Reinhold Hammerstein

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Reinhold Hammerstein (* 9. April 1915 in Lämmerspiel, Hessen; † 22. April 2010 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Musikwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten]

Reinhold Hammerstein, Sohn des Rektors August Hammerstein und der Friederike geborene Pauly, widmete sich nach dem Abitur dem Studium der Musikwissenschaften, Geschichtswissenschaften und Germanistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort erwarb er 1940 den akademischen Grades eines Dr. phil.. Zusätzlich absolvierte er eine Ausbildung in Klavier und Gesang.

Im Zweiten Weltkrieg diente er als Soldat in Rußland, wurde aber wegen einer schweren Ruhrerkrankung als unheilbar krank aus dem Militärdienst entlassen.[1] Das Kriegsende erlebte er 1944/45 in Tengen am Bodensee.[2] 1946 wurde ihm die Dozentur der Musikgeschichte an der Freiburger Musikhochschule übertragen, eine Position, die er bis 1958 innehatte. 1954 habilitierte er sich als Privatdozent der Musikwissenschaften an der Universität Freiburg im Breisgau, dort erfolgte 1962 seine Ernennung zum außerplanmäßigen Professor. Darüber hinaus bekleidete er zwischen 1955 und 1956 eine Gastdozentur an der Universität Basel. 1963 folgte Reinhold Hammerstein dem Ruf auf die ordentliche Professur für Musikwissenschaften an der Universität Heidelberg, die er bis zu seiner Emeritierung 1980 wahrnahm.

Hammerstein, der das Terrain der Musikwissenschaft um die Ikonografie erweiterte, heiratete 1943 Dr. Irmgard geborene Hueck, mit der er drei Kinder hatte. Er starb 2010, im Alter von 95 Jahren, in Freiburg im Breisgau. Einer seiner Brüder ist der Historiker Notker Hammerstein.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Notker Hammerstein, Aus dem Freundeskreis der „Weißen Rose“. Otmar Hammerstein – eine biographische Erkundung, S. 120.
  2. Notker Hammerstein, Aus dem Freundeskreis der „Weißen Rose“. Otmar Hammerstein – eine biographische Erkundung, S. 120f.

Literatur[Bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Christian Friedrich Daniel Schubart, ein schwäbisch-alemannischer Dichter-Musiker der Goethezeit, Dissertation 1943
  • Die Musik der Engel : Untersuchungen zur Musikanschauung des Mittelalters, Habilitationsschrift, Francke, Bern, München, 1962
  • Die Musik in Dantes Divina Commedia, In: Deutsches Dante-Jahrbuch 41/42, 1964
  • Tanz und Musik des Todes. Die mittelalterlichen Totentänze und ihr Nachleben. Francke, Bern 1980, ISBN 3-7720-1460-7.
  • Macht und Klang : tönende Automaten als Realität und Fiktion in der alten und mittelalterlichen Welt, Francke, Bern, 1986
  • Von gerissenen Saiten und singenden Zikaden : Studien zur Emblematik der Musik, Francke, Tübingen, Basel, 1994
  • Die Stimme aus der anderen Welt : über die Darstellung des Numinosen in der Oper von Monteverdi bis Mozart, Schneider, Tutzing, 1998

Weblinks[Bearbeiten]