Rudi Stohl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Rudi Stohl (* 21. April 1947 in Wien; eigentlich Rudolf Stohl) ist ein österreichischer Rallyefahrer.

Obwohl er nie als Werksfahrer unterwegs war, kann Stohl einige Podiumsplatzierungen bei Rallye-WM-Läufen aufweisen. Als Privatfahrer nahm er bis zum Jahr 2002 immer an der Safari Rallye sowie an weiteren Extrem-Rallyes teil. Damit ist er einer der bekanntesten österreichischen Rallye-Fahrer.

Motorsport[Bearbeiten]

Start[Bearbeiten]

Nach dem Schulabschluss machte Stohl eine Lehre als Kfz-Mechaniker, die er mit der Gesellenprüfung abschloss und später mit dem Abschluss als Kfz-Meister ergänzte.

Erst als Rudi Stohl für einen Kunden seines Arbeitgebers “Austro-Fiat” ein Auto zu einem Rallye-Wagen umrüstet, wurde er mit dem Motorsport-Virus “infiziert”.

Mit einem havarierten Moskwitsch, den er kostengünstig erstehen konnte und zu einem Rallye-Wagen umbaute, wagte Rudi Stohl 1969 seine ersten Versuche im Rallye-Sport. Nachdem er schon bald erkennen musste, dass mit diesem Wagen keine Erfolge einzufahren waren, versuchte er sich in der Folge nicht nur selbst als Fahrer, sondern auch als Beifahrer auf Puch, Fiat oder Porsche. Seine eigenen Einsätze waren oft von wilden Überschlägen und Ausritten gekennzeichnet, die er aber alle nahezu unverletzt überstand.

Im Jahr 1972 wagte er mit seinem ersten WM-Einsatz bei der Akropolis-Rallye einen Neuanfang. Bereits hier musste Stohl erkennen, dass er als Privatfahrer und vor allem ohne wesentliche finanzielle Unterstützung durch potente Sponsoren auf verlorenem Posten stand.

Neuanfang bei Extrem-Rallyes[Bearbeiten]

Aus finanziellen Gründen wechselte Rudi Stohl daher in der Folge zu den Extrem-Rallyes über, da er hier größere Chancen als Privatfahrer sah. Dies führte allerdings dazu, dass Rudi Stohl und seine jeweiligen Beifahrer aufgrund des stets kargen Budgets oft zwei Funktionen gleichzeitig hatten: die des Fahrers und die des Mechanikers.

Dennoch durfte sich Rudi Stohl über erste Erfolge freuen. 1980 konnte Stohl im Alter von 33 Jahren bei der ersten Himalaya-Rallye den beachtlichen fünften Platz heimfahren. 1982 konnte er diesen Erfolg mit dem zweiten Gesamtrang bei der Himalaya-Rallye sogar noch übertreffen.

Der erste ganz große Erfolg gelingt Rudi Stohl 1983 mit seinem renommierten Team-Partner Franz Wurz. Mit einem Audi 80 gewinnen die beiden die Gruppe “A” der Argentinien-Rallye. Dies war umso beachtenswerter, da dies der erste Gruppe A Sieg eines Audi 80 bei einem WM Lauf war. Im Gesamtklassement bedeutete dies immerhin den 6. Platz.

Ab dem Jahr 1984 nahm Rudi Stohl regelmäßig an der der Safari-Rallye teil. Ab 1985 war Rudi Stohl ausschließlich in verschiedensten Audi Modellen auf den Rallyepisten unterwegs.

Ein weiterer herausragender Erfolg gelang Rudi Stohl 1990 mit dem zweiten Platz beim Rallye-WM-Lauf der Elfenbeinküste.

In den darauffolgenden Jahren von 1991 bis 1997 konnte er bei zahlreichen Extrem-Rallyes punkten: Rallye-WM-Lauf der Elfenbeinküste (dritter Platz 1991), Rallye-WM-Lauf Argentinien (fünfter Rang), bei der Akropolis-Rallye (Rallye-WM-Lauf in Griechenland, 1995 zweiter Rang) und China-Rallye (vierter Rang und bester Privatfahrer 1997).

