Robert Liebmann

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Robert Liebmann (* 5. Juni 1890 in Berlin; † Juli 1942 im KZ Auschwitz) war ein deutscher Drehbuchautor.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Abitur studierte er von 1908 bis 1913 an den Universitäten von Freiburg im Breisgau, München und Berlin Jura. Ab 1914 schrieb er Theater- und Filmkritiken für die Deutsche Allgemeine Zeitung, ab 1916 für die Berliner Morgenpost und ab 1918 für die B.Z. am Mittag. Im selben Jahr heiratete er seine Jugendfreundin Nené Flack.

Damals begann er, Libretti, Texte für Revuen und Filmdrehbücher zu verfassen. Mit seinen Lustspielen, Liebesromanzen, Abenteuer- und Gruselgeschichten avancierte er zu einem der erfolgreichsten Drehbuchautoren der Weimarer Republik. 1928 gründete er mit Harry Piel die Ariel-Film-GmbH. Im April 1929 wurde er Dramaturg bei der Ufa. In der Zeit des beginnenden Tonfilms war Liebmann als Autor oder Co-Autor an einigen Klassikern beteiligt, darunter Der blaue Engel und Der Kongreß tanzt.

Kurz nach der Machtergreifung, im April 1933 wurde Liebmann als Jude von der Ufa entlassen. Im Vorspann des letzten deutschen Films, an dem er beteiligt war, Walzerkrieg, erschien sein Name nicht mehr. Liebmann emigrierte nach Paris. Dort und später in Hollywood arbeitete er an einigen Emigrantenfilmen mit. 1938 war er wieder in Paris, wo er seine letzten Filmaufträge erhielt. Im selben Jahr wurde er im Juli aus der Reichsfilmkammer ausgeschlossen. Im Juli 1939 folgte die Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft. Während der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht wurde Liebmann verhaftet und ins Sammellager Drancy gesteckt. Von dort deportierten ihn deutsche Stellen in das Konzentrationslager Auschwitz, wo er vermutlich gleich nach seiner Ankunft ermordet wurde.

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1919: Die sich verkaufen
  • 1919: Die Arche
  • 1919: Die letzten Menschen
  • 1919: Unheimliche Geschichten
  • 1919: Die Pflicht zu leben
  • 1920: Indische Rache
  • 1920: Va banque
  • 1920: Die Glücksfalle
  • 1920: Der Hund von Baskerville
  • 1920: Der siebente Tag
  • 1920: Eines großen Mannes Liebe
  • 1920: Die Frau ohne Seele
  • 1920: Der Graf von Cagliostro
  • 1920: Die letzte Stunde
  • 1920: Susanne Stranzky
  • 1921: Die Jagd nach dem Tode
  • 1921: Der Mann ohne Namen
  • 1921: Hapura, die tote Stadt
  • 1921: Der Roman eines Dienstmädchens
  • 1921: Seine Exzellenz von Madagaskar
  • 1921: Das Geld auf der Straße
  • 1922: Das Mädel mit der Maske
  • 1922: Man soll es nicht für möglich halten
  • 1922: Der Pantoffelheld
  • 1922: So sind die Männer
  • 1922: Die drei Marien und der Herr
  • 1923: Die Fledermaus
  • 1924: Claire
  • 1924: Mutter und Kind
  • 1924: Komödianten des Lebens
  • 1924: Das schöne Abenteuer
  • 1924: Hochstapler wider Willen
  • 1924: Niniche
  • 1925: Der Flug um den Erdball
  • 1925: Kammermusik
  • 1925: Blitzzug der Liebe
  • 1925: Die Abenteuer der Sibylle Brant
  • 1925: Liebe macht blind
  • 1925: Liebesgeschichten / Mädels von heute
  • 1925: Soll man heiraten?
  • 1925: Schatten der Weltstadt
  • 1925: Herrn Filip Collins Abenteuer
  • 1925: Ein Walzertraum
  • 1925: Der Ritt in die Sonne
  • 1925: Die tolle Herzogin
  • 1926: Wie einst im Mai
  • 1926: Die Fahrt ins Abenteuer
  • 1926: Die drei Kuckucksuhren
  • 1926: Der Feldherrnhügel
  • 1926: Die Boxerbraut
  • 1926: Kopf hoch, Charly
  • 1927: Der Juxbaron
  • 1927: Meine Tante – Deine Tante
  • 1927: Die schönsten Beine von Berlin
  • 1927: Der Meister von Nürnberg
  • 1927: Die Dame mit dem Tigerfell
  • 1927: Der Fürst von Pappenheim
  • 1927: Eheferien
  • 1927: Die raffinierteste Frau Berlins
  • 1927: Im Luxuszug
  • 1927: Du sollst nicht stehlen
  • 1927: Moral

Literatur[Bearbeiten]

  • Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. Acabus-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 308 f.

Weblinks[Bearbeiten]