Renhō

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Renhō, 2008

Renhō (jap. 蓮舫; amtlich jap. Renhō Murata (村田 蓮舫, Murata Renhō); ursprünglich chinesisch 謝 蓮舫Pinyin Xie Lianfang, W.-G. Hsieh Lien-fang, jap. Sha Renhō; * 28. November 1967 in der Präfektur Tokio) ist eine japanische Politikerin, ehemalige Ministerin und Abgeordnete des Sangiin für die Demokratische Partei (DPJ). Innerparteilich gehört sie der Noda-Gruppe an.[1] Vor ihrem Eintritt in die Politik war Renhō als Model und Fernsehmoderatorin bekannt.

Renhō ist die Tochter eines taiwanischen Kaufmanns und einer japanischen Mutter. Sie entschied sich später für die japanische Staatsbürgerschaft und wurde mit dem mütterlichen Familiennamen als Saitō Renhō (斉藤 蓮舫) ins Namensregister eingetragen. Sie studierte Öffentliches Recht an der Aoyama-Gakuin-Universität, ihren Abschluss machte sie 1990.

Bereits während ihres Studiums begann Renhō als Model in der Werbung zu arbeiten und zunehmend im Fernsehen aufzutreten. Ab 1992 war sie Moderatorin für den Fernsehsender TBS, ab 1993 dann für TV Asahi. Im selben Jahr heiratete sie. 1995 begab sie sich für einen Studienaufenthalt nach Beijing, 1997 gebar sie ihre zwei Kinder Suiran (翠蘭) und Rin (). Im Jahr 2000 kehrte sie als Nachrichtenmoderatorin zu TBS zurück.

Bei der Wahl von 2004 wurde Renhō als Kandidatin der DPJ in der Präfektur Tokio (damals acht Mandate, vier zur Wahl) ins Sangiin gewählt: mit 924.643 Stimmen erzielte sie den dritthöchsten Stimmenanteil. Bei der Sangiin-Wahl 2010 erhielt Renhō in der Präfektur Tokio mehr als 1,7 Millionen Stimmen und wurde klar mit dem höchsten Stimmenanteil als Abgeordnete wiedergewählt.

Landesweit politische Bekanntheit erlangte Renhō ab 2009 durch ihre engagierte Rolle in den öffentlichen Anhörungen der neu eingerichteten „Konferenz zur Erneuerung der Verwaltung“ zur Überprüfung einzelner Haushaltsposten. 2010 berief sie Premierminister Naoto Kan als zuständige Ministerin in sein Kabinett, im Januar 2011 erhielt sie auch die Zuständigkeiten für Verbraucher und Lebensmittelsicherheit. Im Juni 2011, als Umweltminister Ryū Matsumoto zum „Wiederaufbauminister“ nach dem Tōhoku-Erdbeben 2011 gemacht wurde, gab sie ihre Ministerpositionen ab und wurde mit den gleichen Zuständigkeiten wie bisher Sonderberaterin des Premierministers. Von September 2011 bis Januar 2012 kehrte sie unter Yoshihiko Noda als Ministerin für die „Erneuerung der Verwaltung“, Bekämpfung des Geburtenrückgangs, Geschlechtergleichstellung und Reform des öffentlichen Dienstes erneut ins Kabinett zurück.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mainichi Shimbun, News Select, DPJ-Faktionen: Noda-GruppeVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter