1850 statt.[3] Auf dem vom Volksmund so genannten „Köppebarg“ (Köppeberg), einem kleinen bewaldeten Heidehügel in der Feldmark nordöstlich von Rehburg, fand 1851 die letzte öffentliche Hinrichtung im Amt Rehburg statt. Ein Scharfrichter richtete in Anwesenheit einer großen Menschenansammlung den Schneerener Vatermörder Wiebking (Wiepking) mit einem Schwert.

Zu der Zeit war ein berittener Gendarm in Bad Rehburg stationiert. Sein Dienstbereich umfasste auch Mardorf. Zu Hilfsdiensten waren die Vertreter vor Ort verantwortlich. So hatten auch Feldhüter (Ordnung in der Feldmark), Gemeindediener und Nachtwächter Polizeigewalt. An der Landstraße in Richtung Mardorf (noch heute an einer kleinen Baumgruppe erkennbar) hat es ebenfalls eine Hinrichtungsstätte gegeben.

Meist folgte im Anschluss an öffentlich vollzogene Hinrichtungen ein sehr kurzer Bericht.[4] Auf der ersten Seite eines Prospekts zur Hinrichtung in Rehburg ist zu lesen:[5] "Leben und Hinrichtung des Vatermörders Wiepking, aus Schneeren, Amts Rehburg, welcher am 12. September vermittelst des Schwertes vom Leben zum Tode gebracht wurde."

Mit einem Gedenkstein erinnert der Rehburger Bürger- und Heimatverein an die Geschichte des Ortes.

Die Freiwillige Feuerwehr Rehburg (Stadt) wurde am 16. Januar 1896 als erste des Landkreises Stolzenau gegründet. 32 Männer traten der Feuerwehr bei. Kommandeur wurde der Bäckermeister Heinrich Lustfeld.[6]

1974 wurde Rehburg mit den Gemeinden Bad Rehburg, Münchehagen, Loccum und Winzlar zur Stadt Rehburg-Loccum als Einheitsgemeinde zusammengeschlossen, deren Verwaltungssitz sich in Rehburg, dem größten der fünf Ortsteile, befindet.

Ortsbürgermeisterin ist Angelika Tessner (SPD).

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

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[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Die evangelische St.-Martini-Kirche im Ortskern
Die ehemalige Gemeindeschule und der Marktbrunnen
  • Ev. St. Martini-Kirche: Der Rechtecksaal mit Westturm wurde 1748 wieder hergestellt. Vermutlich weitgehender Neubau unter Verwendung von Resten des Altbaus.
  • Ehemalige Oberförsterei (heute Rathaus): im 18. Jahrhundert auf den Fundamenten der alten Burg errichtet. Es handelt sich um einen einfachen klassizistischen Bau, dessen Vorderfront verputzt ist, die Rückseite besteht aus Sichtfachwerk. Der seitliche und der rückwärtige Anbau wurden ebenfalls in Fachwerk erstellt. In jüngster Zeit wurde das Gebäude um einen Erweiterungsbau in historisierenden Formen wenig einfühlsam ergänzt.
  • Der heutige Ratskeller befindet sich in einem gotischen Backsteingebäude in der Ortsmitte, in dem früher die Bauschule Rehburgs untergebracht war.
  • Ehemalige Gemeindeschule mit dem Mahnmal für die Gefallenen der Weltkriege und dem Marktbrunnen. Das Gebäude der Gemeindeschule wird heute von der Polizei genutzt.
  • Im Ortskern sind nur wenige ältere Fachwerkbauten erhalten, von denen die meisten durch Umbauten erstellt oder massiv erneuert sind.
  • Der „alte“ Steinbruch
  • Rehburger Berge, ein Erholungsgebiet mit Wanderwegen im Wald
  • Ringwallanlage Düsselburg

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Literatur

  • Peter Beer: Hexenprozesse im Kloster und Klostergebiet Loccum. Studien zur Kirchengeschichte Niedersachsens, Band 41, 1. Aufl., Göttingen 2007, ISBN 978-3-89971-357-2

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Rehburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Obenaus, Herbert (Hrsg.); Bankier, David; Fraenkel, Daniel, Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen, Band II, Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-753-5, S. 1299.
  2. Grabungsbericht von Prof. Carl Schuchardt in: Neues Vaterländisches Archiv oder Beiträge zur allseitigen Kenntniss des Königreichs Hannover und des Herzogthums Braunschweig-Lüneburg (1822-1832), Leibnizbibliothek Hannover.
  3. Lauffer, Otto, Die Begriffe „Mittelalter“ und „Neuzeit“ im Verhältnis zur deutschen Altertumskunde, Berlin 1936, S. 57, unter Bezugnahme auf Niederdeutsche Heimatblätter 11, 1925, S. 339.
  4. Vgl. Blazek, Matthias, Scharfrichter in Preußen und im Deutschen Reich 1866-1945, ibidem, Stuttgart 2010, insb. S. 133 ff., ISBN 978-3-8382-0107-8.
  5. Historischer Verein für Niedersachsen: Hannoversche Geschichtsblätter, 1962.
  6. Protokollbuch der Ortsfeuerwehr Rehburg; Blazek, Matthias, Die Geschichte der Ortsfeuerwehr Wiedensahl 1909-2009, Wiedensahl 2009, S. 27, ISBN 978-3-00-024676-0.
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