Ridder

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Ridder in Kasachstan. Für weitere Bedeutungen von Ridder siehe Ridder (Begriffsklärung).
Ridder
Риддер
Wappen
Wappen
Staat: KasachstanKasachstan Kasachstan
Gebiet: Ostkasachstan
Gegründet: 1786
Koordinaten: 50° 21′ N, 83° 31′ O50.3583.516666666667809Koordinaten: 50° 21′ 0″ N, 83° 31′ 0″ O
Höhe: 809 m
Fläche: 83,36 km²
 
Einwohner: 49.112 (2009)
Bevölkerungsdichte: 589 Einwohner je km²
 
Zeitzone: EKST (UTC+6)
Postleitzahl: 071300
Kfz-Kennzeichen: F
 
Äkim (Bürgermeister): Dmitrij Jurjewitsch Kawrigin
Webpräsenz:
Ridder (Kasachstan)
Ridder
Ridder

Ridder (kasach. Риддер; russ. Риддер/Ridder) ist eine Bergbaustadt im Nordosten Kasachstans. Sie befindet sich im Gebiet Ostkasachstan, unweit der russischen Grenze.

Geographie[Bearbeiten]

Ridder liegt nordöstlich der Gebietshauptstadt Öskemen. Seine Umgebung wird von den Ausläufern des Altai geprägt. Im Südosten erstrecken sich die Berge des Iwanow-Kamms, im Nordwesten die des Uba-Kamms. Die geographischen Koordinaten der Stadt sind 50° 21' N und 83° 31' O.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Ridder hat eine Einwohnerzahl von 51.975 (2006). Im Jahr 1991 zählte die Stadt noch 69.500 Einwohner, aber die nach dem Zerfall der Sowjetunion einsetzende Abwanderung insbesondere der russischen und deutschen Bevölkerung ließ die Zahl stark schrumpfen. Der Stadtkreis Ridder umfasst neben der eigentlichen Stadt auch noch eine städtische Siedlung und 18 Dörfer, insgesamt beträgt die Einwohnerzahl 62.000 (2004). Die Stadt ist auch heute noch stark russisch geprägt, von der Bevölkerung sind 88,1 % Russen, 6,1 % Kasachen, 1,6 % Deutsche, 1,3 % Ukrainer, 1,1 % Tataren, 0,4 % Weißrussen sowie 1,4 % Einwohner anderer Nationalität. Neben der Abwanderung ist auch die natürliche Bevölkerungsentwicklung negativ, pro 1000 Einwohner werden 10,3 Geburten, aber 19,5 Todesfälle registriert. (Daten für das Jahr 2003)

Einwohnerentwicklung

  • 1939 - 50.000
  • 1972 - 71.000
  • 1979 - 68.135
  • 1989 - 68.730
  • 1999 - 56.269
  • 2006 - 51.975
  • 2009 - 49.112

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt wurde im Jahr 1786 gegründet. Ridder erhielt 1934 die Stadtrechte. Bis zum Jahr 1941 trug sie den heutigen Namen, benannt nach Philipp Ridder (1759–1838), welcher die hiesigen Erzvorkommen entdeckte. 1941 wurde Ridder in Leninogorsk umbenannt, die Stadt trug diesen Namen bis ins Jahr 2002, als die offizielle Rückbenennung beschlossen wurde. Im März 2013 fanden in der Gegend um Ridder die Ski-Orientierungslauf-Weltmeisterschaften statt.

In Ridder bestand das Kriegsgefangenenlager 347, Leninogorsk, für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Ridder sind ein Heimatmuseum sowie ein Botanischer Garten (Алтайский ботанический сад/Altaiski Botanitscheski Sad) zu besichtigen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ridder ist ein Zentrum des Bergbaus und der Buntmetallverarbeitung. Es gibt holzverarbeitende und Bekleidungsfabriken, ferner Nahrungsmittelindustrie und Maschinenbau.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Europastraße 40 führt von Ridder nach Calais in Frankreich. Sie ist mit mehr als 8 000 Kilometern Länge die längste Europastraße.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977.

Weblinks[Bearbeiten]