Ricardo María Carles Gordó

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Ricardo María Kardinal Carles Gordó
Wappen

Ricardo María Kardinal Carles Gordó (* 24. September 1926 in Valencia, Spanien; † 17. Dezember 2013 in Tortosa, Spanien) war ein spanischer Kardinal und Erzbischof von Barcelona.

Leben[Bearbeiten]

Ricardo María Carles Gordó erhielt seine weiterführende Schulbildung an einer Jesuitenschule, wo seine in der Familie grundgelegte religiöse Inkulturation eine deutliche Festigung erfuhr. Er trat ins Priesterseminar in Valencia ein und studierte am Colegio Corpus Christi in Valencia Katholische Theologie und Philosophie. Die Priesterweihe empfing er im Jahre 1951 in Valencia. Nach einem Doktoratsstudium an der Päpstlichen Universität Salamanca wurde er 1953 in Kirchenrecht zum Dr. iur. can. promoviert.

Anschließend wirkte er in den Jahren von 1953 bis 1969 in der Gemeindeseelsorge, unter anderem in Ternes de Valldigna und Valencia, wobei er sich besonders in der Jugendarbeit engagierte. Er arbeitete als Leiter der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) und Rektor in der Ausbildung der Diakone, bischöflicher Beauftragter für die Priester und Diözesanrat für das Familienapostolat.[1]

Am 6. Juni 1969 wurde er von Papst Paul VI. zum Bischof des Bistums Tortosa ernannt. Die Bischofsweihe spendeten ihm am 3. August 1969 Luigi Dadaglio, Apostolischer Nuntius in Spanien; Mitkonsekratoren waren sein Amtsvorgänger Manuel Moll y Salord und Weihbischof Rafael González Moralejo aus Valencia. In der spanischen Bischofskonferenz war er Vorsitzender des Unterausschusses für Familie und der Präsident der Kommission für Seminare und Universitäten. In Tortosa berief er die erste diözesane Synode nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ein.

Papst Johannes Paul II. ernannte ihn am 23. März 1990 zum Erzbischof von Barcelona. Er war Teilnehmer der VIII. Ordentlichen Versammlung der Bischofssynode im Vatikan vom 30. September bis 28. Oktober 1990. Er gründete in Barcelona das Instituto de Teología Espiritual.

Seit 1994 gehörte Carles Gordó als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Maria Consolatrice al Tiburtino dem Kardinalskollegium an. Papst Johannes Paul II. berief ihn in die Kongregation für das Katholische Bildungswesen sowie 1995 in den Rat der Kardinäle für das Studium der organisatorischen und wirtschaftlichen Probleme des Heiligen Stuhls.[2] Von 2000 bis 2006 war er Mitglied der Präfektur für die ökonomischen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls.[3]

Seinem altersbedingten Rücktrittsgesuch wurde von Papst Johannes Paul II. am 15. Juni 2004 stattgegeben. Kardinal Carles Gordó nahm am Konklave 2005 teil, am Konklave 2013 nahm er nicht teil, da er die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten hatte. Er starb im Dezember 2013 87-jährig im Krankenhaus Santa Cruz in Tortosa. Wie er es in seinem Testament festhielt, wurde er in der Basilica de la Virgen de los Desamparados in seiner Heimatstadt Valencia beigesetzt.

An der Totenmesse für Ricardo María Carles nahmen Lluís Martínez Sistach, sein Nachfolger als Erzbischof von Barcelona, Carlos Osoro Sierra, Erzbischof von Valencia, Carlos Kardinal Amigo Vallejo sowie acht weitere Bischöfe teil.

Wirken[Bearbeiten]

In der spanischen Bischofskonferenz CEE war Ricardo María Carles von 1972 bis 1978 Mitglied der Kommission für Dienstreisen, er gehörte von 1972 bis 1975 der Kommission für den Klerus an und war Präsident des Bischofsunterausschusses für die Familie (1978–1984) sowie der bischöflichen Kommission für Seminare und Universitäten (1984–1990).[2] Von 1990 bis 2005 war er Mitglied des Executive Committee der CEE und von 1999 bis 2002 Vizepräsident der CEE.[2]

Ein zentrales Anliegen seines pastoralen Wirkens war eine zeitgemäße Glaubensverkündigung unter Einschluss der modernen Medien.

Ricardo María Carles setzte sich für die Seligsprechung des Architekten der Basilika Sagrada Família, Antonio Gaudí, ein, den er gegen den Vorwurf, Freimaurer gewesen zu sein, in Schutz nahm.[4]

Schriften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ricardo María Carles Gordó – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carles Gordo, Ricardo María, in: CNA, abgerufen am 18. Dezember 2013
  2. a b c Emmo. y Rvdmo Sr. D. Ricardo María Carles Gordó, in: CEE, abgerufen am 18. Dezember 2013
  3. Ricardo Maria Kardinal Carles Gordó, in: vaticanhistory.de, abgerufen am 19. Dezember 2013
  4. Spanischer Kardinal Carles gestorben, in: Kathweb.at, abgerufen am 18. Dezember 2013
Vorgänger Amt Nachfolger
Manuel Moll y Salord Bischof von Tortosa
1969–1990
Lluís Martínez Sistach
Narciso Kardinal Jubany Arnau Erzbischof von Barcelona
1990–2004
Lluís Kardinal Martínez Sistach