Robert J. Barro

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Robert J. Barro (* 28. September 1944) ist ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der Harvard University. Er gilt als einer der einflussreichsten Ökonomen der Gegenwart. Er ist unter anderem durch die theoretische Betrachtung und Weiterentwicklung der ricardianischen Äquivalenz und der ökonomischen Wachstumstheorie bekannt geworden.

Beruflicher Werdegang und Forschung[Bearbeiten]

Barro absolvierte 1970 seinen Ph.D. an der Harvard University, wo er seit 1986 Professor für Ökonomie ist. Seit 1980 ist er Fellow der Econometric Society. Seine Artikel zählen zu den meistzitierten in den referierten ökonomischen Fachzeitschriften.[1] Daher gilt er auch seit Längerem als Favorit für den Nobelpreis für Ökonomie. Gemeinhin wird Barro zu den Vertretern der angebotsorientierten Makroökonomie gezählt.

Obwohl ursprünglich ein Anhänger walras’scher und keynesianischer Konzepte, wandte er sich schon zu Anfang seiner akademischen Karriere der neuen klassischen Schule zu und wurde einer der wichtigsten Vertreter der Theorie der rationalen Erwartung. 1974 veröffentlichte er seine erste Arbeit zur Analyse der ricardianischen Äquivalenzhypothese, die seitdem auch Barro-Ricardo Äquivalenzhypothese genannt wird, und eine der meistzitierten ökonomischen Arbeiten ist. In seiner 1976 veröffentlichten Arbeit Rational Expectations and the Role of Monetary Policy argumentiert Barro, aufbauend auf den Arbeiten Friedmans, Sargents und Lucas’, dass die Geldpolitik keinen Einfluss auf die anderen Größen (insbesondere Output, Arbeitslosigkeit und Zinsen) einer Volkswirtschaft hat (eine der Kernthesen des Monetarismus).

In seinen Arbeiten der 1980er Jahre geht er verstärkt auf die Rolle der Zentralbanken ein. Er argumentiert, dass die Zentralbank aufgrund politischen Drucks gezwungen sein könnte, ihre Inflationsziele gegenüber einer kurzfristig geringeren Arbeitslosigkeit (Phillips-Kurve) zu vernachlässigen. Er plädiert daher für eine unabhängige Zentralbank, die ausschließlich geldpolitische Ziele verfolgt, wie beispielsweise die Europäische Zentralbank oder die Deutsche Bundesbank. Weiterhin prägte er maßgeblich die Real Business Cycle-Theory und seit den 1990er Jahren die Theorie des Wirtschaftswachstums.

Privates[Bearbeiten]

Sein Sohn Josh Barro ist Journalist bei Business Insider. 2012 wurde dieser vom Forbes Magazine als einer der „30 hellsten Sterne unter 30“ gewählt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Are Government Bonds Net Wealth? (1974), Journal of Political Economy.
  • Rational Expectations and the Role of Monetary Policy (1976). Monetary Economy 2:1-32.
  • Rules, Discretion and Reputation in a Model of Monetary Policy, mit D.B. Gordon, 1983, Journal of Monetary Economics
  • A Positive Theory of Monetary Policy in a Natural Rate Model, mit D.B. Gordon, 1983, Journal of Political Economy
  • Wirtschaftswachstum, mit Xavier Sala-i-Martín, 1998 (deutsche Ausgabe), Oldenbourg, ISBN 3-486-23535-4
  • Macroeconomics: A Modern Approach 2008, South Western College Publishing, ISBN 978-0324545678

Quellen[Bearbeiten]

  1. Handelsblatt: Die einflussreichsten Ökonomen seit 1970

Weblinks[Bearbeiten]