Richard Garrard

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Richard ("Dick") Edward Garrard (* 21. November 1911 in Geelong, Victoria; † 3. März 2003) war ein australischer Ringer. Gewinner einer Silbermedaille im freien Stil im Weltergewicht bei den Olympischen Spielen 1948 in London

Werdegang[Bearbeiten]

Dick Garrard begann im Alter von 15 Jahren 1926 mit dem Ringen. Er konzentrierte sich dabei, wie damals in allen anglophilen Ländern üblich, auf den freien Stil. Im Laufe seiner Karriere wurde er insgesamt zehnmal australischer Meister im freien Stil im Leicht- bzw. Weltergewicht.

Seine internationale Karriere begann 1934 mit einem Sieg im Leichtgewicht bei den British Empire Games in London. Er siegte dort vor G. North aus England und Howard Thomas aus Kanada. 1936 startete er, wiederum im Leichtgewicht, bei den Olympischen Spielen in Berlin. Er verlor dort aber gegen Paride Romagnoli aus Italien und den späteren Olympiasieger Karoly Karpati aus Ungarn und landete damit auf dem 12. Platz. 1938 wurde er in Sydney bei den British Empire Games wiederum Sieger im Leichtgewicht vor Vernon Thomas aus Neuseeland und Alfred Harding aus Südafrika.

Durch den 2. Weltkrieg wurde die internationale Ringerlaufbahn, wie bei vielen gleichaltrigen Ringerkollegen auch, unterbrochen. Es wären mit Sicherheit die besten Ringerjahre von Dick Garrard geworden.

So musste er bis 1948 warten, bis er wieder bei einer großen internationalen Meisterschaft an den Start gehen konnte. Es waren dies die Olympischen Spiele in London. Bereits 38-jährig gelang ihm dort im Weltergewicht mit dem Gewinn der olympischen Silbermedaille der größte Erfolg seiner Laufbahn. Dazu verhalfen ihm Siege über Willi Angst aus der Schweiz, Kalman Sovari aus Ungarn, A. Bhargava aus Indien und Jean Leclerc aus Frankreich. Gegen Leland Merrill aus der Vereinigten Staaten verlor er knapp nach Punkten (1:2) und von Yasar Dogu aus der Türkei wurde er geschultert. Dass er die Silbermedaille gewann, hatte seinen Grund in dem damals gültigen Reglement, denn obwohl er gegen Leland Merrill verloren hatte, platzierte er sich vor diesem, weil er weniger Fehlpunkte als dieser hatte.

1950 siegte Dick Garrard zum dritten Mal bei den British Empire Games, die in Auckland stattfanden. Im Leichtgewicht gewann er vor Morgan Plumb aus Kanada und Geroge Hobson aus Neuseeland. Bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki kam er im Leichtgewicht zu Siegen über Osvaldo Blasi aus Argentinien und Jack Ward aus Irland. Nach einer Niederlage in der 3. Runde gegen Takeo Shimotori aus Japan schied er aber aus und kam damit auf den 10. Platz.

1954 startete er, inzwischen schon 44 Jahre als, noch einmal bei den British Empire & Commonwealth Games in Vancouver. Im Leichtgewicht gewann er dabei hinter Godfrey A. Pienaar aus Südafrika und Ruby Leibovitch aus Kanada eine Bronzemedaille. Er nahm im gleichen Jahr auch an der Weltmeisterschaft in Tokio teil und trainierte dazu sogar in das Federgewicht ab. Ihm gelang in Tokio aber nur ein Sieg über Mansuato Napilay aus den Philippinen. Gegen Geza Hoffmann aus Ungarn und gegen Alan Rice aus den Vereinigten Staaten verlor er und erreichte mit diesen Ergebnissen den 7. Platz.

1956 wollte Dick Garrard noch einmal bei den Olympischen Spielen starten, die in Melbourne, also in seinem Heimatland Australien stattfanden. Er konnte sich aber nicht mehr für die australische Mannschaft qualifizieren. Er beendete daraufhin seine Laufbahn als aktiver Ringer. In den Folgejahren war er sowohl im australischen Ringerverband als auch im Australischen Olympischen Komitee in verschiedenen Führungspositionen tätig. Er erhielt auch mehrere hohe Auszeichnungen. 1970 wurde er z. B. den Orden Member of the British Empire MBE, außerdem wurde er in die "Hall of Fame" des australischen Sports aufgenommen.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse
1934 1. British Empire Games in London Leicht vor G. North, England u. Howard Thomas, Kanada
1936 12. OS in Berlin Leicht nach Niederlagen gegen Paride Romagnoli, Italien u. Karoly Karpati, Ungarn
1938 1. British Empire Games in Sydney Leicht vor Vernon Thomas, Neuseeland u. Alfred Harding, Südafrika
1948 Silber OS in London Welter mit Siegen über Willi Angst, Schweiz, Kalman Sovari, Ungarn, A. Bhargava, Indien u. Jean Leclerc, Frankreich u. Niederlagen gegen Leland Merrill, USA u. Yasar Dogu, Türkei
1950 1. British Empire Games in Auckland Leicht vor Morgan Plumb, Kanada u. George Hobson, Neuseeland
1952 10. OS in Helsinki Leicht mit Siegen über Osvaldo Blasi, Argentinien u. Jack Ward, Irland u. einer Niederlage gegen Takeo Shimotori, Japan
1954 3. British Empire & Commonwealth Games in Vancouver Leicht hinter Godfrey Pienaar, Südafrika u. Ruby Leibovitch, Kanada
1954 7. WM in Tokio Feder mit einem Sieg über Mansuato Napilay, Philippinen u. Niederlagen gegen Geza Hoffmann, Ungarn u. Alan Rice, USA

Anm.: alle Wettbewerbe im freien Stil, OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaften, Federgewicht, bis 62 kg, Leichtgewicht, bis 1939 bis 66 kg, danach bis 67 kg, Weltergewicht, bis 73 kg Körpergewicht

Quellen[Bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Athletik,
  • Documentation of International Wrestling Championships der FILA, 1976,
  • Website des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig,
  • Website "www.wrestling.com.au"

Weblink[Bearbeiten]

Profil von Richard Garrard beim Institut für Angewandte Trainingswissenschaft