Hall Of Fame[Bearbeiten]

Als größte Meilensteine der Karriere von Rudi Stohl sind der Vize-Weltmeistertitel 1986 der Gruppe “A” und die Auszeichnung zum “Österreichischen Automobilsportler des Jahres 1986” zu nennen.

Um den wirklich großen internationalen Durchbruch zu schaffen fehlte Stohl ein Platz in einem Werksteam. Im Vergleich verbraucht ein Werksteam bei einer einzigen Rallye bereits mehr als das doppelte Jahresbudget eines Privatfahrers. Darüber hinaus werden ausschließlich die Werksteams mit den besten Teilen für die Rennautos ausgestattet.

Privates[Bearbeiten]

Rudi Stohl ist verheiratet und hat mit seiner Frau Elfriede den gemeinsamen Sohn Manfred, der 1990 in den Rennsport einstieg und ebenfalls ein erfolgreicher Rallye-Fahrer ist.

Erfolge[Bearbeiten]

1972: GriechenlandGriechenland Akropolis-Rallye erstmalige Teilnahme
1980: IndienIndien Himalaya-Rallye 5. Platz mit Co-Pilot Kurt Mödlhammer
1982: KeniaKenia Safari-Rallye 12. Platz mit Co-Pilot Reinhard Kaufmann
1982: IndienIndien Himalaya-Rallye 2. Platz mit Co-Pilot Reinhard Kaufmann
1983: ArgentinienArgentinien Argentinien-Rallye 6. Platz 1. Platz in der Gruppe “A”
1986: MonacoMonaco Rallye Monte Carlo mit Co-Pilot Peter Seisenbacher
GriechenlandGriechenland Akropolis-Rallye 6. Platz mit Co-Pilot Reinhard Kaufmann
ArgentinienArgentinien Argentinien-Rallye 6. Platz mit Co-Pilot Reinhard Kaufmann
ElfenbeinküsteElfenbeinküste Rallye Elfenbeinküste 7. Platz mit Co-Pilot Reinhard Kaufmann
Vize-Weltmeister in der Gr. “A” OSK-Motorsportler des Jahres
1987: PortugalPortugal Portugal-Rallye 7. Platz
KeniaKenia Safari-Rallye 7. Platz
GriechenlandGriechenland Akropolis-Rallye 9. Platz
1988: KeniaKenia Safari-Rallye 8. Platz mit Co-Pilot Reinhard Kaufmann
GriechenlandGriechenland Akropolis-Rallye 5. Platz
ArgentinienArgentinien Argentinien-Rallye 4. Platz
1989: GriechenlandGriechenland Akropolis-Rallye 6. Platz
1990: KeniaKenia Safari-Rallye 7. Platz mit Co-Pilot Reinhard Kaufmann
ArgentinienArgentinien Argentinien-Rallye 4. Platz
ElfenbeinküsteElfenbeinküste Rallye Elfenbeinküste 2. Platz
1991: UngarnUngarn Expo-Rallye (Ungarn) 5. Platz
OsterreichÖsterreich Rallye-Sprint (Österreich) 3. Platz
ElfenbeinküsteElfenbeinküste Rallye Elfenbeinküste 3. Platz
1992: ArgentinienArgentinien Argentinien-Rallye 5. Platz
1993: KeniaKenia Safari-Rallye 8. Platz
ArgentinienArgentinien Argentinien-Rallye 7. Platz
1994: KeniaKenia Safari-Rallye 6. Platz
ArgentinienArgentinien Argentinien-Rallye 7. Platz
1995: KeniaKenia Safari-Rallye 9. Platz
GriechenlandGriechenland Akropolis-Rallye 2. Platz
1997: China VolksrepublikVolksrepublik China China-Rallye 4. Platz als bester Privatfahrer
KeniaKenia Safari-Rallye 8. Platz
2001: KeniaKenia Safari-Rallye 4. Rang in Gruppe “N”
2002: KeniaKenia Safari-Rallye 2. Rang in Gruppe “N”

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]